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Erste Anzeichen von Hufrehe: was Digitalpuls und Hufwärme wirklich leisten

Beidseitige Lahmheit vorne trennt Hufrehe am stärksten von anderer Lahmheit, der Digitalpuls folgt: was die Studien zu Frühzeichen hergeben.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

10 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Stilisierter Laengsschnitt durch einen Pferdehuf: weisse Knochen, petrolfarbene Hufwand und ein korallenroter Streifen dazwischen, auf elfenbeinfarbenem Grund.

Zusammenfassung

Hufrehe kündigt sich nicht durch ein einzelnes verlässliches Zeichen an. In britischen Praxisdaten trennte eine beidseitige Lahmheit der Vordergliedmassen Hufrehe am deutlichsten von anderer Lahmheit, gefolgt vom verstärkten Digitalpuls; zusammen erfassten beide neunundneunzig von hundert Fällen. Diese Zahlen stammen aus dem Vergleich mit bereits lahmen Pferden. Wie früh ein Zeichen erscheint, hat bislang keine Studie beziffert.

22Primärquellen
23 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
1998–2025Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • In einer britischen Auswertung von 588 tierärztlich bestätigten Hufrehefällen gegenüber 201 anders lahmen Pferden war die beidseitige Lahmheit vorne das stärkste Einzelzeichen: 92 von 100 Pferden, die sie zeigten, hatten Hufrehe.
  • Zusammen mit einem verstärkten Digitalpuls erfasste dieses Zeichenpaar 99 Prozent der Hufrehefälle jener Untersuchung. Beide Werte gelten für einen Vergleich unter lahmen Pferden, nicht für ein Pferd, das unauffällig läuft.
  • Rund 45 Prozent der tierärztlich bestätigten Fälle waren von den Haltenden nicht als Hufrehe erkannt worden; gerufen wurde wegen unklarer Lahmheit, vermutetem Hufabszess, Kolik oder Steifheit.
  • Das früheste messbare Signal liegt nicht im Huf: bei 374 nie erkrankten Ponys ging der oberste Bereich des Nüchterninsulins mit 69 Prozent Hufrehe innerhalb von vier Jahren einher, gegenüber 6 Prozent im tiefsten Bereich.
  • Keine in dieser Recherche gefundene Studie beziffert, wie viel Zeit zwischen dem ersten sichtbaren Zeichen und der Schädigung des Aufhängeapparats liegt.

Was bei Hufrehe geschieht, und wie oft sie vorkommt

Hufrehe betrifft nicht den Huf als Ganzes, sondern eine schmale Zone darin: die ineinandergreifenden Blättchen, die das Hufbein an der inneren Hufwand aufhängen. Versagt diese Verbindung, verschiebt sich das Hufbein gegenüber der Wand. Das erklärt zweierlei: warum die Erkrankung meist mehrere Hufe gleichzeitig trifft, und warum sie so schmerzhaft ist. Betroffen ist ein tragendes Gewebe unter voller Last.

Wie häufig Hufrehe ist, lässt sich erstaunlich schlecht sagen. Eine systematische Übersichtsarbeit sichtete 69 Publikationen und behielt 10 als brauchbar. Die darin berichteten Häufigkeiten reichten von 1,5 bis 34 Prozent, und die Autoren halten ausdrücklich fest, dass ein Vergleich dieser Zahlen untereinander unzulässig wäre, weil sie unterschiedliche Ursachen und Populationen betreffen. Diese Spannweite ist also keine Prävalenz, sondern das Eingeständnis einer Wissenslücke.

Belastbarer ist eine prospektive britische Kohorte mit 1'070 Pferden und Ponys, in der über gut zwei Jahre 123 Reheschübe bei 97 Tieren erfasst wurden. Ein erster Schub trat mit einer Häufigkeit von rund 9,6 Fällen pro 100 Pferdejahren auf, mit Rückfällen bei 11,5. Ein Nebenbefund verdient dabei Beachtung: Nur gut die Hälfte der gemeldeten Schübe wurde überhaupt tierärztlich diagnostiziert. Auswertungen, die allein tierärztliche Fälle zählen, unterschätzen die tatsächliche Häufigkeit somit systematisch.

Welche Zeichen Hufrehe am deutlichsten von anderer Lahmheit trennen

Die bislang einzige Arbeit, die Frühzeichen gegeneinander gewichtet, stammt aus der britischen Erstversorgung. Verglichen wurden 588 tierärztlich diagnostizierte Hufrehefälle mit 201 Pferden, die aus einem anderen Grund lahm waren. Fünf Zeichen unterschieden sich zwischen beiden Gruppen um mehr als 50 Prozentpunkte in ihrer Häufigkeit; für weitere Zeichen gibt die Arbeit an, wie stark sie mit Hufrehe zusammenhängen.

Am stärksten trennte die beidseitige Lahmheit der Vordergliedmassen: Bei Pferden, die sie zeigten, war die Chance auf Hufrehe rund 40-mal höher als bei den übrigen, und 92 von 100 dieser Pferde hatten tatsächlich Hufrehe. Ein verstärkter Digitalpuls folgte mit einer rund 13-fach erhöhten Chance. Traten beide Zeichen zusammen auf, liessen sich 99 Prozent der Hufrehefälle dieser Untersuchung erfassen.

