Glossar
Diagnostische Anästhesie.
Kurzantwort
Die diagnostische Anästhesie ist ein Verfahren, bei dem ein Lokalanästhetikum an einen Nerv oder in eine Gelenkhöhle, eine Sehnenscheide oder einen Schleimbeutel gesetzt wird, um eine umschriebene Region vorübergehend gefühllos zu machen. Bessert sich die Lahmheit danach deutlich, liegt die Schmerzquelle wahrscheinlich in dieser Region.
Untersucht wird in der Regel von unten nach oben, Schritt für Schritt. Der häufigste Interpretationsfehler betrifft die Ausbreitung: das Anästhetikum bleibt nicht exakt dort, wo es gesetzt wurde, sondern kann benachbarte Nerven oder Strukturen miterfassen. Zeitfenster, Wirkdauer und eine nur teilweise Besserung erschweren die Aussage zusätzlich.
Der Vergleich zum Menschen ist aufschlussreich. In der Humanmedizin gibt es diagnostische Blockaden ebenfalls, doch die Person berichtet selbst, ob und wie stark der Schmerz nachlässt. Beim Pferd wird die Antwort aus dem Gangbild abgelesen, also über einen subjektiven Umweg. Deshalb kombiniert man das Verfahren heute oft mit objektiver Messung der Bewegungsasymmetrie.
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