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ACTH-Wert beim Pferd im Herbst: was ein saisonaler Referenzbereich wirklich aussagt

Im Herbst steigt der ACTH-Wert auch bei gesunden Pferden: woher die Grenzen 29 und 47 pg/ml stammen und was Rasse, Alter und Labor verschieben.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

11 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Zusammenfassung

Ein hoher ACTH-Wert im Herbst ist zunächst normal. Bei gesunden wie bei erkrankten Pferden steigt die Konzentration mit der Tageslänge und erreicht zwischen August und Oktober ihr Jahresmaximum. Britische Daten setzen die obere Referenzgrenze deshalb im Herbst bei 47 und in der übrigen Zeit bei 29 pg/ml an. Ein Wert über der Grenze ist ein Hinweis, keine Diagnose: Er hängt zusätzlich von Rasse, Alter, Fütterung, Labor und Messgerät ab.

21Primärquellen
19 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
2012–2026Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Die obere Referenzgrenze verschiebt sich im Jahresverlauf: In den britischen Daten, aus denen die meisten Befundberichte ihre Zahlen beziehen, liegt sie von November bis Juli bei 29 pg/ml und von August bis Oktober bei 47 pg/ml.
  • Der Anstieg betrifft gesunde und erkrankte Pferde gleichermassen, folgt der Tageslänge, setzt Ende April ein und fällt nach der Tagundnachtgleiche Ende September rasch wieder ab.
  • In einer Zusammenfassung von elf Untersuchungen erkannte der basale Wert rund sieben von zehn erkrankten Pferden und ordnete rund neun von zehn nicht erkrankten korrekt ein: Er schliesst besser aus, als er nachweist.
  • Shetlandponys lagen im Herbst rund 2,7-mal so hoch wie Vollblüter, im Frühjahr unterschieden sich dieselben Gruppen nicht.
  • Zwei zeitgleich entnommene Proben desselben Pferdes ergaben in einer deutschen Untersuchung einmal 121 und einmal weniger als 5 pg/ml.

Warum der Wert im Herbst bei jedem Pferd steigt

Adrenocorticotropes Hormon, kurz ACTH, entsteht in der Hirnanhangdrüse. Beim Pferd folgt seine Konzentration im Blut einem Jahresrhythmus. Eine britische Auswertung verglich 2012 156 Klinikpferde ohne Hinweis auf eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse mit 941 Tieren, bei denen diese Erkrankung angenommen wurde. Beide Gruppen zeigten denselben Verlauf: die höchsten Konzentrationen zwischen August und Oktober. Der Herbst hebt also nicht nur die Werte erkrankter Tiere an, er hebt alle an.

Diese Beobachtung entscheidet über die Auslegung eines Laborblatts. Wenn der Anstieg gesunde wie erkrankte Pferde betrifft, ist ein hoher Herbstwert für sich genommen kein Krankheitszeichen. Was sich im Herbst verändert, ist der Abstand zwischen beiden Gruppen: Er war in derselben Auswertung zwischen August und Oktober am grössten. Der Herbst ist damit die Zeit, in der eine Unterscheidung am ehesten gelingt, und zugleich die Zeit, in der ein unveränderter Grenzwert die meisten gesunden Pferde falsch einordnen würde.

Was steuert diesen Rhythmus?

Die Tageslänge. Eine australische Untersuchung mit monatlichen Blutentnahmen über ein Jahr hält ausdrücklich fest, dass der Anstieg nicht auf die Herbstmonate beschränkt ist, sondern mit der Veränderung der Photoperiode einhergeht. Eine Laborauswertung über zehn Rassen fand den Tiefpunkt im April und den Gipfel im September.

Dieselbe Laborauswertung beschreibt den zeitlichen Ablauf genauer. Der Anstieg scheint Ende April oder Anfang Mai einzusetzen, wenn die Tage länger werden, und fällt nach der Tagundnachtgleiche Ende September rasch wieder ab, sobald der Tag unter zwölf Stunden sinkt. Wer Ende September oder im Oktober messen lässt, misst je nach Datum an einer sehr steilen Stelle dieser Kurve. Das Wort Herbst ist dabei eine Abkürzung: Die eigentliche Grösse ist die Tageslänge, nicht der Monatsname.