Klinische Zeichen im Vergleich zwischen 588 Hufrehefällen und 201 aus anderem Grund lahmen Pferden, geordnet nach der Stärke des Zusammenhangs.
ZeichenChance auf Hufrehe gegenüber anders lahmen Pferden
Beidseitige Lahmheit der Vordergliedmassenrund 40-fach
Verlagern des Gewichts zwischen den Gliedmassenrund 18-fach
Schwierigkeit beim Wendenrund 17-fach
Flache oder vorgewölbte Sohlerund 15-fach
Verstärkter Digitalpulsrund 13-fach
Kurzer, steifer Gang im Schrittrund 9-fach
Widerwille, vorwärts zu gehenrund 4-fach

Kann ich damit selbst prüfen, ob es Hufrehe ist?

Nein. Alle Vergleichspferde dieser Studie waren bereits lahm, und die Zeichen wurden von Tierärztinnen und Tierärzten auf einer Liste angekreuzt. Die Zahlen sagen deshalb, wie gut ein Zeichen Hufrehe von anderen Lahmheitsursachen trennt, und gerade nicht, was es bei einem unauffällig laufenden Pferd bedeutet. Die Autoren nennen ihre Arbeit ausdrücklich eine erste Evidenzbasis, keinen geprüften Test.

Der Digitalpuls: physiologisch gestützt, methodisch kaum geprüft

Der Digitalpuls ist das Pulsieren der Arterien, die seitlich über die Fessel zum Huf ziehen. Dass ein tastbar verstärkter Puls tatsächlich etwas abbildet, ist belegt. Eine Doppler-Untersuchung an 42 Pferden fand bei Tieren mit systemischer Entzündungsreaktion einen deutlich höheren Blutfluss in der seitlichen Zehenarterie, wenn der Puls tastbar verstärkt war, als bei jenen ohne. Bei den bereits rehekranken Pferden war zusätzlich der Durchmesser dieser Arterie grösser.

Auch im Versuch zeigt sich das Zeichen. In einem randomisierten Modell, in dem bei jungen Standardbred-Pferden über 48 Stunden ein hoher Insulinspiegel aufrechterhalten wurde, entwickelten alle vier behandelten Tiere eine Hufrehe und wiesen dabei deutliche Digitalpulse auf, während die vier Kontrolltiere unauffällig blieben.

Wie zuverlässig ist die Beurteilung eines solchen Zeichens?

Das ist die offene Flanke des Themas. Für den Digitalpuls selbst wurde in dieser Recherche keine Untersuchung zur Übereinstimmung zwischen verschiedenen Untersuchenden gefunden. Geprüft wurde bislang nur die Schweregradskala der Rehelahmheit: Dort stimmte dieselbe Tierärztin mit sich selbst lediglich mässig überein, verschiedene Tierärzte untereinander etwas besser.

Diese Zahlen stammen aus einer Arbeit, in der 25 Ponys zweimal beurteilt und anschliessend 13 Videoaufnahmen von 58 erfahrenen Pferdetierärztinnen und Pferdetierärzten unabhängig eingestuft wurden. Fasste man die vier Schweregrade zu den drei Stufen gesund, leicht und schwer zusammen, verbesserte sich die Übereinstimmung deutlich. Wenn schon die etablierte Skala nur mässig reproduzierbar ist, sollte man von einem getasteten Puls keine höhere Genauigkeit erwarten.

Hufwärme: zwei Untersuchungen, zwei Richtungen

Warme Hufe gelten als klassisches Frühzeichen, und Haltende berichten sie häufiger als Tierärztinnen und Tierärzte. Gemessen wurde die Hufwärme allerdings selten, und die beiden Arbeiten, die es getan haben, weisen in verschiedene Richtungen.

In einem Fütterungsmodell von 1998 erhielten 13 von 21 Standardbred-Pferden eine Stärkeüberladung. Zwischen der zwölften und der zweiunddreissigsten Stunde danach war die Huftemperatur der einzige Messwert, der die später rehekranken Tiere von den übrigen trennte. Der Befund ist real, seine Reichweite aber eng: Gemessen wurde mit einem durchlaufenden Temperaturschreiber, in einer auf zehn Grad gekühlten Klimakammer, also vor dem Hintergrund einer kältebedingten Gefässverengung. Über den Wert einer Hand am Huf im Stall sagt das nichts.

Die einzige gefundene Arbeit zur diagnostischen Aussagekraft der Wärmebildkamera beim lahmen Pferd kommt zum gegenteiligen Ergebnis. Bei 36 lahmheitsfreien und 119 lahmen Pferden unterschieden sich Hufrollenerkrankung, Huflederhautentzündung und Sehnenerkrankung deutlich von den Gesunden, ausgerechnet die Hufrehe jedoch nicht. Die wahrscheinlichste Erklärung steht in der Methode: Gemessen wurde die Temperaturdifferenz zwischen linkem und rechtem Vorderbein. Ein Pferd, das vorne beidseits erkrankt ist, bleibt in diesem Vergleich symmetrisch und damit unsichtbar.

Was am Stall tatsächlich gesehen wird

Wie gut Frühzeichen im Alltag ankommen, wurde an 93 tierärztlich bestätigten Hufrehefällen aus 25 britischen Praxen untersucht. Das Ergebnis hat zwei Seiten. Jeder Verdacht, den eine Halterin oder ein Halter äusserte, bestätigte sich: 51 von 51. Gleichzeitig waren 42 der 93 Fälle, also gut 45 Prozent, nicht als Hufrehe erkannt worden. Gerufen wurde stattdessen wegen unklarer Lahmheit, eines vermuteten Hufabszesses, einer Kolik oder wegen Steifheit.

