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Zusammenfassung
Einweichen entzieht dem Heu lösliche Zucker, aber wie viel, entscheidet nicht die Uhr. In Laborversuchen lagen die Verluste zwischen 6 und 54 Prozent, je nach Heupartie, Wassertemperatur und Bewegung im Wasser. In einem Versuch war das Meiste schon nach einer Viertelstunde ausgewaschen, und längeres Wässern entzog nicht mehr, kostete aber Eiweiss und Energie. Was am Ende im Trog liegt, sagt nur die Analyse der eigenen Partie.
20Primärquellen
20 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
2007–2025Publikationsjahre
Das Wesentliche
Über alle Laborreihen hinweg entzieht Einweichen wasserlösliche Kohlenhydrate, im Mittel rund ein Viertel bis knapp die Hälfte; die Spannweite einzelner Heupartien reicht von 6 bis 54 Prozent.
Nicht die Dauer steuert das Ergebnis am stärksten, sondern Wassertemperatur und Bewegung: sechzehn Stunden bei 8 Grad entzogen 28 Prozent, dieselbe Zeit bei 16 Grad mit Bewegung und Spülen 49 Prozent.
Fruktane widerstehen dem Wasser deutlich besser als Saccharose und Glukose: in einem Versuch gingen 16 bis 39 Prozent der Fruktane in Lösung, aber 55 bis 91 Prozent der Saccharose.
Trotz durchschnittlich 27 Prozent Verlust blieben sieben untersuchte Heue über der von den Autoren genannten Obergrenze von 100 Gramm wasserlöslicher Kohlenhydrate je Kilogramm Trockenmasse.
Einweichen kostet mehr als Zucker: Energie, lösliche Mineralstoffe und in einem Versuch 35 Prozent des präzäkal verdaulichen Eiweisses; die Bakterienzahl im Heu stieg dabei etwa auf das Sechsfache.
Was beim Einweichen tatsächlich aus dem Heu geht
Wer Heu einweicht, nutzt eine einfache Eigenschaft des Halms: Ein Teil seiner Kohlenhydrate ist wasserlöslich und geht mit dem Wasser weg. Die Frage ist deshalb nie, ob Einweichen etwas entzieht. Sie lautet, wie viel, wie zuverlässig, und was es neben dem Zucker noch mitnimmt. In einer Laborreihe an britischen Heuen lag der Ausgangsgehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten zwischen 123 und 230 Gramm je Kilogramm Trockenmasse. Nach einem Bad von bis zu sechzehn Stunden in rund acht Grad kaltem Wasser fehlte im Mittel gut ein Viertel davon, in der einzelnen Partie aber zwischen 6 und 54 Prozent.
Was ist mit „Zucker im Heu“ überhaupt gemeint?
Drei Begriffe stehen nebeneinander. Wasserlösliche Kohlenhydrate umfassen die einfachen Zucker und die Fruktane. Die ethanollöslichen Kohlenhydrate erfassen im Wesentlichen nur die einfachen Zucker. Nichtstrukturkohlenhydrate zählen zusätzlich die Stärke dazu. Ein Labor kann also drei verschiedene Zahlen für dasselbe Heu ausweisen, ohne dass eine davon falsch wäre.
Diese Unterscheidung ist nicht akademisch, denn die Fraktionen verhalten sich im Wasserbad verschieden. In derselben Laborreihe verschwanden im Mittel 56 Prozent der Glukose, 45 Prozent der Saccharose und 41 Prozent der Fruktose, aber nur 24 Prozent der Fruktane. Der Rohproteingehalt veränderte sich nicht bedeutsam. Einweichen wirkt also selektiv: Es wäscht die kleinen, gut löslichen Moleküle heraus und lässt die langkettigen Fruktane überproportional zurück.
Warum die kursierenden Zahlen um den Faktor zwei auseinandergehen
Wer nach einer Einweichdauer sucht, findet Angaben von einer Viertelstunde bis sechzehn Stunden und Reduktionsraten von rund 20 bis 50 Prozent. Diese Zahlen widersprechen sich nicht, sie stammen aus verschiedenen Versuchen unter verschiedenen Bedingungen. Ein europäisches Fachgremium nennt für sieben bis sechzehn Stunden bei Raumtemperatur eine Abnahme der Nährstoffe einschliesslich der wasserlöslichen Kohlenhydrate von 24 bis 43 Prozent. Eine Laborreihe an drei Heuen mass 18 Prozent nach anderthalb Stunden, 38 Prozent nach neun und 42 Prozent nach sechzehn Stunden.
Vier Dinge unterscheiden die Versuche: die Heupartie, die Wassertemperatur, die Bewegung im Bad und die gemessene Fraktion. Ein fünfter Punkt kommt hinzu, den kaum eine Diskussion erwähnt: die Labormethode. Ein Methodenvergleich an Weidegräsern zeigte, dass ein günstiges Farbverfahren den Fruktangehalt systematisch unterschätzt. Über dieselben Proben gerechnet lag der Mittelwert der Flüssigchromatographie bei 154 Gramm je Kilogramm Trockenmasse, jener des Farbverfahrens bei 82. Die Arbeit betrifft frisches Weidegras und nicht konserviertes Heu, aber sie erklärt, warum zwei Analysen derselben Partie auseinanderliegen können.