Woher die Grenzwerte 29 und 47 stammen

Die beiden Zahlen, die in Befundberichten und Ratgebern am häufigsten auftauchen, haben eine einzige Quelle: dieselbe britische Arbeit von 2012. Sie setzte die obere Referenzgrenze von November bis Juli bei 29 pg/ml an und von August bis Oktober bei 47 pg/ml. Ihre Autoren zogen daraus den Schluss, dass sich ACTH das ganze Jahr über verwenden lässt, sofern der zum Zeitraum passende Referenzbereich benutzt wird.

Die Herkunft der Zahlen verdient einen zweiten Blick. Die Vergleichsgruppe bestand aus Klinikpatienten, die aus anderen Gründen aufgenommen worden waren, nicht aus einer zufällig gezogenen Stichprobe gesunder Pferde. Und die Zuordnung der Krankheitsfälle stützte sich auf einen klinischen Verdacht zusammen mit einem ACTH-Wert oberhalb der Grenze des jeweiligen Zeitraums. Die Grenze wurde also teilweise mit sich selbst begründet. Das entwertet die Arbeit nicht, sie bleibt die Primärquelle beider Zahlen, aber es erklärt, warum spätere Untersuchungen zu anderen Grenzen kamen.

Andere Länder haben eigene Bereiche berechnet, und diese fallen deutlich anders aus. Eine südafrikanische Arbeit nahm 80 klinisch gesunden Pferden unter zwölf Jahren zwölf Monate lang jeden Monat Blut ab. Die obere Grenze lag im dortigen Frühsommer bei 21,4 pg/ml und im dortigen Herbst bei 60,6 pg/ml: in derselben Population und im selben Labor also fast dreimal so hoch. Bemerkenswert ist, was die Autoren daraus schliessen. Die Form des Jahresrhythmus entspricht jener anderswo, unterschiedlich ist allein die Höhe der Grenzen.

Warum zwei Labore verschiedene Zahlen liefern

Ein Messwert ist keine feste Eigenschaft des Pferdes. Eine deutsche Untersuchung schickte 2013 von vierzehn Pferden je zwei zeitgleich entnommene, unterschiedlich beschriftete Proben an vier Labore. Innerhalb desselben Labors lagen die beiden Werte desselben Pferdes im Mittel rund 19 pg/ml auseinander; in einem Fall standen 121 pg/ml gegen weniger als 5. Zwischen den Laboren betrug der mittlere Unterschied rund 26 pg/ml, und ein zwanzigjähriger Wallach wurde je nach Labor mit 60,9 oder mit 108 pg/ml geführt. Wurde die Probe sofort zentrifugiert, fiel der Wert im Schnitt um 11,6 pg/ml höher aus.

Diese Arbeit stammt aus dem Jahr 2013, und die heute eingesetzten Geräte sind nicht mehr dieselben. Ihre Aussage überdauert trotzdem, weil sie nicht Pferde verglich, sondern Labore. Eine methodische Untersuchung von 2026 knüpft daran an: Sie hält fest, dass die veröffentlichten Grenzwerte fast ausschliesslich für ein einziges Analysegerät gelten. Zwischen zwei Geräten desselben Herstellers liess sich ein Grenzwert dort zuverlässig übertragen, zwischen Geräten verschiedener Hersteller nicht, weil die Abweichung von der Höhe der Konzentration abhing.

Kann ich zwei Laborberichte direkt vergleichen?

Nur mit Vorbehalt. Solange beide Berichte dasselbe Verfahren und denselben Referenzbereich nennen, ist ein Vergleich sinnvoll. Stammen sie aus verschiedenen Laboren oder von verschiedenen Geräten, kann ein Unterschied allein aus der Messung kommen. Der jeweils mitgelieferte Referenzbereich gehört deshalb untrennbar zum Wert dazu.

Der Herbstwert misst nicht nur ACTH

Eine britische Arbeit liess dieselben Ponyproben von zwei verbreiteten Messverfahren parallel bestimmen. Im Herbst wichen die beiden Verfahren im Mittel um 38,6 pg/ml voneinander ab, im folgenden Frühjahr nur um 5,1. Ein Unterschied, der im Herbst rund siebenmal so gross ist wie im Frühjahr, spricht nicht für Zufall, sondern dafür, dass im Herbst etwas mitgemessen wird.