Aufschlussreich ist auch, wer was sieht. Haltende berichteten häufiger warme Hufe, Tierärztinnen und Tierärzte häufiger Schwierigkeiten beim Wenden, das Verlagern des Gewichts und den Ernährungszustand. In den erkannten Fällen waren divergierende Hufringe deutlich häufiger dokumentiert als in den nicht erkannten, ebenso der Rassetyp. Wer bereits ein Risikopferd vor sich sah, deutete dieselben Zeichen anders.

Wie gross die Lücke werden kann, zeigt eine Untersuchung an 38 Pferden mit gesicherter Erkrankung der Hirnanhangsdrüse. Die Besitzenden berichteten bei 37 Prozent eine Hufrehe, im Röntgenbild fand sie sich bei 76 Prozent. Die Erkennung stieg mit der Schwere der Insulinerhöhung. Die leisen Formen fallen also gerade dort durch das Raster, wo sie am häufigsten sind.

In der prospektiven Kohorte von 1'070 Tieren waren die am häufigsten gemeldeten Zeichen weder Puls noch Wärme, sondern zwei Bewegungsmerkmale: Schwierigkeiten beim Wenden sowie ein kurzer, steifer oder lahmer Gang, beide bei über 70 Prozent der Schübe. Vorne beidseits betroffen waren rund 63 Prozent der Episoden. Drei Viertel der betroffenen Tiere hatten bereits früher eine Hufrehe durchgemacht.

Warum „früh“ hier eine Frage ohne belastbare Antwort ist

Die naheliegendste Frage lautet, wie viel Zeit zwischen dem ersten sichtbaren Zeichen und dem Schaden am Aufhängeapparat liegt. Darauf gibt die Literatur keine Antwort. In dieser Recherche wurde keine Untersuchung gefunden, die diesen Abstand beziffert. Was kursiert, sind Zahlen aus Versuchsmodellen, und die messen etwas anderes.

Bei neun gesunden Ponys, denen über längere Zeit Insulin verabreicht wurde, trat an allen vier Hufen nach durchschnittlich rund 55 Stunden eine Hufrehe zweiten Schweregrades auf. Das ist die Zeit ab Beginn der Insulinbelastung, nicht ab dem ersten Zeichen, und der gehaltene Insulinspiegel lag um ein Vielfaches über dem Ausgangswert dieser Tiere.

In dieselbe Richtung, aber deutlicher, weist eine Gewebeuntersuchung im gleichen Modell. Bereits sechs Stunden nach Beginn der Insulinbelastung waren die sekundären Blättchen verschmälert und Basalzellen abgestorben, also in einer Phase, in der klinisch noch nichts zu sehen war. Entzündungszellen und Schäden an der Basalmembran traten erst nach 24 bis 48 Stunden auf, was die Autoren als Folgeereignis und nicht als erste Ursache einordnen. Die Schädigung geht dem Zeichen voraus.

Aus natürlichen Fällen kommt derselbe Hinweis. In einer Untersuchung an 14 rehekranken Pferden mit erhöhtem Insulin hatte die Schwere der Gewebeveränderungen keinerlei Beziehung zur vom Besitzer angegebenen Krankheitsdauer und musste dieser zumindest in einem Teil der Fälle vorausgegangen sein. Die Autoren halten wiederholte, unbemerkte Schübe für die plausibelste Erklärung.

Eine Schweizer Arbeit passt dazu. An 51 alten, klinisch unauffälligen und nicht lahmen Pferden der Berner Pferdeklinik fanden sich im Röntgenbild Zeichen einer chronischen Hufrehe. Verbunden war damit ein Alter über 25 Jahre, nicht aber der Körperzustand, die Bewertung des Halskamms oder der Wert des Hypophysenhormons. Ein Pferd, das niemand für rehekrank hält, kann die Spuren bereits tragen.

Das früheste messbare Signal steht nicht im Huf

Wer wirklich früh sein will, muss vor dem Huf ansetzen. In einer Kohorte von 374 Ponys, die nie eine Hufrehe hatten und über bis zu vier Jahre halbjährlich untersucht wurden, quantifizierten zwei Blutwerte das künftige Risiko am besten: das Insulin nüchtern und das Insulin eine Stunde nach einer Zuckergabe über das Maul. In der tiefsten Gruppe des Nüchternwerts, die 70 Prozent der Ponys umfasste, erkrankten innerhalb von vier Jahren 6 Prozent, im mittleren Fünftel 22 Prozent und im obersten Zehntel 69 Prozent.

Ein zweiter Versuch stützt die Richtung. 37 Ponys erhielten nach einer Zuckerbelastung über das Maul eine stärkereiche Ration. Bei den Tieren mit der niedrigsten Insulinantwort trat keine Hufrehe auf, im mittleren Bereich bei gut einem Drittel, im höchsten bei sechs von sieben Ponys.