Verluste nach sechzehn Stunden Einweichen an vier Heuen, aufgeschlüsselt nach Wasserbedingung und Zuckerfraktion; alle Werte aus einer einzigen Laborreihe.
Wasserbedingung
Wasserlösliche Kohlenhydrate
Fruktane
Saccharose
Glukose
8 Grad, ruhend
28 Prozent
16 Prozent
55 Prozent
60 Prozent
16 Grad, ruhend
46 Prozent
37 Prozent
86 Prozent
85 Prozent
16 Grad, bewegt und gespült
49 Prozent
39 Prozent
91 Prozent
75 Prozent
Heisses Wasser, anfangs 49 Grad
44 Prozent
33 Prozent
82 Prozent
75 Prozent
Dauer, Temperatur, Bewegung: was das Ergebnis wirklich steuert
Die Tabelle trägt die Kernaussage jener Arbeit: Bei gleicher Dauer von sechzehn Stunden schwankte der Entzug wasserlöslicher Kohlenhydrate zwischen 28 und 49 Prozent, nur weil das Wasser wärmer war oder bewegt wurde. Die Autorinnen und Autoren schliessen daraus, dass Temperatur und Bewegung den Entzug bestimmen und nicht die Dauer allein. Bemerkenswert sind die hinteren Spalten: Saccharose und Glukose gehen fast vollständig in Lösung, Fruktane bleiben zu zwei Dritteln im Halm. Wer ausgerechnet die Fruktane senken möchte, hat das schwächste Werkzeug in der Hand.
Bringt längeres Einweichen mehr?
Nach den vorliegenden Versuchen kaum. In einem Versuch an vier Wiesenheuen bei 20 Grad senkten bereits fünfzehn Minuten fast alle gemessenen Nährstoffe deutlich, und eine Verlängerung auf dreissig Minuten, eine Stunde oder zwölf Stunden entzog nicht mehr. Eine ältere Stallmessung zur Staubbelastung kam zum selben Schluss: kein Vorteil durch längeres Wässern.
Damit kehrt sich die übliche Logik um. Die Vorstellung, eine Nacht im Wasser sei gründlicher als eine Viertelstunde, findet für den Zuckerentzug in diesen Daten keine Stütze. Die Begleitkosten fallen dagegen bereits in der ersten Viertelstunde an: In demselben Versuch sank die umsetzbare Energie um 5 bis 15 Prozent, und das präzäkal verdauliche Rohprotein samt Aminosäuren fiel um 35 Prozent. Rohfaser und Lignin stiegen rechnerisch an, weil die löslichen Anteile fehlten und der Rest sich aufkonzentrierte.
Die Streuung ist das eigentliche Ergebnis
Die auffälligste Beobachtung dieser Literatur ist keine Zahl, sondern deren Unschärfe. In einer Laborreihe an drei Heuen mit je drei Ballen lagen die mittleren Verluste bei 18 Prozent nach anderthalb Stunden, 38 Prozent nach neun und 42 Prozent nach sechzehn Stunden. Die Streuung um diese Mittelwerte war nach neun und sechzehn Stunden so gross wie die Mittelwerte selbst. Die Autorinnen und Autoren nennen den Auswaschungsverlauf deshalb ausdrücklich uneinheitlich und nicht vorhersagbar, und sie fanden keinen Zusammenhang zwischen der Höhe des Auswaschens und dem Bakterienwachstum.
Praktisch heisst das: Aus einem Prozentwert lässt sich nicht zurückrechnen, wie viel Zucker nach dem Einweichen noch im Heu steckt. Genau das zeigte die eingangs erwähnte Laborreihe an ihrem eigenen Material. Trotz durchschnittlich 27 Prozent Verlust blieben sieben der untersuchten Heue über der Grenze von 100 Gramm wasserlöslicher Kohlenhydrate je Kilogramm Trockenmasse, die dieselben Autoren als Obergrenze für hufrehegefährdete Tiere nennen. Diese Grenze ist ein Vorschlag aus der Fachliteratur und kein in einer klinischen Studie geprüfter Schwellenwert.
Was neben dem Zucker noch im Wasser bleibt
Wasser ist kein selektives Lösungsmittel: Es nimmt mit, was löslich ist. Die Arbeitsgruppe, die vier Wiesenheue bei 20 Grad prüfte, folgert deshalb, dass Einweichen den Futterwert des Heus verschlechtern und die Rationsberechnung auf Trockenmassebasis unsicher machen könne, gerade bei Pferden mit Stoffwechselstörung oder Asthma.