Diese Spur führt zu einem Eiweissbruchstück mit dem Kürzel CLIP, das im selben Abschnitt der Hirnanhangdrüse entsteht wie ACTH und dessen hinterem Teil entspricht. Eine Laboruntersuchung von 2023 wies nach, dass CLIP an denselben Fangantikörper bindet wie ACTH, während ein zweites verwandtes Bruchstück dies nicht tut. Im Blutplasma eines im Herbst beprobten Ponys liess sich körpereigenes CLIP nachweisen. Die Arbeit belegt die Bindung; wie viel des gemessenen Herbstanstiegs auf sie entfällt, ist ausdrücklich offen.

Welche Folgen das im Stall hat, zeigt dieselbe Untersuchungsreihe an Ponys ohne Hufrehe. Von 88 Tieren, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahreszeiten beprobt wurden, lagen 56 im Herbst über der veröffentlichten Grenze von 47 pg/ml. Von diesen 56 waren 39 im folgenden Frühjahr wieder unter der entsprechenden Grenze von 29 pg/ml, ohne jede Behandlung. Ob dahinter eine Messinterferenz, eine echte jahreszeitliche Schwankung oder beides steht, ist nicht abschliessend geklärt.

Wie gut der Wert erkrankte von gesunden Pferden trennt

Zur diagnostischen Treffsicherheit liegt eine zusammenfassende Auswertung von elf Untersuchungen vor. Über alle Schwellen hinweg erkannte der basale ACTH-Wert dort rund sieben von zehn erkrankten Pferden und ordnete rund neun von zehn nicht erkrankten korrekt ein. Am häufig verwendeten Grenzwert von 35 pg/ml fiel die Erkennungsrate erkrankter Tiere noch etwas tiefer aus. Die Autoren empfehlen den Test ausdrücklich nicht als Reihenuntersuchung und nicht bei einem Pferd ohne klinische Zeichen.

Warum das so ist, lässt sich an ihrem eigenen Rechenbeispiel ablesen. Es zeigt, dass derselbe Test bei verschiedenen Pferden verschiedene Fehler macht, und dass die Vorwahrscheinlichkeit darüber entscheidet, welcher Fehler überwiegt.

Erwartete Fehlbefunde pro 1'000 getestete Pferde, gerechnet aus der zusammenfassenden Auswertung von elf Untersuchungen zum basalen ACTH-Wert.
Anteil tatsächlich erkrankter PferdeFalsch positive BefundeFalsch negative Befunde
2 von 1001277
20 von 10010468
90 von 10013306

Eine unabhängige systematische Übersichtsarbeit derselben Jahre kommt zu einer Kernaussage, die sich gut merken lässt: Der Wert schliesst besser aus, als er nachweist. Die mittlere Erkennungsrate erkrankter Tiere lag dort bei rund 76 Prozent, jene korrekt eingeordneter gesunder Tiere bei rund 95 Prozent. Auf eine Zusammenfassung in einer einzigen Zahl verzichteten die Autoren wegen der starken Unterschiede zwischen den Studien und wegen der festgestellten Verzerrungen.

Die britische Fachgesellschaft hat 2024 eine Leitlinie nach einem formalen Bewertungsverfahren vorgelegt. Sie beziffert die Gesamttreffsicherheit des basalen Werts auf 88 bis 92 Prozent im Herbst und auf 70 bis 86 Prozent ausserhalb des Herbstes, abhängig von der Vorwahrscheinlichkeit. Und sie zieht daraus eine ungewöhnliche Konsequenz: Weil sich Grenzwerte, die alle denkbaren Einflussgrössen berücksichtigen, nicht praktikabel festlegen lassen, spricht sie sich für Graubereiche aus statt für eine einzige Trennlinie.

Wie wahrscheinlich ist die Erkrankung überhaupt?