Bemerkenswert ist, was in beiden Arbeiten gerade nicht trug. Ein erhöhter Wert des Hypophysenhormons ACTH ohne klinische Anzeichen einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse war nur schwach mit Hufrehe verbunden, und in der Ponykohorte war dieses Hormon nicht eigenständig mit dem Risiko assoziiert. Das gängige Bild, wonach diese Hormonstörung als solche die Hufrehe erklärt, greift zu kurz.

Dazu passt ein Sektionsbefund: Bei 16 Pferden mit gesicherter Erkrankung der Hirnanhangsdrüse waren die Blättchen jener zehn Tiere, die keine Hufrehe hatten, mikroskopisch unauffällig, und alle sechs rehekranken Tiere hatten ein erhöhtes Insulin. In einer finnischen Fallserie von 36 Rehepferden fand sich bei rund 89 Prozent eine hormonelle Grunderkrankung. Wie stark eine bestehende Insulinstörung wiegt, zeigt schliesslich der Kontrollarm eines Versuchs an insulingestörten Ponys: Unter einer stärkereichen Ration entwickelten 14 von 37 unbehandelten Tieren eine Hufrehe.

Risikofaktoren, Jahreszeit und der Weg zur Diagnose

Die verbreitete Erzählung von der Frühlingsweide hält den Daten nur teilweise stand. In einer Fall-Kontroll-Studie mit 191 Rehefällen und 819 Vergleichspferden waren gegenüber dem Frühling die Sommer- und die Wintermonate mit erhöhtem Risiko verbunden. Dazu kamen eine Gewichtszunahme in den vorangegangenen drei Monaten, ein neuer Weidezugang in den letzten vier Wochen, Boxenruhe in der Vorwoche, eine frühere Hufrehe, Empfindlichkeit nach dem Beschlagen oder Ausschneiden, eine bereits bekannte hormonelle Erkrankung und ein zunehmender Abstand zur letzten Wurmbehandlung. Die prospektive Kohorte fand zwischen den Jahreszeiten überhaupt keinen bedeutsamen Unterschied in der Häufigkeit.

Einige Ergebnisse derselben Studie widersprechen der Erwartung: Zunehmende Körpergrösse, Ergänzungsfutter und ein kürzlicher Transport gingen mit geringerem Risiko einher, ohne dass sich das mechanistisch erklären liesse. Solche Befunde sind ein guter Anlass, Fall-Kontroll-Daten als Zusammenhänge zu lesen und nicht als Ursachen.

Wie schwach das Feld insgesamt aufgestellt ist, hält eine systematische Übersichtsarbeit fest: 17 vollständig bewertete Publikationen, davon 6 mit der zuverlässigsten Information, und ein Gesamtbild, das die Autoren als uneinheitlich bezeichnen. Gut gestützt ist allein der Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und chronischer Hufrehe. Geschlecht, Rasse und Gewicht blieben widersprüchlich.

Gesichert wird die Diagnose über die tierärztliche Untersuchung und das Röntgenbild. Eine Arbeit von 2025 an 126 Aufnahmen von 50 Pferden zeigt, dass die Aufhellungszone zwischen innerer Hufwand und Hufbein akute Fälle brauchbar von gesunden trennt, deutlich besser als die klassischen Messungen entlang der äusseren Wand. Auch diese Messung wurde jedoch an Pferden vorgenommen, die bereits als rehekrank galten. Sie sichert und stuft ein, sie sucht nicht.

Prüfstand der Hufrehe-Frühzeichen: was geprüft wurde und was offen bleibt

Eigene Auswertung

Für jedes Zeichen wurde das methodisch stärkste in dieser Recherche gefundene Studiendesign eingetragen, dazu die Gruppe, gegen die verglichen wurde, und in der letzten Spalte die Prüfung, die für dieses Zeichen bisher fehlt.
Zeichen oder MessgrösseBestes gefundenes DesignVerglichen wurde mitWas daraus gestützt istWas bisher nicht geprüft ist
Beidseitige Lahmheit der VordergliedmassenQuerschnittsstudie mit 588 FällenPferden, die aus anderem Grund lahm warenStärkstes Einzelzeichen dieser UntersuchungBedeutung bei einem Pferd, das nicht lahmt; Übereinstimmung zwischen Untersuchenden
Verstärkter DigitalpulsQuerschnittsstudie, dazu Doppler-Messung und randomisiertes InsulinmodellAnders lahmen Pferden sowie unbehandelten KontrolltierenDass der Tastbefund eine reale Durchblutungsänderung abbildetÜbereinstimmung zwischen zwei Personen, die denselben Puls tasten
Warme HufeFütterungsmodell mit durchlaufender Temperaturmessung, dazu eine WärmebildstudieNicht erkrankten Versuchstieren sowie lahmheitsfreien PferdenTemperaturanstieg im Modell zwischen der zwölften und der zweiunddreissigsten StundeWert der Handprobe im Stall; die Wärmebildstudie fand bei Hufrehe keinen Unterschied
Schwierigkeit beim WendenQuerschnittsstudie und prospektive KohorteAnders lahmen PferdenHäufigstes von Haltenden gemeldetes ZeichenOb es früher auftritt als die übrigen Zeichen
Divergierende HufringeQuerschnittsstudie an 93 Fällen, ausserdem im Modell der Ponykohorte enthaltenFällen, die nicht als Hufrehe erkannt wurdenHäufiger dokumentiert, wo die Haltenden die Hufrehe erkanntenOb sie einen laufenden Schub anzeigen oder einen vergangenen
NüchterninsulinProspektive Kohorte über vier JahrePonys derselben Kohorte in tieferen WertebereichenStarke Abstufung des Risikos über mehrere JahreÜbertragbarkeit auf andere Messverfahren, Rassen und Regionen
Insulin nach Zuckergabe über das MaulProspektive Kohorte und FütterungsversuchPonys mit niedrigerer InsulinantwortAbstufung des Risikos, bevor am Huf etwas sichtbar istAussagekraft ausserhalb der untersuchten Ponypopulationen
Aufhellungszone im RöntgenbildRückblickende Auswertung von 126 AufnahmenGesunden Pferden derselben KlinikTrennung akuter Fälle von GesundenEignung als Suchtest bei noch unauffälligen Pferden

