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Magengeschwüre beim Pferd: wie gut Verhaltenszeichen den Gastroskopie-Befund vorhersagen

Bei 80 abgeklärten Dressurpferden unterschieden sich die gemeldeten Zeichen nicht zwischen Pferden mit und ohne Magenbefund. Was Symptome wirklich hergeben.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

10 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Zusammenfassung

Verhaltenszeichen sagen weniger über den Magen aus, als ihr Ruf vermuten lässt. In einer Untersuchung an 80 Dressurpferden unterschied sich die Häufigkeit der vom Besitzer gemeldeten Zeichen nicht zwischen Pferden mit und ohne gastroskopischen Befund, und das Verschwinden der Zeichen sagte die Abheilung der Schleimhaut nicht voraus. Gemeint sind dabei zwei verschiedene Erkrankungen, die squamöse und die glanduläre Form. Die Gastroskopie bleibt die einzige Methode, die einen Befund sichert.

20Primärquellen
5 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
2006–2026Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Die Fachliteratur trennt seit 2015 zwei Erkrankungen unter einem Namen: die squamöse Form im drüsenlosen oberen Magenabschnitt und die glanduläre Form der drüsenhaltigen Schleimhaut.
  • Bei 80 zur Abklärung überwiesenen Dressurpferden unterschied sich die Häufigkeit der gemeldeten Zeichen nicht zwischen den 55 Pferden mit und den 25 Pferden ohne Befund.
  • Von 37 wegen Gurtempfindlichkeit vorgestellten Pferden hatten 12 eine Magenulzeration, 10 ein orthopädisches Problem und 3 einen schlecht angepassten Sattel.
  • Die Grundhäufigkeit ist hoch: 53 Prozent bei 201 dänischen Pferden, die ihre Besitzer für gesund hielten, und 75 bis 87 Prozent in den unbehandelten Vergleichsgruppen von sieben randomisierten Versuchen.
  • Bei 52 gastroskopierten Pferden war die Art der Zeichen mit der Lokalisation der Läsion verbunden, nicht mit deren Schweregrad.

Zwei Erkrankungen, ein Name

Wer im deutschsprachigen Raum nach Magengeschwüren beim Pferd sucht, findet meist eine einzige Krankheit mit einer langen Liste von Symptomen. Die Fachliteratur trennt seit 2015 zwei Entitäten. Das Konsensuspapier des European College of Equine Internal Medicine unterscheidet die Erkrankung der squamösen Schleimhaut, also des drüsenlosen oberen Magenabschnitts, von der Erkrankung der glandulären, drüsenhaltigen Schleimhaut. Beide unterscheiden sich in Entstehung, Risikofaktoren und Ansprechen auf eine Behandlung. Der Sammelbegriff, der beide zusammenfasst, wird seit 1999 verwendet.

Diese Trennung ist keine Feinheit für Spezialisten, sie entscheidet über die Deutung jedes einzelnen Zeichens. Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält fest, dass ein grosser Teil der Forschung zur glandulären Form erst nach dem Konsensuspapier entstanden ist. Wer eine Symptomliste liest, die beide Formen zusammenwirft, liest deshalb eine Liste, die zwei verschiedene Fragen gleichzeitig beantworten soll.

Warum reicht die äussere Beobachtung nicht?

Weil beide Schleimhäute im lebenden Pferd nur endoskopisch sichtbar sind. Das Konsensuspapier nennt die Gastroskopie ausdrücklich als einzige Methode, die eine Diagnose sichert. Alles, was davor kommt, bleibt ein Verdacht. Wie tragfähig dieser Verdacht ist, lässt sich allerdings messen, und genau das haben mehrere Arbeitsgruppen getan.

Der Nenner, den die Symptomlisten weglassen

Ein Zeichen ist nur so aussagekräftig wie die Häufigkeit der Erkrankung, die es anzeigen soll. Und diese Häufigkeit ist hoch. In einer dänischen Untersuchung an 201 Pferden, die ihre Besitzer für gesund hielten und die nicht im Renntraining standen, trug mehr als die Hälfte einen als bedeutsam eingestuften Befund: 53 Prozent. Ein Editorial von 2025 fasst für Sportpferde Häufigkeiten von 50 bis 70 Prozent für die squamöse und bis zu 75 Prozent für die glanduläre Form zusammen.

Bei Pferden im Training wird es noch deutlicher. In einer Zusammenfassung von sieben randomisierten Versuchen mit insgesamt 566 Pferden trugen in den unbehandelten Vergleichsgruppen je nach Teilgruppe 75,3 und 87,2 Prozent eine Ulzeration. Bei einem Pferd im Training einen Befund zu finden, ist also der Normalfall und keine Entdeckung.

Auch die naheliegende Gegenrechnung geht nicht auf. In einer isländischen Kohorte wurden 81 Pferde innerhalb von zwei Wochen nach dem Wechsel von der Weide in den Stall gespiegelt: 71,6 Prozent hatten bereits einen bedeutsamen squamösen Befund. Acht Wochen später, im Training und mit mehrmals täglich verfüttertem Konservatfutter, waren es 25,4 Prozent. Die Autorinnen und Autoren führen den Unterschied ausdrücklich auf die Raufuttergabe zurück und nicht auf das Verhalten der Pferde.