Auf den ersten Blick widerspricht das den englischen Laborreihen, in denen kein Einweichverfahren den Rohproteingehalt veränderte. Der Widerspruch ist eher ein Missverständnis über die gemessene Grösse. Rohprotein ist die Gesamtmenge. Der präzäkal verdauliche Anteil ist eine daraus errechnete Fraktion und sagt, wie viel davon vor dem Dickdarm aufgenommen werden kann. In der zitierten Arbeit wurde diese Fraktion aus Stickstofffraktionen berechnet und nicht am Tier gemessen; gefüttert wurde dort kein einziges Pferd.
Wie stark der Trockenmasseverlust eine Ration verschiebt, zeigt ein Fütterungsversuch an zwölf übergewichtigen Pferden und Ponys über sechs Wochen. Geplant war eine Ration von 1,25 Prozent des Körpergewichts an Trockenmasse. Weil das Einweichen Nährstoffe und Trockenmasse auswusch, kamen tatsächlich nur rund 1 Prozent an, entsprechend 64 Prozent des Erhaltungsbedarfs an verdaulicher Energie. Die Restriktion fiel um 23,5 Prozent schärfer aus als beabsichtigt, und die Tiere verloren im Mittel knapp 1 Prozent Körpergewicht pro Woche, das empfindlichste bis gegen 2 Prozent.
Eine weitere Arbeitsgruppe mass am eingeweichten Heu ihres Versuchs 38 Prozent weniger Nichtstrukturkohlenhydrate, 6,78 Prozent weniger verdauliche Energie und ausgewaschene wasserlösliche Mineralstoffe. Auf diesen Punkt weist auch eine Auswertung von 33 Studien zum Natrium-, Kalium- und Chloridhaushalt hin: Ponys mit einer später festgestellten Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse verdauten Kalium schlechter als gesunde Tiere, was bei eingeweichtem Heu Beachtung verdiene. Diese Auswertung hat das Einweichen selbst nicht untersucht.
Die Kehrseite: die Keimzahl steigt
Einweichen verbessert die hygienische Qualität des Heus nicht, es verschlechtert sie. In einer Laborreihe mit fünf Heuen und fünf Behandlungen stieg die Bakterienzahl von rund 60'000 auf rund 350'000 koloniebildende Einheiten je Gramm Trockenmasse, also etwa auf das Sechsfache; die Schimmelpilzzahl sank von 1148 auf 692. Reines Bedampfen senkte die Bakterien dagegen auf rund 1'000 und die Schimmelpilze auf zwei, veränderte den Zuckergehalt aber praktisch nicht. Die Autorinnen und Autoren halten fest, dass Einweichen die hygienische Qualität bedeutsam verschlechtert habe.
Eine zweite Arbeit sequenzierte die lebenden Bakterien von vier Heuen unter drei Vorbereitungsarten. Einweichen erhöhte den Anteil gramnegativer Bakterien und verringerte die Vielfalt der Gemeinschaft, während Hochtemperaturdampf die Zahl lebender Keime senkte, ohne die Vielfalt zu verringern. Die Autorinnen und Autoren halten Bedampfen deshalb für das geeignetere Verfahren. Dieser Schluss beruht auf einem mikrobiologischen Befund und nicht auf einem am Pferd gemessenen Gesundheitsmerkmal.
Hinzu kommt die Lagerfähigkeit. In einem Versuch mit fünfzehn Minuten Einweichzeit nahmen Bakterien, Schimmelpilze und Hefen im eingeweichten Heu nach sechs, zwölf und vierundzwanzig Stunden Lagerung bei 10 und bei 25 Grad zu. Sechs Warmblutstuten nahmen sowohl eingeweichtes als auch bedampftes Heu in der ersten Stunde langsamer auf als unbehandeltes; die Autorinnen und Autoren bewerten das eingeweichte Heu insgesamt als schlechter angenommen. Eingeweichtes Heu ist damit ein Frischprodukt.
Was am Pferd selbst gemessen wurde
Die bisher genannte Literatur misst das Heu, nicht das Pferd. Der einzige randomisierte Versuch, der eingeweichtes und trockenes Heu direkt vergleicht, prüfte an zwölf Ponys drei Raufutter nach einer Mahlzeit von 0,25 Prozent des Körpergewichts. Die Insulinantwort über fünf Stunden fiel beim eingeweichten Heu am niedrigsten aus, beim trockenen Heu knapp dreimal so hoch und bei Anwelksilage rund sechsmal so hoch. Die Glukoseantwort unterschied sich zwischen den drei Futtern kaum. Sechs der zwölf Ponys galten als insulindysreguliert.
Eine zweite Arbeit fand nichts. An neun gesunden Traberpferden veränderte weder Einweichen noch Bedampfen die akute Glukoseantwort auf eine Mahlzeit, obwohl das Einweichen die Nichtstrukturkohlenhydrate, das lösliche Protein und das Kalium messbar gesenkt hatte. Die Pferde frassen vom eingeweichten Heu weniger und verbrachten weniger Zeit damit. Gemessen wurde hier allerdings der Blutzucker und nicht das Insulin, das für die endokrine Hufrehe der entscheidende Wert ist.