Grenzen und Unsicherheiten

  • Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf der Ebene systematische Übersichtsarbeit, Metaanalyse oder randomisierter Versuch abzustützen, ist hier nicht erfüllbar: Nur fünf der verwendeten Arbeiten erreichen diese Ebene. Das Feld besteht überwiegend aus Querschnitts-, Fall-Kontroll- und Kohortenstudien sowie aus Induktionsmodellen an kleinen Tierzahlen.
  • Die Gewichtung der klinischen Zeichen stammt aus einer einzigen Querschnittsstudie, die nie extern bestätigt wurde. Ihre Vergleichsgruppe bestand ausschliesslich aus lahmen Pferden, die Zeichen wurden ohne Prüfung der Übereinstimmung zwischen Untersuchenden angekreuzt, und die Veröffentlichung nennt nur Zeichen oberhalb einer Schwelle von 50 Prozentpunkten. Aus dem Fehlen eines Zeichens in dieser Liste folgt nicht, dass es nicht erhoben wurde.
  • Für den Digitalpuls und für die Hufwärme wurde keine Untersuchung zur Übereinstimmung zwischen verschiedenen Untersuchenden gefunden. Beide gelten als klassische Frühzeichen, ohne dass ihre Beurteilung am lebenden Pferd je auf Reproduzierbarkeit geprüft worden wäre.
  • Die Insulinwerte stammen aus Ponykohorten und aus Fütterungsversuchen mit vorgegebener Ration. Die Autorinnen und Autoren halten ausdrücklich fest, dass die Zahlen nicht für andere Messverfahren, andere Rassen, andere Regionen oder andere Haltungsformen gelten.
  • Keine der gefundenen Arbeiten beziffert den Abstand zwischen dem ersten sichtbaren Zeichen und einer messbaren Schädigung. Die oft zitierten Stundenangaben stammen aus Induktionsmodellen und messen die Zeit ab Beginn einer künstlich erzeugten Insulinbelastung.
  • Die Feld- und Praxisdaten stammen fast vollständig aus Grossbritannien, die Modelle aus Australien und Finnland. Die einzige Schweizer Arbeit umfasst 51 alte Pferde, definiert Hufrehe rein röntgenologisch und hat das Insulin nicht ausgewertet.

Offene Fragen

  • Wie gut stimmen zwei erfahrene Personen überein, die denselben Digitalpuls tasten, und wie gut stimmt dieselbe Person mit sich selbst überein?
  • Wie viel Zeit vergeht zwischen dem ersten am Pferd sichtbaren Zeichen und einer messbaren Schädigung der Blättchen?
  • Wie häufig sind unbemerkte, wiederholte Schübe, und lassen sie sich am lebenden Pferd nachweisen statt erst in der Sektion?
  • Behalten die an Ponys gewonnenen Insulinbereiche ihre Aussagekraft bei Grosspferden und unter mitteleuropäischen Haltungsbedingungen?

Häufige Fragen

Mein Pferd hat warme Hufe. Ist das schon Hufrehe?

Aus warmen Hufen allein folgt keine Diagnose. Hufe schwanken im Alltag stark in ihrer Temperatur, und die einzige Untersuchung zur Wärmebildkamera beim lahmen Pferd fand ausgerechnet bei Hufrehe keinen bedeutsamen Unterschied zu gesunden Tieren, sehr wahrscheinlich weil sie die Differenz zwischen linkem und rechtem Vorderbein mass und eine beidseitige Erkrankung darin symmetrisch bleibt. In einem Fütterungsmodell war die Huftemperatur zwischen der zwölften und der zweiunddreissigsten Stunde zwar der einzige trennende Messwert, erhoben allerdings mit einem durchlaufenden Schreiber in einer gekühlten Kammer. Kommen zur Wärme eine steife, kurze Bewegung oder eine Lahmheit vorne hinzu, gehört das in die Tierarztpraxis.

Ist ein starker Digitalpuls ein sicheres Zeichen für Hufrehe?

Sicher ist er nicht, aber er gehört zu den stärksten. In der britischen Praxisstudie war die Chance auf Hufrehe bei verstärktem Digitalpuls rund 13-mal höher als bei anders lahmen Pferden, und zusammen mit einer beidseitigen Lahmheit vorne erfasste er 99 Prozent der Fälle jener Untersuchung. Eine Doppler-Messung bestätigt, dass ein tastbar verstärkter Puls tatsächlich mit einem höheren Blutfluss einhergeht. Offen bleibt die entscheidende Frage: Wie gut zwei Personen denselben Puls gleich beurteilen, wurde bisher nicht veröffentlicht. Ein verstärkter Puls tritt zudem auch bei anderen Erkrankungen des Hufs auf.