Was gemeldete Zeichen tatsächlich vorhersagen

Die bislang direkteste Prüfung stammt aus dem Jahr 2025. Achtzig Dressurpferde im Turniersport wurden von ihren Tierärztinnen und Tierärzten zur Abklärung überwiesen und gespiegelt; 55 hatten einen Befund, 25 nicht. Verglichen wurde, wie häufig die Besitzer bestimmte Zeichen meldeten. Am häufigsten genannt wurden über die gesamte Gruppe hinweg Gurtempfindlichkeit bei 78 Prozent, nachlassende Leistung bei 33 Prozent und Gewichtsverlust bei 30 Prozent. Die Häufigkeit dieser Zeichen unterschied sich nicht zwischen den Pferden mit und ohne Befund.

Das Ergebnis hat zwei Seiten, und beide zählen. Weder die gemeldeten Zeichen noch ein Test auf verstecktes Blut im Kot erreichten eine Trefferquote, die für eine Vorauswahl ausreichen würde. Und bei den 19 Pferden, die nach der Behandlung erneut gespiegelt wurden, sagte das Verschwinden der Zeichen die Abheilung der Schleimhaut nicht voraus: Die Übereinstimmung zwischen dem, was die Besitzer berichteten, und dem, was die Kamera zeigte, war gering.

Ist das ein neuer Befund?

Nein. Bereits 2006 kam eine schwedische Untersuchung an 80 Traberpferden im Training zum selben Schluss: Alter, Geschlecht, Leistung, Verhalten und Fütterungsgewohnheiten lieferten nur schwache Hinweise darauf, welche Pferde betroffen waren. Von allen geprüften Merkmalen war einzig der Trainingsstatus bedeutsam mit squamösen Läsionen verbunden.

Eine isländische Querschnittsuntersuchung an 211 Reitpferden aus 21 Betrieben prüfte 2023 eine breitere Liste. Weder der Ernährungszustand noch das Verhalten in Box und Auslauf noch Intensität und Häufigkeit der Arbeit noch das Alter waren bedeutsam mit dem Ulkusscore verbunden. Verbunden waren stattdessen Haltungsmerkmale: die Region, das Geschlecht, die Zeit im Auslauf und der Anteil nicht struktureller Kohlenhydrate im Futter. Dieselbe Arbeit meldet allerdings auch, dass Pferde mit den üblicherweise dem Magen zugeschriebenen Zeichen häufiger eine bedeutsame glanduläre und eine schwere squamöse Veränderung aufwiesen. Die Zeichen sind also nicht wertlos, sondern schwach und unspezifisch.

Gurtzwang: das Lehrstück

Kein Zeichen ist so fest mit dem Magen verknüpft wie die Empfindlichkeit beim Gurten. Die Zahlen dahinter sind ernüchternd. In einer amerikanischen Fallserie wurden zwischen 2004 und 2016 insgesamt 37 Pferde wegen Gurtempfindlichkeit vorgestellt. 12 hatten eine Magenulzeration, 10 ein orthopädisches Problem unterschiedlicher Art, 3 einen schlecht angepassten Sattel, 1 einen Tumor im Geschlechtsapparat und 10 andere Erkrankungen, darunter einen Leberabszess, ein Aneurysma der hinteren Hohlvene, Brustbeinschmerz und einen Harnwegsinfekt. Diese Aufzählung deckt 36 der 37 Pferde ab. Die Autorinnen halten selbst fest, dass die genaue Ursache einer Gurtempfindlichkeit schwer zu bestimmen bleibt.

Die Gegenrichtung ist ebenso aufschlussreich. In den vom Editorial von 2025 zusammengetragenen Populationen zeigten 25 Prozent der Pferde mit squamösem und 31 Prozent der Pferde mit glandulärem Befund eine Gurtempfindlichkeit. Anders gesagt: Rund sieben von zehn Pferden mit gesichertem Magenbefund reagierten beim Gurten nicht auffällig. Ein Zeichen, das bei der Mehrheit der Betroffenen fehlt und bei Nichtbetroffenen ähnlich häufig auftritt, trennt die beiden Gruppen nicht.

Der Ort der Läsion sagt mehr als ihr Ausmass

Eine Untersuchung von 2026 an 52 gespiegelten Pferden ging der Frage nach, welche Art von Zeichen zu welchem Befund gehört. Das Muster war deutlich: Körperliche Zeichen traten vor allem bei squamöser Beteiligung auf, Verhaltenszeichen und gemischte Bilder vor allem bei glandulärer oder gemischter Beteiligung. Ebenso deutlich war, was sich nicht zeigte: Zwischen dem Schweregrad der Läsionen und den klinischen Zeichen bestand kein Zusammenhang. Auch die Disziplin des Pferdes war sowohl mit der Art der Zeichen als auch mit der Lokalisation verbunden.