Deutlicher ist die Datenlage beim Staub. Ein tragbarer Partikelmesser in der Atemzone von zehn Pferden zeichnete über acht Stunden nach der Fütterung auf. Die Belastung sank beim eingeweichten Heu um mehr als die Hälfte, in den ersten zwanzig Minuten von 160 auf 53 Mikrogramm je Kubikmeter für die feinsten Partikel und von 2829 auf 970 für die gröberen. Die Autorinnen und Autoren halten selbst fest, dass kein Gesundheitsmerkmal erhoben wurde.
Ein Versuch an zehn Pferden mit schwerem Asthma, fünf je Gruppe, prüfte über sechs Wochen 45 Minuten eingeweichtes Heu, wobei ausgetrocknetes Heu zwischen den Mahlzeiten entfernt wurde. Der Atemwegswiderstand sank in beiden Gruppen, unter eingeweichtem Heu im Median von 1,89 auf 0,61 und unter Luzernepellets von 2,47 auf 1,59. Die Autorinnen und Autoren fügen an, dass dieses strikte Vorgehen Halterinnen und Haltern zu aufwendig erscheinen dürfte. Verglichen wurde zudem mit Pellets und nicht mit trockenem Heu.
Was daraus folgt, und was nicht
Ein europäisches Konsensdokument zum equinen metabolischen Syndrom rückt nicht den Zucker in den Mittelpunkt, sondern die Insulindysregulation: Sie ist das durchgehende Merkmal der endokrinen Hufrehe, und hohe Insulinwerte lösen die Hufrehe aus. Für das Futter nennt das Dokument eine Zielgrösse von unter 10 Prozent Nichtstrukturkohlenhydraten und beschreibt die Betreuung als langfristige Futter- und Bewegungsstrategie, die Beständigkeit verlangt.
Das relativiert die verbreitete Fixierung auf Fruktane, ausgerechnet jene Fraktion, die dem Wasser am besten widersteht. In einem randomisierten Versuch an zwölf Ponys, davon fünf mit früherer Hufrehe, lösten Glukose und Fruktose deutliche Glukose- und Insulinspitzen aus, Inulin als Fruktan dagegen nur minimale Veränderungen. Es handelt sich um reine Zucker als Zulage und nicht um die Zucker eines Heus, und die Antwort fiel im Herbst stärker aus als im Frühling.
Bedampfen ist die naheliegende Alternative, löst das Zuckerproblem aber nicht. In einem Versuch an zwei Heuen senkte neunzigminütiges Bedampfen die wasserlöslichen Kohlenhydrate nur im stärker verschimmelten Heu um 13 Prozent, im wenig verschimmelten gar nicht. Die Schimmelpilze gingen in beiden Heuen um mindestens 91 Prozent zurück, und die Aufnahme des wenig verschimmelten Heus stieg in zwei Stunden von 0,64 auf 2,02 Kilogramm. Ob Bedampfen Zucker senkt, hängt damit an der Partie.
Eine Übersichtsarbeit zur Umweltgestaltung beim equinen Asthma fasst die Abwägung zusammen: Einweichen und Bedampfen verbessern die hygienische Qualität des Futters, senken aber seinen Nährwert, weshalb ein Ausgleich nötig werde. Der kritischste Punkt der Umweltkontrolle sei jedoch weder das eine noch das andere Verfahren, sondern die Umsetzungstreue der Halterinnen und Halter. Es handelt sich um eine erzählende Übersicht ohne systematische Suche.
Woher die widersprüchlichen Einweichzahlen stammen: Bedingung, gemessene Fraktion und offene Frage je Messreihe
Eigene Auswertung
Jede Zeile fasst eine im Quellenverzeichnis aufgeführte Messreihe zusammen; eingetragen wurden ausschliesslich Werte, die in der jeweiligen Publikation selbst stehen, und die letzte Spalte nennt die Frage, die dieselbe Publikation offenlässt.
Bedingung
Wasser und Bewegung
Gemessene Fraktion
Berichtete Abnahme
Untersuchte Heupartien
Was die Zahl nicht sagt
Bis 16 Stunden
rund 8 Grad, ruhend
Wasserlösliche Kohlenhydrate
27 Prozent im Mittel, 6 bis 54 im Einzelfall
Zahl im Abstract nicht genannt
Nicht, wie viel danach noch drin ist: sieben Heue blieben über der genannten Obergrenze
16 Stunden
8 Grad, ruhend
Wasserlösliche Kohlenhydrate
28 Prozent
vier
Nicht, dass eine längere Dauer mehr entzogen hätte: geprüft wurde nur dieser Endpunkt
16 Stunden
16 Grad, bewegt und gespült
Wasserlösliche Kohlenhydrate
49 Prozent
vier
Nicht, ob Bewegung im Stallalltag reproduzierbar ist
1,5 / 9 / 16 Stunden
16 Grad, ruhend
Wasserlösliche Kohlenhydrate
18 / 38 / 42 Prozent
drei, je drei Ballen
Nichts Verlässliches über die einzelne Partie: die Streuung war so gross wie der Mittelwert
15 / 30 / 60 Minuten und 12 Stunden
20 Grad, ruhend
Nährstoffe insgesamt, darunter die Kohlenhydrate
bereits nach 15 Minuten bedeutsam, danach kein Zugewinn
vier
Nicht den Preis: umsetzbare Energie minus 5 bis 15 Prozent, präzäkal verdauliches Eiweiss minus 35 Prozent
9 Stunden
16 Grad, ruhend
Wasserlösliche Kohlenhydrate
von 126 auf 79 bis 83 Gramm je Kilogramm Trockenmasse
fünf, je drei Ballen
Nichts über die Hygiene: die Bakterienzahl stieg etwa auf das Sechsfache
Nichts über die Wirkung: die akute Glukoseantwort der Pferde blieb unverändert
15 Minuten
10 bis 15 Grad
keine Zuckerfraktion gemessen
nicht Gegenstand der Arbeit
ein Wiesenheu, drei Wiederholungen
Nichts über Zucker, dafür über Lagerung: die Keimzahl stieg innert 24 Stunden wieder an
Grenzen und Unsicherheiten
Fast alle Zahlen stammen aus Laborreihen an sehr wenigen Heupartien, meist drei bis fünf je Arbeit, und aus Grossbritannien, Deutschland oder Kanada. Schweizer Messreihen an Schweizer Heu waren in dieser Recherche nicht auffindbar, und gerade die Partie ist die grösste Streuungsquelle.
Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf der Ebene systematische Übersicht, Metaanalyse oder randomisierter Versuch abzustützen, ist hier nicht erfüllbar: nur vier der zwanzig verwendeten Arbeiten erreichen diese Ebene, und die einzige Metaanalyse untersucht nicht das Einweichen, sondern den Elektrolythaushalt. Eine systematische Übersichtsarbeit zum Einweichen existiert nicht.
Nur ein einziger randomisierter Versuch vergleicht eingeweichtes und trockenes Heu direkt: zwölf Ponys, eine Mahlzeit nach Nüchternphase, fünf Stunden Beobachtung. Ein klinischer Endpunkt wie Hufrehe wurde in keiner der hier zitierten Arbeiten erhoben.
Der oft zitierte Verlust an präzäkal verdaulichem Eiweiss wurde aus Stickstofffraktionen berechnet und nicht am Tier gemessen; in jener Arbeit wurde kein Pferd gefüttert. Der Widerspruch zum unveränderten Rohprotein anderer Laborreihen bleibt damit rechnerischer Natur.
Die Keimzahlen unterscheiden sich zwischen den Arbeiten erheblich und in einem Fall sogar zwischen Kurzfassung und Volltext derselben Publikation. Belastbar ist die Grössenordnung und die Rangfolge der Verfahren, nicht der einzelne Zahlenwert.
Die genannte Obergrenze von 100 Gramm wasserlöslicher Kohlenhydrate je Kilogramm Trockenmasse und die Zielgrösse von unter 10 Prozent Nichtstrukturkohlenhydraten sind Vorschläge aus Fachliteratur und Konsens, nicht in einem Versuch geprüfte Schwellenwerte.
Offene Fragen
Senkt ein auf die gemessene Partie abgestimmtes Einweichen das Hufreherisiko, oder verändert es nur die Insulinkurve nach der Mahlzeit?
Was bedeutet die erhöhte Keimzahl eingeweichten Heus für das Pferd? Bisher wurde nach dem Einweichen kein Gesundheitsmerkmal erhoben.
Warum bleibt das Rohprotein unverändert, während die rechnerisch bestimmte präzäkal verdauliche Fraktion um ein Drittel fällt: Messartefakt oder realer Verlust?
Lässt sich der tatsächliche Entzug einer Partie im Stall abschätzen, etwa über eine Faserkorrektur, statt ihn aus fremden Mittelwerten zu übernehmen?
Häufige Fragen
Wie lange muss ich Heu einweichen, damit der Zucker runtergeht?
Eine allgemeingültige Dauer lässt sich aus den Studien nicht ableiten, und das ist die wichtigste Erkenntnis dieses Feldes. In einem Versuch an vier Wiesenheuen war der Grossteil der löslichen Anteile schon nach fünfzehn Minuten ausgewaschen, und dreissig Minuten, eine Stunde oder zwölf Stunden entzogen nicht mehr. In einer anderen Laborreihe schwankte der Entzug bei identischen sechzehn Stunden zwischen 28 und 49 Prozent, allein wegen Wassertemperatur und Bewegung. Und selbst bei bekanntem Prozentwert bleibt der Endgehalt offen, weil er vom Ausgangsgehalt der Partie abhängt. Wer eine Zahl braucht, braucht eine Analyse seines Heus.
Ist Einweichen über Nacht besser als eine halbe Stunde?
Für den Zuckerentzug bringt die längere Zeit nach den vorliegenden Daten keinen belegten Zusatznutzen, für die Nährstoffbilanz und die Keimzahl ist sie ungünstig. Bereits eine Viertelstunde senkte in einem Versuch die umsetzbare Energie um 5 bis 15 Prozent und das rechnerisch präzäkal verdauliche Eiweiss um 35 Prozent. Eine Laborgruppe warnt ausdrücklich vor der Vermehrung unerwünschter Mikroorganismen bei sehr langem Einweichen in warmem Wasser, und ein europäisches Fachgremium empfiehlt bei warmer Witterung höchstens ein bis zwei Stunden. Auch für die Staubbelastung fand eine ältere Stallmessung keinen Vorteil im längeren Wässern.
