Glossar
Lahmheit.
Kurzantwort
Lahmheit bezeichnet beim Pferd eine sichtbare Störung des Gangbildes, die durch Schmerz oder durch eine mechanische Einschränkung der Bewegung entsteht. Lahmheit ist ein Befund und keine Diagnose: sie zeigt an, dass eine Struktur betroffen ist, benennt aber weder Ort noch Ursache der Störung.
Die klassische Beurteilung erfolgt subjektiv am geführten oder longierten Pferd und wird in Graden abgestuft. Verschiedene Skalen sind gebräuchlich, weshalb eine Gradangabe ohne Nennung der verwendeten Skala wenig aussagt. Die Übereinstimmung zwischen erfahrenen Untersuchenden ist besonders bei geringgradigen Lahmheiten begrenzt: genau deshalb ergänzen objektive Messsysteme heute das Auge.
Ein häufiger Trugschluss ist die Gleichsetzung von Lahmheit mit dem Ort des Schmerzes. Das Pferd verteilt sein Gewicht auf vier Gliedmassen und kompensiert, sodass ein Problem der Hinterhand ein Nicken des Kopfes erzeugen kann. Anders als beim Menschen kann das Tier nicht auf die schmerzende Stelle zeigen: die Lokalisation erfolgt über Bildgebung und diagnostische Anästhesie.
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