Diese Arbeit beschreibt die Verteilung der Zeichen bei bereits diagnostizierten Pferden. Eine gastroskopisch unauffällige Vergleichsgruppe gab es nicht, und damit auch keine Aussage darüber, wie treffsicher ein Zeichen ist. Es handelt sich um ein einzelnes, bisher nicht wiederholtes Ergebnis, und die Autorinnen und Autoren schreiben selbst, dass die Beziehung zwischen Lokalisation und klinischem Bild schlecht definiert bleibt.

Eine Untersuchung an 109 Vollblütern in acht Trainingsställen in Grossbritannien und Australien fand ebenfalls unterschiedliche Muster für beide Formen, darunter eines, das dem verbreiteten Bild widerspricht: Pferde, die gegenüber Menschen aggressiv auftraten, hatten seltener einen squamösen Befund, nicht häufiger. Pferde mit Stereotypien hatten ihn häufiger. Arbeit an fünf oder mehr Tagen pro Woche ging mit einem deutlich erhöhten Risiko für die glanduläre Form einher, ebenso ein Abschneiden unter den Erwartungen im Rennen. Die Schätzungen sind unscharf, die Richtung ist es weniger.

Die Gegenprobe: was Verhalten sonst noch erklärt

Wer ein Zeichen dem Magen zuordnen will, muss wissen, wie häufig es andere Erklärungen hat. Dazu gibt es belastbare Zahlen. In einer Gelegenheitsstichprobe von 60 Reitpferden, deren Besitzer sie für beschwerdefrei hielten, waren 73 Prozent auf mindestens einem Bein lahm, meist geringgradig. Das Verhalten unter dem Sattel liess sich in dieser Untersuchung durch zwei Grössen erklären: die Lahmheit und das Können der reitenden Person.

Die eindrücklichste Gegenprobe stammt von 150 Pferden, die wegen nachlassender Leistung abgeklärt wurden. Nachdem eine muskuloskelettale Schmerzquelle durch diagnostische Anästhesie ausgeschaltet worden war, teils zusammen mit einem Sattelwechsel, fiel der Verhaltensscore unter dem Sattel im Median von 9 auf 2 von 24 möglichen Punkten. Nur 30,0 Prozent dieser Pferde waren durchgehend lahm, und 37,3 Prozent trugen einen Sattel, der als leistungsrelevant schlecht angepasst beurteilt wurde. Ein Zusammenhang zwischen Verhaltensscore und Lahmheitsgrad bestand nicht. Gespiegelt wurde in dieser Arbeit nicht: Sie sagt also nichts darüber, wie viele dieser Pferde zusätzlich einen Magenbefund trugen.

Und selbst wenn die Lahmheit ausgeschlossen ist, bleibt die Liste lang. Bei 259 nicht lahmen Traberpferden, die wegen nachlassender Leistung untersucht wurden, standen equines Asthma und die Magenerkrankung an der Spitze der Diagnosen, gefolgt von belastungsbedingter Lungenblutung, dynamischen Verengungen der oberen Atemwege, Herzrhythmusstörungen und Belastungsmyopathien. Im Editorial von 2025 wird zudem eine Auswertung angeführt, in der 84 Prozent von 275 wegen nachlassender Leistung überwiesenen Rennpferden nach vollständiger Abklärung mehr als eine mögliche Ursache aufwiesen.

Auch der Massstab hat Grenzen

Die Gastroskopie ist der Massstab, an dem alles andere gemessen wird, und auch sie ist nicht fehlerfrei. In einer Untersuchung beurteilten sechs Personen 60 anonymisierte Videoaufzeichnungen. Mit dem ordinalen Bewertungssystem des EGUS-Councils war die Übereinstimmung zwischen den Beurteilenden für beide Schleimhäute substanziell, aber nicht vollständig, und bei derselben Person zu zwei Zeitpunkten etwas höher. Eine visuelle Analogskala schnitt deutlich schlechter ab, besonders für die glanduläre Schleimhaut, und hing zudem vom Erfahrungsstand der beurteilenden Person ab.

Diese Arbeit sagt nichts über die Richtigkeit der Beurteilung, nur über ihre Wiederholbarkeit, und sie beruht auf Videoaufnahmen statt auf der Untersuchung am Pferd. Im Praxisalltag mit unterschiedlicher Bildqualität und Vorbereitung dürfte die Streuung eher grösser sein. Für die Frage dieses Beitrags heisst das: Der Massstab, an dem die Verhaltenszeichen scheitern, ist selbst kein perfekter Massstab.

Auch der umgekehrte Weg, statt der Läsion den Schmerz zu messen, hat sich als Abkürzung nicht bewährt. Eine validierte Skala für den Gesichtsausdruck trennte bei 61 Pferden die Tiere mit Magenläsionen nicht von denen ohne, und der Wert stieg auch nicht mit dem Schweregrad. Die Autorinnen und Autoren schliessen daraus ausdrücklich nicht, dass Magengeschwüre nicht schmerzen: Sie halten fest, dass dieses Instrument den Schmerz nicht erfasst, und rufen dazu auf, andere Skalen zu prüfen. Lahme Pferde und Pferde mit systemischer Entzündung waren dabei ausgeschlossen, also gerade jene Gruppe, die in der Praxis besonders häufig ist.