Woran erkenne ich Hufrehe möglichst früh?

Zuverlässig früh erkennen lässt sie sich nach heutiger Datenlage nicht, und das ist die ehrlichste Antwort. In der prospektiven Kohorte waren die häufigsten gemeldeten Zeichen Schwierigkeiten beim Wenden und ein kurzer, steifer oder lahmer Gang, beide bei über 70 Prozent der Schübe. Gleichzeitig blieben in einer Praxisstudie gut 45 Prozent der bestätigten Fälle von den Haltenden unerkannt. Gewebeuntersuchungen zeigen, dass die Schädigung dem sichtbaren Zeichen vorausgeht. Wer das Risiko wirklich früh einschätzen will, kommt am Stoffwechsel nicht vorbei: Die Insulinwerte stuften das Risiko Jahre im Voraus ab.

Kommt Hufrehe wirklich vor allem im Frühling?

Nein, und die Daten widersprechen dem Bild sogar recht deutlich. In der prospektiven Kohorte mit 1'070 Pferden und Ponys fanden die Autoren zwischen den Jahreszeiten keinen bedeutsamen Unterschied in der Häufigkeit. Die Fall-Kontroll-Studie mit 191 Fällen fand gegenüber dem Frühling sogar in den Sommer- und Wintermonaten ein erhöhtes Risiko. Was in derselben Studie hervortrat, war weniger die Jahreszeit als der Wechsel: eine Gewichtszunahme in den letzten drei Monaten, ein neuer Weidezugang in den letzten vier Wochen und Boxenruhe in der Vorwoche.

Betrifft Hufrehe immer die Vorderhufe?

Nein. In der prospektiven Kohorte waren bei rund 63 Prozent der Schübe beide Vorderhufe betroffen, bei den übrigen also andere Verteilungen. Wie sich diese übrigen Episoden im Einzelnen aufteilen, gibt die Auswertung nicht her, weshalb hier kein Anteil für eine rein hintere Beteiligung genannt werden kann. Praktisch bedeutet das zweierlei: Die typische beidseitige Lahmheit vorne ist der häufigste, aber nicht der einzige Auftritt, und eine ungewöhnliche Verteilung schliesst Hufrehe nicht aus. Für die Einordnung eines einzelnen Pferdes ist die Untersuchung vor Ort massgebend.

Mein Pferd ist nicht übergewichtig. Kann es trotzdem Hufrehe bekommen?

Ja. Die systematische Übersichtsarbeit zu Risikofaktoren stuft die Befunde zu Gewicht, Rasse und Geschlecht ausdrücklich als widersprüchlich ein; gut gestützt ist nur der Zusammenhang mit zunehmendem Alter bei chronischer Hufrehe. In der Schweizer Untersuchung an 51 alten Pferden waren weder der Körperzustand noch die Bewertung des Halskamms mit röntgenologischen Rehezeichen verbunden, wohl aber ein Alter über 25 Jahre. Umgekehrt zeigten in einer finnischen Fallserie fast alle Rehepferde mit erhöhtem Insulin äussere Anzeichen von Übergewicht. Entscheidend ist offenbar die Insulinlage, nicht die Figur allein.