Mein Pferd hatte Hufrehe. Ist eingeweichtes Heu dann sicher?
Nein, Einweichen macht kein Heu automatisch geeignet. In einer Laborreihe blieben sieben Heue trotz durchschnittlich 27 Prozent Verlust über der Obergrenze von 100 Gramm wasserlöslicher Kohlenhydrate je Kilogramm Trockenmasse, die dieselben Autoren für gefährdete Tiere nennen. Ein europäisches Konsensdokument stellt zudem nicht den Zucker, sondern die Insulindysregulation in den Mittelpunkt der endokrinen Hufrehe und nennt für das Futter eine Zielgrösse von unter 10 Prozent Nichtstrukturkohlenhydraten. Ob und wie eingeweichtes Heu für ein bestimmtes Pferd in Frage kommt, gehört in die betreuende Tierarztpraxis, gestützt auf eine Analyse der Partie.
Verliert das Heu beim Einweichen auch Eiweiss und Mineralstoffe?
Mineralstoffe ja, beim Eiweiss kommt es auf die gemessene Grösse an. Mehrere Arbeiten fanden ausgewaschene wasserlösliche Mineralstoffe, eine davon zusätzlich 6,78 Prozent weniger verdauliche Energie. Das gesamte Rohprotein blieb in den englischen Laborreihen unverändert, während eine deutsche Arbeit die rechnerisch präzäkal verdauliche Eiweissfraktion um 35 Prozent fallen sah. Das ist kein echter Widerspruch: Die eine Zahl beschreibt die Gesamtmenge, die andere den Anteil, der vor dem Dickdarm aufgenommen werden kann. Gemessen wurde diese Fraktion allerdings am Futter und nicht am Pferd.
Kann ich das Heu morgens einweichen und abends füttern?
Die Daten sprechen dagegen. In einem Versuch mit fünfzehn Minuten Einweichzeit nahmen Bakterien, Schimmelpilze und Hefen im eingeweichten Heu nach sechs, zwölf und vierundzwanzig Stunden Lagerung zu, und zwar sowohl bei 10 als auch bei 25 Grad. Eingeweichtes Heu verhält sich damit wie ein Frischprodukt und nicht wie trockenes Heu. Bereits das Einweichen selbst erhöhte in einer anderen Laborreihe die Bakterienzahl etwa auf das Sechsfache. Wie lange eine bestimmte Portion in einem bestimmten Stall vertretbar steht, lässt sich aus diesen Versuchen nicht ableiten.
Ist Bedampfen besser als Einweichen?
Für die Hygiene ja, für den Zucker nein. Bedampfen senkte in einer Laborreihe die Bakterien auf rund tausend und die Schimmelpilze auf zwei koloniebildende Einheiten je Gramm, veränderte den Zuckergehalt aber praktisch nicht; Einweichen senkte den Zucker und liess die Bakterienzahl steigen. Nur die Abfolge Einweichen und anschliessendes Bedampfen senkte beides. In einem weiteren Versuch senkte Bedampfen die wasserlöslichen Kohlenhydrate nur in einem von zwei Heuen. Wer Staub und Schimmel im Blick hat, wählt anders als jemand, der den Zucker senken muss.
Quellen
Longland AC, Barfoot C, Harris PA. Effects of soaking on the water-soluble carbohydrate and crude protein content of hay. The Veterinary Record, 2011 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1136/vr.d157 Einweichen entzog im Mittel 27 Prozent der wasserlöslichen Kohlenhydrate mit einer Spannweite von 6 bis 54 Prozent, doch sieben Heue lagen danach immer noch über der als Obergrenze vorgeschlagenen Grenze von 100 Gramm je Kilogramm Trockenmasse, während sich das Rohprotein nicht bedeutsam veränderte.
Longland AC, Barfoot C, Harris PA. Effect of period, water temperature and agitation on loss of water-soluble carbohydrates and protein from grass hay: implications for equine feeding management. The Veterinary Record, 2014 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1136/vr.101820 Wassertemperatur und Bewegung, nicht die Dauer allein, bestimmten den Entzug: nach sechzehn Stunden fehlten 28 Prozent der wasserlöslichen Kohlenhydrate bei 8 Grad gegenüber 49 Prozent bei 16 Grad mit Bewegung und Spülen, wobei Fruktane deutlich stärker widerstanden als Saccharose und Glukose.