Wenn Zeichen bleiben oder verschwinden

Ein Teil des Rätsels löst sich, wenn man Verhalten nicht nur als Anzeige, sondern als Gelerntes betrachtet. Ein klinischer Kommentar von 2025 beschreibt, dass problematische Verhaltensweisen bei einzelnen Pferden auch nach der gastroskopisch bestätigten Abheilung fortbestehen: als erlernte, vorwegnehmende Reaktionen auf einen früher erlebten Schmerz. Umgekehrt weicht ein Teil der Verhaltensweisen nach der Behandlung. Beides zusammen erklärt, warum das Verschwinden eines Zeichens keine Heilung beweist und sein Fortbestehen kein Scheitern.

Es gibt Arbeiten, die in die andere Richtung zeigen, und sie gehören dazu. In einer klinischen Untersuchung an 63 Sportpferden mit glandulärem Befund war die Abheilung der Läsionen mit dem Verschwinden der klinischen Zeichen verbunden; nachlassende Leistung war in beiden Gruppen das häufigste Vorstellungszeichen, insgesamt bei 65,1 Prozent. Die Autoren folgern daraus, dass die glanduläre Form durchaus klinische Zeichen hervorbringt. Die Einschränkung liegt im Aufbau: Die klinischen Angaben stammten aus Fragebögen an Besitzer, die wussten, welche Behandlung ihr Pferd erhalten hatte.

Ähnlich zweischneidig ist ein Versuch an neun Springpferden desselben Stalls. Nach zwölf Wochen mit einer stärkearmen statt einer zucker- und stärkereichen Ration sanken der Magenscore und der Verhaltensscore unter dem Sattel gemeinsam, und beide Werte hingen eng zusammen. Die Aufnahmen wurden verblindet beurteilt. Es gab jedoch keine Vergleichsgruppe und keine Zufallszuteilung: Zwölf zusätzliche Trainingswochen allein erklären einen Teil der Veränderung. Und ein gemeinsames Absinken zweier Werte sagt nichts darüber, welcher davon den anderen bewegt.

Was ein einzelnes Zeichen im Quellenbestand trägt und was nicht

Eigene Auswertung

Für jedes im deutschsprachigen Raum verbreitete Magenzeichen wurde eingetragen, in welcher der hier verwendeten Untersuchungen es überhaupt gemessen wurde, welcher Zusammenhang zum gastroskopischen Befund dort berichtet wird, welche anderen Erklärungen im selben Quellenbestand dokumentiert sind und welcher Schluss daraus gerade nicht folgt.
ZeichenWo es gemessen wurdeBerichteter Zusammenhang zum BefundAndere im Quellenbestand belegte ErklärungenWas daraus nicht folgt
Gurtempfindlichkeit80 Dressurpferde; 37 Pferde einer Fallserie; zusammengetragene Populationen eines EditorialsBei 78 Prozent der gesamten Gruppe gemeldet, ohne Unterschied zwischen Pferden mit und ohne Befund; bei 25 bis 31 Prozent der Pferde mit gesichertem Befund vorhandenOrthopädisches Problem, schlecht angepasster Sattel, Tumor im Geschlechtsapparat, Leberabszess, Brustbeinschmerz, HarnwegsinfektDass Gurtempfindlichkeit auf den Magen hinweist
Nachlassende Leistung80 Dressurpferde; 63 Sportpferde mit glandulärem Befund; 259 nicht lahme Traber; 109 VollblüterBei 33 Prozent der Dressurgruppe gemeldet, ohne Gruppenunterschied; bei 65,1 Prozent der glandulären Fälle das häufigste VorstellungszeichenEquines Asthma, belastungsbedingte Lungenblutung, dynamische Verengung der oberen Atemwege, Herzrhythmusstörung, BelastungsmyopathieDass die Ursache gefunden ist, sobald ein Magenbefund vorliegt
Gewichtsverlust80 DressurpferdeBei 30 Prozent der gesamten Gruppe gemeldet, ohne Unterschied zwischen Pferden mit und ohne BefundIn den hier verwendeten Arbeiten nicht gegen andere Ursachen geprüftDass Gewichtsverlust den Magen anzeigt
Aggression gegenüber Menschen109 Vollblüter im RenntrainingUmgekehrt verbunden: seltener bei squamösem Befund, nicht häufigerIm selben Datensatz nicht weiter aufgeschlüsseltDass sich aus Aggression ein Magenverdacht ableiten lässt
Stereotypien wie Koppen oder Weben109 Vollblüter im Renntraining; 211 isländische ReitpferdeBei den Vollblütern häufiger mit squamösem Befund verbunden; bei den isländischen Pferden war das Verhalten in Box und Auslauf nicht mit dem Ulkusscore verbundenHaltung, Fütterung und Trainingsstall selbst traten als eigenständige Faktoren hervorDass eine Stereotypie durch den Magenbefund verursacht wird
Gesichtsausdruck in Ruhe61 Pferde, sieben BeurteilendeKein Unterschied zwischen Pferden mit und ohne Läsion, kein Anstieg mit dem SchweregradLahme Pferde und Pferde mit systemischer Entzündung waren ausgeschlossenDass Magengeschwüre nicht schmerzen
Verhalten unter dem Sattel60 vermeintlich beschwerdefreie Reitpferde; 150 Pferde mit muskuloskelettalem Schmerz; 9 SpringpferdeBei den 9 Springpferden sank der Verhaltensscore gemeinsam mit dem Magenscore, ohne VergleichsgruppeLahmheit und Können der reitenden Person; Score fiel nach Ausschaltung muskuloskelettalen Schmerzes von 9 auf 2 von 24Dass ein hoher Verhaltensscore auf den Magen zeigt
Verhalten in Box und Auslauf211 isländische Reitpferde aus 21 BetriebenNicht bedeutsam mit dem Ulkusscore verbundenRegion, Geschlecht, Auslaufzeit, Anteil nicht struktureller Kohlenhydrate und Weidewechsel innerhalb von vier WochenDass ruhiges Stallverhalten einen Befund ausschliesst