Quellen

  1. Wylie CE, Shaw DJ, Verheyen KLP, Newton JR. Decision-tree analysis of clinical data to aid diagnostic reasoning for equine laminitis: a cross-sectional study.. Veterinary Record, 2016 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1136/vr.103588
    Im Vergleich von 588 tierärztlich diagnostizierten Hufrehefällen mit 201 anders lahmen Pferden war die beidseitige Lahmheit der Vordergliedmassen das stärkste Einzelzeichen und der verstärkte Digitalpuls das zweitstärkste; die Autoren bezeichnen ihre Arbeit ausdrücklich als erste Evidenzbasis zur Bewertung klinischer Rehezeichen, nicht als geprüften Test.
  2. Pollard D, Wylie CE, Verheyen KLP, Newton JR. Assessment of horse owners' ability to recognise equine laminitis: A cross-sectional study of 93 veterinary diagnosed cases in Great Britain.. Equine Veterinary Journal, 2017 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.12704
    Alle 51 von Haltenden geäusserten Rehe-Verdachtsfälle wurden tierärztlich bestätigt, doch 42 der 93 Fälle waren nicht als Hufrehe erkannt worden; warme Hufe meldeten häufiger die Haltenden, Wendeschwierigkeiten und Gewichtsverlagerung häufiger die Tierärztinnen und Tierärzte.
  3. Pollard D, Wylie CE, Newton JR, Verheyen KLP. Incidence and clinical signs of owner-reported equine laminitis in a cohort of horses and ponies in Great Britain.. Equine Veterinary Journal, 2019 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13059
    In einer prospektiven Kohorte mit 1'070 Tieren und 123 Schüben gab es keinen bedeutsamen Unterschied der Häufigkeit zwischen den Jahreszeiten, und nur gut die Hälfte der Schübe wurde tierärztlich diagnostiziert, weshalb Auswertungen allein tierärztlicher Fälle die Häufigkeit unterschätzen.
  4. Wylie CE, Collins SN, Verheyen KLP, Newton JR. Risk factors for equine laminitis: a case-control study conducted in veterinary-registered horses and ponies in Great Britain between 2009 and 2011.. The Veterinary Journal, 2013 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2013.08.028
    Bei 191 Fällen und 819 Vergleichspferden waren gegenüber dem Frühling die Sommer- und Wintermonate mit erhöhtem Risiko verbunden, ebenso kürzliche Gewichtszunahme, neuer Weidezugang, Boxenruhe, frühere Hufrehe, Empfindlichkeit nach Beschlag oder Ausschneiden und eine bekannte hormonelle Erkrankung.
  5. Wylie CE, Collins SN, Verheyen KLP, Newton JR. Risk factors for equine laminitis: a systematic review with quality appraisal of published evidence.. The Veterinary Journal, 2012 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2011.10.020
    Von 17 vollständig bewerteten Publikationen galten 6 als zuverlässigste Informationsquelle; die Autoren bezeichnen die epidemiologischen Ergebnisse zur spontanen Hufrehe als uneinheitlich und sehen nur den Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und chronischer Hufrehe als gut gestützt an.
  6. Wylie CE, Collins SN, Verheyen KLP, Newton JR. Frequency of equine laminitis: a systematic review with quality appraisal of published evidence.. The Veterinary Journal, 2011 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2011.04.014
    Von 69 bewerteten Publikationen lieferten 10 die zuverlässigste Information; die berichteten Häufigkeiten von 1,5 bis 34 Prozent dürfen laut den Autoren nicht miteinander verglichen werden, weil sie unterschiedliche Ursachen betreffen, weshalb die tatsächliche Häufigkeit unbekannt bleibt.
  7. Menzies-Gow NJ, Stevens KB, Sepulveda MF, Jarvis N, Marr CM. Repeatability and reproducibility of the Obel grading system for equine laminitis.. Veterinary Record, 2010 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1136/vr.c3668
    Die etablierte Schweregradskala erreichte bei 25 Ponys und 58 beurteilenden Tierärztinnen und Tierärzten nur eine mässige Übereinstimmung einer Person mit sich selbst und eine substanzielle zwischen Personen; das Zusammenfassen zu gesund, leicht und schwer verbesserte die Übereinstimmung deutlich.
  8. Aguirre CN, Talavera J, Fernández Del Palacio MJ. Usefulness of Doppler ultrasonography to assess digital vascular dynamics in horses with systemic inflammatory response syndrome or laminitis.. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2013 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.2460/javma.243.12.1756
    Bei 42 Pferden war der Blutfluss in der seitlichen Zehenarterie bei tastbar verstärktem Digitalpuls deutlich höher als ohne, was den Tastbefund physiologisch stützt; die Autoren sehen die Doppler-Messung als ergänzendes Verfahren und nicht als Ersatz der Palpation.
  9. de Laat MA, McGowan CM, Sillence MN, Pollitt CC. Equine laminitis: induced by 48 h hyperinsulinaemia in Standardbred horses.. Equine Veterinary Journal, 2010 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.2746/042516409X475779
    Ein hoher Insulinspiegel allein löste bei allen vier behandelten Standardbred-Pferden innerhalb von 48 Stunden eine Hufrehe aus, mit deutlichen Digitalpulsen gegenüber unauffälligen Kontrolltieren; die Wandtemperatur lag höher, schwankte aber weniger als bei den Kontrollen.
  10. Asplin KE, Sillence MN, Pollitt CC, McGowan CM. Induction of laminitis by prolonged hyperinsulinaemia in clinically normal ponies.. The Veterinary Journal, 2007 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2007.07.003
    Alle fünf behandelten Ponys entwickelten nach durchschnittlich rund 55 Stunden künstlich erhöhten Insulins eine Hufrehe an allen vier Hufen, kein Kontrolltier; die Angabe misst die Zeit ab Beginn der Belastung und nicht den Abstand zwischen erstem Zeichen und Schädigung.
  11. de Laat MA, Patterson-Kane JC, Pollitt CC, Sillence MN. Histological and morphometric lesions in the pre-clinical, developmental phase of insulin-induced laminitis in Standardbred horses.. The Veterinary Journal, 2013 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2012.07.003
    In diesem Modell waren die sekundären Blättchen bereits nach sechs Stunden verschmälert und Basalzellen abgestorben, während Entzündungszellen und Schäden an der Basalmembran erst nach 24 bis 48 Stunden auftraten und von den Autoren als Folgeereignisse eingeordnet werden.
