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ForschungPferd, Schweizer Evidenzplattform

Glossar

Oberflächliche Beugesehne.

Kurzantwort

Die oberflächliche Beugesehne verläuft an der Rückseite von Vorder- und Hinterröhrbein und verbindet Muskulatur mit den Zehenknochen. Ihre Aufgabe ist nicht nur Kraftübertragung: sie speichert bei jedem Auffussen elastische Energie und gibt diese beim Abstossen wieder ab. Diese Sehne gehört zu den häufigsten Orten von Überlastungsschäden bei Sport- und Rennpferden.

Energiespeichernde Sehnen arbeiten im Betrieb nahe an ihrer Belastungsgrenze; genau das macht sie effizient und zugleich verletzlich. Mit dem Alter verändert sich vor allem das Bindegewebe zwischen den Sehnenfaszikeln, wodurch die innere Verschieblichkeit abnimmt. Schäden entstehen deshalb oft nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch angesammelte Mikroschäden.

Der Vergleich mit dem Menschen ist ungewöhnlich direkt. Die oberflächliche Beugesehne des Pferdes gilt als funktionelles Gegenstück der menschlichen Achillessehne: beide speichern Energie, beide altern ähnlich und beide heilen mit Narbengewebe statt mit vollwertiger Sehnenstruktur. Deshalb wird das Pferd in der Sehnenforschung als spontanes Modell genutzt.

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