Grenzen und Unsicherheiten

  • Zu dieser Frage existiert weder eine systematische Übersichtsarbeit noch ein randomisierter Versuch. Von den hier verwendeten Arbeiten erreicht eine einzige, eine Metaanalyse zur medikamentösen Vorbeugung, die Ebene systematische Übersicht, Metaanalyse oder randomisierter Versuch, und sie beantwortet die Frage dieses Beitrags gerade nicht. Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf dieser Ebene abzustützen, ist im Feld derzeit nicht erfüllbar: Der Rest sind Querschnitts-, Kohorten-, Fall-Kontroll- und Fallserienstudien, ein Konsensuspapier sowie zwei Meinungsbeiträge.
  • Die Untersuchung an 80 Dressurpferden betraf eine bereits ausgewählte Population, die zur Magenabklärung überwiesen worden war und in der 69 Prozent einen Befund trugen. In einem Bestand ohne diese Vorauswahl fällt die Trefferquote eines Zeichens anders aus. Werte für einzelne Zeichen wurden zudem nicht veröffentlicht.
  • Mehrere Schlüsselarbeiten stammen aus denselben Autorenkreisen: Das Editorial von 2025 und der klinische Kommentar von 2025 teilen sich Autoren, und beide enthalten keine eigenen Daten. Es handelt sich nicht um zwei voneinander unabhängige Bestätigungen.
  • Die Populationen sind untereinander schlecht vergleichbar: Vollblüter im Renntraining, isländische Reitpferde mit stärkearmer Ration, Turnierdressurpferde, Traber. Eigene Zahlen für Schweizer Freizeitpferde liessen sich in dieser Recherche nicht finden.
  • Die Arbeiten, die Verhalten unter dem Sattel messen, und die Arbeiten, die den Magen spiegeln, sind fast nie dieselben. Wo gespiegelt wurde, fehlte meist die orthopädische Abklärung, und wo orthopädisch abgeklärt wurde, fehlte die Gastroskopie. Wie oft beides gleichzeitig vorliegt, ist deshalb unbekannt.
  • Die Untersuchung, die Art der Zeichen und Lokalisation der Läsion verbindet, umfasst 52 Pferde, hat keine gesunde Vergleichsgruppe und ist bisher nicht wiederholt worden.

Offene Fragen

  • Wie treffsicher ist ein einzelnes Zeichen in einer unausgewählten Population von Freizeitpferden, also dort, wo die Grundhäufigkeit niedriger liegen dürfte als in den bisher untersuchten Beständen?
  • Lässt sich das Muster wiederholen, wonach körperliche Zeichen eher zur squamösen und Verhaltenszeichen eher zur glandulären Form gehören?
  • Wie oft treten Magenbefund und muskuloskelettaler Schmerz beim selben Pferd gleichzeitig auf, wenn beide Systeme im selben Durchgang untersucht werden?
  • Gibt es ein Instrument, das gastrischen Schmerz beim Pferd erfasst, nachdem eine validierte Skala für den Gesichtsausdruck daran gescheitert ist?

Häufige Fragen

Kann ich Magengeschwüre auch ohne Gastroskopie erkennen?

Verlässlich nicht. In der Untersuchung an 80 zur Abklärung überwiesenen Dressurpferden unterschied sich die Häufigkeit der von den Besitzern gemeldeten Zeichen nicht zwischen den Pferden mit und ohne Befund, und auch ein Test auf verstecktes Blut im Kot brachte keine brauchbare Trennung. Schon 2006 hielt eine schwedische Arbeit an 80 Traberpferden fest, dass Alter, Geschlecht, Leistung, Verhalten und Fütterungsgewohnheiten nur schwache Hinweise liefern. Das Konsensuspapier von 2015 nennt die Gastroskopie als einzige Methode, die eine Diagnose sichert. Ob eine solche Untersuchung angezeigt ist, entscheidet die Tierarztpraxis.

Mein Pferd ist gurtzwängig. Heisst das, es hat Magengeschwüre?