  12. Karikoski NP, McGowan CM, Singer ER, Asplin KE. Pathology of Natural Cases of Equine Endocrinopathic Laminitis Associated With Hyperinsulinemia.. Veterinary Pathology, 2015 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1177/0300985814549212
    Bei 14 rehekranken Pferden mit erhöhtem Insulin und 25 Vergleichstieren hatte die Schwere der Gewebeveränderungen keine Beziehung zur berichteten Krankheitsdauer und musste dieser zumindest teilweise vorausgegangen sein, was die Autoren als Hinweis auf wiederholte unbemerkte Schübe werten.
  13. Karikoski NP, Patterson-Kane JC, Singer ER, McFarlane D. Lamellar pathology in horses with pituitary pars intermedia dysfunction.. Equine Veterinary Journal, 2016 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.12450
    Die Ausgangsannahme der Autoren wurde von ihren eigenen Daten widerlegt: Die Blättchen der zehn Tiere mit Erkrankung der Hirnanhangsdrüse ohne Hufrehe waren normal, alle sechs rehekranken Tiere hatten erhöhtes Insulin, weshalb allein die Insulinlage mit der Gewebeveränderung einherzugehen scheint.
  14. Karikoski NP, Horn I, McGowan TW, McGowan CM. The prevalence of endocrinopathic laminitis among horses presented for laminitis at a first-opinion/referral equine hospital.. Domestic Animal Endocrinology, 2011 (Fallserie | Pferd)DOI 10.1016/j.domaniend.2011.05.004
    Unter 36 wegen Hufrehe vorgestellten Pferden lag bei rund 89 Prozent eine hormonelle Grunderkrankung vor, weshalb die Autoren bei fehlender entzündlicher oder verdauungsbedingter Ursache eine endokrinologische Abklärung empfehlen.
  15. Knowles EJ, Elliott J, Harris PA, Chang YM. Predictors of laminitis development in a cohort of nonlaminitic ponies.. Equine Veterinary Journal, 2023 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13572
    Bei 374 nie erkrankten Ponys quantifizierten das Nüchterninsulin und das Insulin eine Stunde nach oraler Zuckergabe das künftige Rehe-Risiko am besten, mit 6 gegenüber 69 Prozent Vierjahresrisiko zwischen tiefstem und höchstem Bereich, während das Hypophysenhormon ACTH nicht eigenständig damit verbunden war.
  16. Meier AD, de Laat MA, Reiche DB, Pollitt CC. The oral glucose test predicts laminitis risk in ponies fed a diet high in nonstructural carbohydrates.. Domestic Animal Endocrinology, 2018 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.domaniend.2017.10.008
    Von 37 Ponys unter stärkereicher Ration erkrankten 14, gestaffelt nach der Insulinantwort auf eine orale Zuckergabe von keinem Tier im tiefsten bis zu sechs von sieben im höchsten Bereich, während ein erhöhtes ACTH ohne klinische Anzeichen nur schwach mit Hufrehe verbunden war.
  17. Meier A, Reiche D, de Laat M, Pollitt C. The sodium-glucose co-transporter 2 inhibitor velagliflozin reduces hyperinsulinemia and prevents laminitis in insulin-dysregulated ponies.. PLoS One, 2018 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0203655
    Im unbehandelten Kontrollarm entwickelten 14 von 37 bereits insulingestörten Ponys unter stärkereicher Ration eine Hufrehe, während das Absenken des Insulins sie verhinderte; hier ist allein das Schicksal der Kontrollgruppe von Belang, die geprüfte Substanz wird bewusst nicht besprochen.
  18. Tadros EM, Fowlie JG, Refsal KR, Marteniuk J. Association between hyperinsulinaemia and laminitis severity at the time of pituitary pars intermedia dysfunction diagnosis.. Equine Veterinary Journal, 2019 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.12963
    Bei 38 Pferden mit gesicherter Erkrankung der Hirnanhangsdrüse berichteten die Besitzenden bei 37 Prozent eine Hufrehe, während sie röntgenologisch bei 76 Prozent vorlag; die Erkennung stieg mit der Schwere der Insulinerhöhung.
  19. Skelton G, Acutt E, Stefanovski D, van Eps A. Evaluation of digital radiographic measurements for the diagnosis of acute laminitis.. Equine Veterinary Journal, 2025 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.14436
    An 126 Aufnahmen von 50 Pferden trennte die Aufhellungszone zwischen innerer Hufwand und Hufbein akute Fälle gut von Gesunden; die Messung erfolgte an bereits als rehekrank eingestuften Tieren und ohne feingewebliche Bestätigung, ist also kein Suchtest.
  20. Christen G, Precht C, van der Kolk J, Fouché N. Age over 25 years, but not plasma adrenocorticotropic hormone concentration above the seasonally adjusted reference range is predictive for radiographically assessed changes of chronic laminitis in elderly horses. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 2020 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.17236/sat00283
    Bei 51 klinisch unauffälligen alten Pferden der Berner Pferdeklinik fanden sich röntgenologische Zeichen chronischer Hufrehe, verbunden mit einem Alter über 25 Jahre, nicht aber mit Körperzustand, Halskammbewertung oder dem Hypophysenhormon ACTH.
  21. Pollitt CC, Davies CT. Equine laminitis: its development coincides with increased sublamellar blood flow.. Equine Veterinary Journal Supplement, 1998 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/j.2042-3306.1998.tb05131.x
    Nach einer Stärkeüberladung war die Huftemperatur zwischen der zwölften und der zweiunddreissigsten Stunde der einzige Messwert, der später erkrankte von nicht erkrankten Pferden trennte, erhoben allerdings mit durchlaufender Messung in einer auf zehn Grad gekühlten Klimakammer.
  22. Weil M, Litzke LF, Fritsch R. [Diagnostic validity of thermography of lameness in horses].. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Grosstiere/Nutztiere, 1998 (Querschnittstudie | Pferd)PMID 9857414
    Bei 36 lahmheitsfreien und 119 lahmen Pferden unterschieden sich Hufrollenerkrankung, Huflederhautentzündung und Sehnenerkrankung deutlich von den Gesunden, die Hufrehe dagegen nicht; gemessen wurde die Temperaturdifferenz zwischen linkem und rechtem Vorderbein, worin eine beidseitige Erkrankung symmetrisch bleibt.

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