Glossar
Pars-intermedia-Dysfunktion der Hypophyse (PPID).
Kurzantwort
Die Pars-intermedia-Dysfunktion der Hypophyse ist eine altersassoziierte Erkrankung, bei der die dämpfende Steuerung eines bestimmten Hypophysenabschnitts durch das Gehirn nachlässt. Der betroffene Abschnitt vergrössert sich und gibt vermehrt Hormone ab. Typische Anzeichen sind ein langes, spät wechselndes Fell, Muskelabbau und eine erhöhte Neigung zu Hufrehe.
Der historische Name equines Cushing-Syndrom führt in die Irre. Beim Menschen entsteht der Morbus Cushing im Vorderlappen der Hypophyse und ist von Cortisol geprägt. Beim Pferd betrifft die Störung den Mittellappen, dessen Zellen normalerweise durch Dopamin gebremst werden: der Mechanismus ist ein anderer, und ein stark erhöhter Cortisolwert gehört nicht zum Bild.
Für die Labordiagnostik ist die Jahreszeit entscheidend. Die Hormonwerte steigen bei gesunden Pferden im Spätsommer und Herbst physiologisch an, weshalb Referenzbereiche saisonal angepasst werden. Ein einzelner Wert ohne Datum ist kaum interpretierbar. Erschwerend kommt hinzu: das Equines Metabolisches Syndrom zeigt teilweise dieselben Merkmale und kann gleichzeitig bestehen.
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