Nicht zwangsläufig. In einer Fallserie mit 37 wegen Gurtempfindlichkeit vorgestellten Pferden hatten 12 eine Magenulzeration, 10 ein orthopädisches Problem, 3 einen schlecht angepassten Sattel, 1 einen Tumor im Geschlechtsapparat und 10 andere Erkrankungen. Umgekehrt zeigten in den Zahlen eines Editorials von 2025 nur 25 bis 31 Prozent der Pferde mit gesichertem Befund überhaupt eine Gurtempfindlichkeit. Das Zeichen kommt also bei der Mehrheit der Betroffenen nicht vor und hat zugleich viele andere Ursachen. Es begründet einen Abklärungsbedarf, aber keine Diagnose.

Woran erkenne ich, ob es die squamöse oder die glanduläre Form ist?

An den Zeichen allein gar nicht sicher. Eine Untersuchung von 2026 an 52 gespiegelten Pferden fand zwar ein Muster, körperliche Zeichen eher bei squamöser, Verhaltenszeichen eher bei glandulärer oder gemischter Beteiligung. Dieses Ergebnis stammt jedoch aus einer kleinen Gruppe ohne gesunde Vergleichspferde und ist bisher nicht wiederholt worden. Was dieselbe Arbeit ebenfalls zeigt: Der Schweregrad der Läsionen war mit den klinischen Zeichen nicht verbunden. Welche Schleimhaut betroffen ist, zeigt im lebenden Pferd nur die Gastroskopie.

Mein Pferd wehrt sich unter dem Sattel. Wo liegt die häufigste Erklärung?

Die Studienlage legt nahe, dass der Magen weder der einzige noch regelmässig der erste Kandidat ist. Bei 60 Reitpferden, die ihre Besitzer für beschwerdefrei hielten, waren 73 Prozent geringgradig lahm, und das Verhalten unter dem Sattel liess sich durch Lahmheit und das Können der reitenden Person erklären. Bei 150 wegen nachlassender Leistung abgeklärten Pferden fiel der Verhaltensscore nach Ausschaltung einer muskuloskelettalen Schmerzquelle im Median von 9 auf 2 von 24 Punkten. In welcher Reihenfolge abgeklärt wird, gehört in die Hand der Tierarztpraxis.

Die Zeichen sind nach der Behandlung weg. Ist mein Pferd geheilt?

Das eine folgt nicht aus dem anderen. Bei den 19 Pferden, die nach der Behandlung erneut gespiegelt wurden, stimmte die von den Besitzern berichtete Besserung nur schlecht mit dem gastroskopischen Ergebnis überein. Ein klinischer Kommentar von 2025 beschreibt zudem, dass manche Verhaltensweisen als erlernte, vorwegnehmende Reaktion bestehen bleiben, obwohl die Läsion abgeheilt ist. Umgekehrt weicht ein Teil der Verhaltensweisen nach einer Behandlung tatsächlich. Verschwundene Zeichen beweisen also keine Heilung, und fortbestehende Zeichen beweisen kein Scheitern.

Es wurde ein Befund gefunden. Erklärt der das Verhalten meines Pferdes?

Nicht automatisch. Bei 201 dänischen Pferden, die ihre Besitzer für gesund hielten, trugen 53 Prozent einen als bedeutsam eingestuften Befund, und in den unbehandelten Vergleichsgruppen von sieben randomisierten Versuchen an Trainingspferden waren es 75 bis 87 Prozent. Bei dieser Häufigkeit findet fast jede Gastroskopie etwas. Ein Editorial von 2025 warnt ausdrücklich davor, von einem gefundenen Befund auf die Ursache des Verhaltens zu schliessen. In einer zitierten Auswertung hatten 84 Prozent von 275 wegen nachlassender Leistung überwiesenen Rennpferden mehr als eine mögliche Ursache.