Bochnia M, Pietsch C, Wensch-Dorendorf M, Greef M, Zeyner A. Effect of Hay Soaking Duration on Metabolizable Energy, Total and Prececal Digestible Crude Protein and Amino Acids, Non-Starch Carbohydrates, Macronutrients and Trace Elements. Journal of Equine Veterinary Science, 2021 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.jevs.2021.103452 Schon fünfzehn Minuten senkten fast alle gemessenen Nährstoffe bedeutsam und eine längere Einweichzeit entzog nicht mehr, doch dieselben fünfzehn Minuten kosteten 5 bis 15 Prozent der umsetzbaren Energie und 35 Prozent des rechnerisch präzäkal verdaulichen Eiweisses samt Aminosäuren.
Moore-Colyer M, Longland A, Harris P, Zeef L, Crosthwaite S. Mapping the bacterial ecology on the phyllosphere of dry and post soaked grass hay for horses. PLoS One, 2020 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0227151 Auswaschung und Bakterienwachstum verliefen uneinheitlich und nicht vorhersagbar und hingen nicht zusammen: die mittleren Verluste betrugen 18, 38 und 42 Prozent nach anderthalb, neun und sechzehn Stunden, wobei die Streuung bei den längeren Zeiten so gross war wie der Mittelwert selbst.
Moore-Colyer MJ, Lumbis K, Longland A, Harris P. The effect of five different wetting treatments on the nutrient content and microbial concentration in hay for horses. PLoS One, 2014 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0114079 Neun Stunden Einweichen senkten die wasserlöslichen Kohlenhydrate von 126 auf 79 bis 83 Gramm je Kilogramm Trockenmasse, vervielfachten aber die Bakterienzahl etwa auf das Sechsfache, während Bedampfen die Keime senkte und den Zucker unangetastet liess; nur die Abfolge Einweichen und Bedampfen senkte beides.
Daniels S, Hepworth J, Moore-Colyer M. The haybiome: Characterising the viable bacterial community profile of four different hays for horses following different pre-feeding regimens. PLoS One, 2020 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0242373 Die Art der Vorbereitung prägte das Bakterienprofil stärker als das Heu selbst: Einweichen erhöhte den Anteil gramnegativer Bakterien und verringerte die Vielfalt, Hochtemperaturdampf senkte die lebenden Keime ohne Vielfaltsverlust, wobei der Schluss auf einem mikrobiologischen und nicht auf einem klinischen Merkmal beruht.
Glatter M, Bochnia M, Wensch-Dorendorf M, Greef JM, Zeyner A. Feed Intake Parameters of Horses Fed Soaked or Steamed Hay and Hygienic Quality of Hay Stored following Treatment. Animals, 2021 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.3390/ani11092729 Eingeweichtes Heu war nicht lagerstabil, da Bakterien, Schimmelpilze und Hefen nach sechs, zwölf und vierundzwanzig Stunden bei 10 und 25 Grad zunahmen, und es wurde von sechs Warmblutstuten schlechter angenommen als unbehandeltes oder bedampftes Heu.
Argo CM, Dugdale AH, McGowan CM. Considerations for the use of restricted, soaked grass hay diets to promote weight loss in the management of equine metabolic syndrome and obesity. The Veterinary Journal, 2015 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2015.07.027 Das Einweichen wusch so viel Trockenmasse und Nährstoffe aus, dass statt der geplanten 1,25 Prozent des Körpergewichts nur rund 1 Prozent ankam, entsprechend 64 Prozent des Erhaltungsbedarfs und einer um 23,5 Prozent schärferen Restriktion als beabsichtigt.
Carslake HB, Argo CM, Pinchbeck GL, Dugdale AHA, McGowan CM. Insulinaemic and glycaemic responses to three forages in ponies. The Veterinary Journal, 2018 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2018.03.008 Bei gleicher Trockenmasse löste eingeweichtes Heu die niedrigste Insulinantwort aus, trockenes Heu knapp die dreifache und Anwelksilage rund die sechsfache, während sich die Glukoseantwort kaum unterschied; dies ist der einzige randomisierte Versuch, der eingeweichtes und trockenes Heu direkt vergleicht.
McGowan CM, Dugdale AH, Pinchbeck GL, Argo CM. Dietary restriction in combination with a nutraceutical supplement for the management of equine metabolic syndrome in horses. The Veterinary Journal, 2013 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2012.10.007 Randomisiert wurde ein Zusatz und nicht das Einweichen, das beide Gruppen erhielten; verwertbar bleibt die Messung am Heu mit 38 Prozent weniger Nichtstrukturkohlenhydraten und 6,78 Prozent weniger verdaulicher Energie sowie der Befund, dass die Besserung der Insulinempfindlichkeit an Ausgangslage und Gewichtsverlust hing.
Owens TG, Barnes M, Gargano VM, Julien L, Shoveller AK. Nutrient content changes from steaming or soaking timothy-alfalfa hay: effects on feed preferences and acute glycemic response in Standardbred racehorses. Journal of Animal Science, 2019 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1093/jas/skz252 Dreissig Minuten Einweichen senkten lösliches Protein, Nichtstrukturkohlenhydrate und Kalium, doch die akute Glukoseantwort der gesunden Traberpferde änderte sich weder durch Einweichen noch durch Bedampfen, und vom eingeweichten Heu frassen die Pferde weniger.