Quellen

  1. Sykes BW, Hewetson M, Hepburn RJ, Luthersson N. European College of Equine Internal Medicine Consensus Statement--Equine Gastric Ulcer Syndrome in Adult Horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2015 (Fachempfehlung | Pferd)DOI 10.1111/jvim.13578
    Konsensuspapier, das zwei Entitäten unter einem Namen formal trennt, die Erkrankung der squamösen und die der glandulären Schleimhaut, und die Gastroskopie als einzige Methode zur gesicherten Diagnose benennt.
  2. Vokes J, Lovett A, Sykes B. Equine Gastric Ulcer Syndrome: An Update on Current Knowledge. Animals (Basel), 2023 (Andere | Pferd)DOI 10.3390/ani13071261
    Erzählende Übersichtsarbeit ohne eigene Daten: Der Sammelbegriff wird seit 1999 verwendet, die Trennung der beiden Formen wurde 2015 formalisiert, und ein grosser Teil der Arbeiten zur glandulären Form ist erst danach erschienen.
  3. Luthersson N, Nielsen KH, Harris P, Parkin TDH. The prevalence and anatomical distribution of equine gastric ulceration syndrome (EGUS) in 201 horses in Denmark. Equine Veterinary Journal, 2009 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.2746/042516409x441910
    Bei 201 von ihren Besitzern als gesund eingeschätzten dänischen Pferden ausserhalb des Renntrainings lag die Häufigkeit eines als bedeutsam eingestuften Befundes bei 53 Prozent, mit den schwersten Läsionen meist am Margo plicatus.
  4. Mason LV, Moroney JR, Mason RJ. Prophylactic therapy with omeprazole for prevention of equine gastric ulcer syndrome (EGUS) in horses in active training: A meta-analysis. Equine Veterinary Journal, 2019 (Meta-Analyse | Pferd)DOI 10.1111/evj.12951
    Zusammenfassung von sieben randomisierten Versuchen mit 566 Pferden zur medikamentösen Vorbeugung: In den unbehandelten Vergleichsgruppen lag die Häufigkeit einer Ulzeration je nach Teilgruppe bei 75,3 und 87,2 Prozent; klinische Zeichen wurden nicht erfasst.
  5. Luthersson N, Ýr Þorgrímsdóttir Ú, Harris PA, Parkins T. Effect of moving from being extensively managed out in pasture into training on the incidence of equine gastric ulcer syndrome in Icelandic horses. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2022 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.2460/javma.22.06.0263
    Bei 81 direkt von der Weide gekommenen isländischen Pferden lag die Häufigkeit eines bedeutsamen squamösen Befundes bei 71,6 Prozent und sank nach acht Wochen Training mit regelmässig verfüttertem Konservatfutter auf 25,4 Prozent; die Autoren führen dies auf die Raufuttergabe zurück.
  6. Sykes B, Lovett A. Can All Behavioral Problems Be Blamed on Equine Gastric Ulcer Syndrome?. Animals (Basel), 2025 (Andere | Pferd)DOI 10.3390/ani15030306
    Editorial ohne eigene Daten: Es bestreitet nicht, dass Magenläsionen schmerzen, warnt aber davor, vom Verhalten automatisch auf den Magen zu schliessen, und führt dafür unter anderem an, dass 25 beziehungsweise 31 Prozent der Pferde mit squamösem oder glandulärem Befund gurtempfindlich waren und 84 Prozent von 275 wegen nachlassender Leistung überwiesenen Rennpferden mehr als eine mögliche Ursache aufwiesen.
  7. Frippiat T, Bonhomme M, Dyson S, Votion DM. Evaluation of Owner-Reported Clinical Signs and Fecal Occult Blood Tests as Predictors of Equine Gastric Ulcer Syndrome in Competition Dressage Horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2025 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.70248
    Bei 80 zur Abklärung überwiesenen Turnierdressurpferden, von denen 55 einen Befund trugen, unterschied sich die Häufigkeit der vom Besitzer gemeldeten Zeichen nicht zwischen Fällen und gastroskopisch unauffälligen Vergleichspferden, und bei den 19 nachkontrollierten Pferden sagte das Verschwinden der Zeichen die Abheilung der Schleimhaut nicht voraus.
  8. Jonsson H, Egenvall A. Prevalence of gastric ulceration in Swedish Standardbreds in race training. Equine Veterinary Journal, 2006 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.2746/042516406776866390
    Bei 80 schwedischen Traberpferden im Training lieferten Alter, Geschlecht, Leistung, Verhalten und Fütterungsgewohnheiten nur schwache Hinweise darauf, welche Pferde betroffen waren; von den geprüften Merkmalen war einzig der Trainingsstatus bedeutsam mit squamösen Läsionen verbunden.
  9. Luthersson N, Þorgrímsdóttir ÚÝ, Harris PA, Parkin T. Risk Factors for Equine Gastric Ulcer Syndrome Incidence in Adult Icelandic Riding Horses. Animals (Basel), 2023 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3390/ani13223512
    Bei 211 isländischen Reitpferden aus 21 Betrieben waren Ernährungszustand, Verhalten in Box und Auslauf, Arbeitsintensität und Alter nicht bedeutsam mit dem Ulkusscore verbunden, wohl aber Haltungsmerkmale; Pferde mit den üblicherweise dem Magen zugeschriebenen Zeichen hatten allerdings häufiger eine bedeutsame glanduläre und eine schwere squamöse Veränderung.
  10. Millares-Ramirez EM, Le Jeune SS. Girthiness: Retrospective Study of 37 Horses (2004-2016). Journal of Equine Veterinary Science, 2019 (Fallserie | Pferd)DOI 10.1016/j.jevs.2019.05.025
    Von 37 wegen Gurtempfindlichkeit vorgestellten Pferden hatten 12 eine Magenulzeration, 10 ein orthopädisches Problem, 3 einen schlecht angepassten Sattel, 1 einen Tumor im Geschlechtsapparat und 10 andere Erkrankungen; die Autorinnen halten fest, dass die genaue Ursache einer Gurtempfindlichkeit schwer zu bestimmen bleibt.
  11. Pimenta J, Martins B, Mexedo A, Campilho R. Physical vs. Behavioral Clinical Signs in Horses with Squamous and Glandular Gastric Ulcers. Veterinary Sciences, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3390/vetsci13040328
    Bei 52 gastroskopierten Pferden war die Art der klinischen Zeichen mit der Lokalisation der Läsion verbunden, körperliche Zeichen eher mit squamöser, Verhaltenszeichen und gemischte Bilder eher mit glandulärer oder gemischter Beteiligung, während zwischen Schweregrad der Läsionen und klinischen Zeichen kein Zusammenhang bestand.
  12. Sykes BW, Bowen M, Habershon-Butcher JL, Green M. Management factors and clinical implications of glandular and squamous gastric disease in horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2019 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15350
    Bei 109 Vollblütern aus acht Trainingsställen unterschieden sich Managementfaktoren und klinische Zeichen zwischen den beiden Formen: Aggression gegenüber Menschen war umgekehrt mit dem squamösen Befund verbunden, Stereotypien häufiger damit, und Arbeit an fünf oder mehr Tagen pro Woche sowie ein Abschneiden unter den Erwartungen gingen mit der glandulären Form einher.
  13. Dyson S, Pollard D. Application of a Ridden Horse Pain Ethogram and Its Relationship with Gait in a Convenience Sample of 60 Riding Horses. Animals (Basel), 2020 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3390/ani10061044
    Bei 60 Reitpferden, die ihre Besitzer für beschwerdefrei hielten, waren 73 Prozent auf mindestens einem Bein lahm, und der Verhaltensscore unter dem Sattel liess sich durch Lahmheit und das Können der reitenden Person erklären; gespiegelt wurde keines dieser Pferde.
  14. Dyson S, Pollard D. Application of the Ridden Horse Pain Ethogram to 150 Horses with Musculoskeletal Pain before and after Diagnostic Anaesthesia. Animals (Basel), 2023 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.3390/ani13121940
    Bei 150 wegen nachlassender Leistung untersuchten Pferden fiel der Verhaltensscore unter dem Sattel nach Ausschaltung einer muskuloskelettalen Schmerzquelle, teils mit Sattelwechsel, im Median von 9 auf 2 von 24 Punkten, ohne Zusammenhang zwischen Verhaltensscore und Lahmheitsgrad.
  15. Lo Feudo CM, Stucchi L, Conturba B, Stancari G. Medical causes of poor performance and their associations with fitness in Standardbred racehorses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2023 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16734
    Bei 259 nicht lahmen Traberpferden mit nachlassender Leistung waren moderates equines Asthma und die Magenerkrankung die häufigsten Diagnosen, vor belastungsbedingter Lungenblutung, dynamischen Verengungen der oberen Atemwege, Herzrhythmusstörungen und Belastungsmyopathien.
  16. Wise JC, Wilkes EJA, Raidal SL, Xie G. Interobserver and intraobserver reliability for 2 grading systems for gastric ulcer syndrome in horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2021 (Andere | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15987
    Bei der Beurteilung von 60 anonymisierten Gastroskopie-Videos durch sechs Personen war die Übereinstimmung mit dem ordinalen System des EGUS-Councils substanziell und weitgehend unabhängig vom Erfahrungsstand, während eine visuelle Analogskala vor allem für die glanduläre Schleimhaut deutlich schlechter abschnitt.
  17. Ferlini Agne G, May BE, Lovett A, Simon O. Horse Grimace Scale Does Not Detect Pain in Horses with Equine Gastric Ulcer Syndrome. Animals (Basel), 2023 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3390/ani13101623
    Eine validierte Skala für den Gesichtsausdruck trennte bei 61 Pferden die Tiere mit Magenläsionen nicht von denen ohne und stieg nicht mit dem Schweregrad; die Autoren folgern daraus nicht, dass Magenläsionen schmerzfrei sind, sondern dass dieses Instrument den Schmerz nicht erfasst.
  18. Klinck M, Lovett A, Sykes B. Incorporating a Behavioral Medicine Approach in the Multi-Modal Management of Chronic Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS): A Clinical Commentary. Animals (Basel), 2025 (Andere | Pferd)DOI 10.3390/ani15203019
    Klinischer Kommentar ohne eigene Daten: Er beschreibt, dass problematische Verhaltensweisen bei einzelnen Pferden als erlernte, vorwegnehmende Schmerzreaktionen auch nach der gastroskopisch bestätigten Abheilung fortbestehen können, während ein anderer Teil nach Behandlung weicht.
  19. Varley G, Bowen IM, Habershon-Butcher JL, Nicholls V. Misoprostol is superior to combined omeprazole-sucralfate for the treatment of equine gastric glandular disease. Equine Veterinary Journal, 2019 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13087
    Bei 63 Sportpferden mit glandulärem Befund war die Abheilung der Läsionen mit dem Verschwinden der klinischen Zeichen verbunden, und nachlassende Leistung war mit insgesamt 65,1 Prozent das häufigste Vorstellungszeichen; die klinischen Angaben stammten allerdings von Besitzern, die die erhaltene Behandlung kannten.
  20. Pineau V, Ter Woort F, Julien F, Vernant M. Improvement of gastric disease and ridden horse pain ethogram scores with diet adaptation in sport horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2024 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.17223
    Bei neun Springpferden desselben Stalls sanken Magenscore und Verhaltensscore unter dem Sattel nach zwölf Wochen mit stärkearmer Ration gemeinsam und korrelierten stark miteinander, allerdings ohne Vergleichsgruppe und ohne Zufallszuteilung, sodass die Richtung des Zusammenhangs offen bleibt.

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