Ivester KM, Ni JQ, Couetil LL, Peters TM, Park JH. A wearable real-time particulate monitor demonstrates that soaking hay reduces dust exposure. Equine Veterinary Journal, 2025 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.14425 In der Atemzone von zehn Pferden senkte eingeweichtes Heu die Partikelbelastung um mehr als die Hälfte, in den ersten zwanzig Minuten für die feinsten Partikel von 160 auf 53 Mikrogramm je Kubikmeter, wobei die Autorinnen und Autoren selbst festhalten, dass kein Gesundheitsmerkmal erhoben wurde.
Westerfeld R, Payette F, Dubuc V, Manguin E, Leclere M. Effects of soaked hay on lung function and airway inflammation in horses with severe asthma. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2024 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16919 Fünfundvierzig Minuten eingeweichtes Heu, mit Entfernen des ausgetrockneten Heus zwischen den Mahlzeiten, hielt bei zehn Pferden mit schwerem Asthma die Atemwegsobstruktion unter Kontrolle, doch die Autorinnen und Autoren halten dieses strikte Vorgehen für viele Halterinnen und Halter selbst für zu aufwendig.
Clements JM, Pirie RS. Respirable dust concentrations in equine stables. Part 2: the benefits of soaking hay and optimising the environment in a neighbouring stable. Research in Veterinary Science, 2007 (Andere | Pferd)DOI 10.1016/j.rvsc.2006.12.003 Einweichen senkte die einatembare Staubkonzentration in der Atemzone bedeutsam, ohne dass längeres Wässern einen weiteren Vorteil brachte, und die Bedingungen in der benachbarten Box veränderten die Belastung mit, was den Effekt einer Einzelmassnahme relativiert.
Maier I, Kienzle E. A Meta-Analysis on Quantitative Sodium, Potassium and Chloride Metabolism in Horses and Ponies. Animals, 2025 (Meta-Analyse | Pferd)DOI 10.3390/ani15020191 Diese Auswertung von 33 Studien betrifft den Elektrolythaushalt und nicht das Einweichen; verwertbar ist allein der Befund, dass Ponys mit später festgestellter Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse Kalium schlechter verdauten, was die Autorinnen bei eingeweichtem Heu zu bedenken geben.
Durham AE, Frank N, McGowan CM, Menzies-Gow NJ. ECEIM consensus statement on equine metabolic syndrome. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2019 (Fachempfehlung | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15423 Das Konsensdokument stellt die Insulindysregulation und nicht den Zucker in den Mittelpunkt der endokrinen Hufrehe, beziffert den Nährstoffverlust bei sieben bis sechzehn Stunden Einweichen mit 24 bis 43 Prozent, nennt für das Futter unter 10 Prozent Nichtstrukturkohlenhydrate und rät bei warmer Witterung zu höchstens ein bis zwei Stunden.
Diez de Castro E, Fernandez-Molina JM. Environmental Management of Equine Asthma. Animals, 2024 (Andere | Pferd)DOI 10.3390/ani14030446 Diese erzählende Übersicht hält fest, dass Einweichen und Bedampfen die hygienische Qualität verbessern, aber den Nährwert senken und deshalb einen Ausgleich verlangen, und dass der kritischste Punkt der Umweltkontrolle die Umsetzungstreue der Halterinnen und Halter ist.
Earing JE, Hathaway MR, Sheaffer CC, Hetchler BP, Martinson KL. Effect of hay steaming on forage nutritive values and dry matter intake by horses. Journal of Animal Science, 2013 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.2527/jas.2013-6333 Bedampfen senkte die wasserlöslichen Kohlenhydrate nur im stärker verschimmelten der beiden Heue um 13 Prozent und im wenig verschimmelten gar nicht, reduzierte die Schimmelpilze aber in beiden um mindestens 91 Prozent und verdreifachte die Aufnahme des wenig verschimmelten Heus.
Longland AC, Dhanoa MS, Harris PA. Comparison of a colorimetric and a high-performance liquid chromatography method for the determination of fructan in pasture grasses for horses. Journal of the Science of Food and Agriculture, 2012 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1002/jsfa.5555 Das günstige Farbverfahren unterschätzte den Fruktangehalt von Weidegräsern systematisch gegenüber der Flüssigchromatographie, im Mittel 82 gegenüber 154 Gramm je Kilogramm Trockenmasse, und taugt laut den Autoren nicht als Ersatz: der Fruktanwert einer Analyse hängt an der Labormethode.
Borer KE, Bailey SR, Menzies-Gow NJ, Harris PA, Elliott J. Effect of feeding glucose, fructose, and inulin on blood glucose and insulin concentrations in normal ponies and those predisposed to laminitis. Journal of Animal Science, 2012 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.2527/jas.2011-4236 Die drei Zucker wirkten unterschiedlich: Glukose trennte zuvor an Hufrehe erkrankte Ponys am deutlichsten von gesunden, Fruktose löste schwächere Ausschläge aus und Inulin als Fruktan nur minimale Veränderungen von Glukose und Insulin, wobei die Antwort im Herbst stärker ausfiel.