Das hängt vor allem am Alter. Eine systematische Übersichtsarbeit beziffert die belastbarste Häufigkeitsschätzung auf 21,2 Prozent bei Pferden und Ponys ab fünfzehn Jahren und auf 2,9 Prozent in der gesamten Pferdepopulation. Unter zehn Jahren gilt die Vorwahrscheinlichkeit als gering. Zunehmendes Alter ist zugleich der einzige gesicherte Risikofaktor dieser Übersicht.

Rasse, Alter und Fütterung verschieben die Grenze mit

Ein Referenzbereich, der für alle Pferde gilt, existiert nicht. Eine australische Untersuchung an 399 Tieren ohne Krankheitszeichen mass rund um beide Tagundnachtgleichen. Im Herbst lagen Ponys anderer Rassen rund 1,55-mal und Shetlandponys rund 2,67-mal so hoch wie Vollblüter. Im Frühjahr unterschieden sich dieselben Gruppen nicht. Der Rasseunterschied ist also kein dauerhaftes Merkmal des Tieres, sondern ein jahreszeitliches.

Eine Laborauswertung über zehn Rassen ergänzt, dass sich auch das Zeitfenster unterscheidet. Araber und Esel lagen vor allem von Mai bis November höher, Shetlandponys und walisische Rassen dagegen erst von Juli bis November. Rasse und Monat lassen sich deshalb nicht getrennt beurteilen, sondern nur zusammen.

Das Alter wirkt in zwei Richtungen zugleich. Eine amerikanische Untersuchung an neun Standorten mit monatlichen Entnahmen fand bei Pferden über fünfzehn Jahren ganzjährig höhere Werte als bei jüngeren und zusätzlich einen stärker ausgeprägten Herbstanstieg. Alter ist damit nicht nur ein Risikofaktor für die Erkrankung selbst, es verschiebt bereits bei augenscheinlich gesunden Tieren den gemessenen Wert.

Auch das Futter kann den Wert bewegen. In einem Versuch erhielten sechzehn gesunde Pferde vier energetisch vergleichbare Kraftfutter in wechselnder Reihenfolge, mit Messungen im März, Mai, August und Oktober. Im Oktober lag der Wert bei 57,7 pg/ml gegenüber 13,2 im März. Ältere Pferde unter stärkereichem Futter erreichten 60,0 pg/ml, gleich gefütterte jüngere 15,7. Die Autoren schliessen daraus, dass ein stärkereich gefüttertes Pferd fälschlich als erkrankt eingestuft werden kann. Sechzehn Tiere an einem Standort: ein Hinweis, keine Regel.

Im Herbst testen oder nicht: der Widerspruch löst sich auf

Die eine Seite empfiehlt den Herbst, weil der Abstand zwischen erkrankten und gesunden Tieren dann am grössten und die Treffsicherheit am höchsten ist. Die andere rät vom Herbst ab, weil die Werte dann am stärksten schwanken. Beide Seiten stützen sich auf reale Befunde, und beide beschreiben dieselbe Kurve von verschiedenen Enden her.

Für die Schwankung gibt es eine direkte Messung. Eine australische Arbeit wiederholte einen Stimulationstest bei denselben Pferden im Abstand von zwei Wochen. Im Winter fand sie keinen Unterschied zwischen den beiden Terminen und eine sehr gute Wiederholbarkeit. Im Herbst fielen die Werte beim zweiten Termin deutlich tiefer aus, die Schwankung innerhalb desselben Pferdes war grösser, und es kam zu doppelt so vielen Fehleinordnungen. Die Jahreszeit mit der besten Trennschärfe ist also zugleich jene mit der geringsten Stabilität. Zwanzig Pferde an einem Standort: ein Signal, keine Entscheidungsgrundlage.

Die Auflösung liegt nicht im Datum, sondern in der Grenze, gegen die gelesen wird. Eine prospektive Untersuchung an 106 Pferden bestimmte für jeden Monat zwei verschiedene Arten von Grenze. Ein diagnostischer Schwellenwert hob die Erkennungsrate erkrankter Tiere von rund sechs auf rund neun von zehn und findet damit auch leichte Fälle. Ein Referenzintervall hob den Anteil korrekt eingeordneter gesunder Tiere von 85 auf 98 Prozent und verhindert damit unnötige Behandlungen. Welche Grenze die richtige ist, hängt davon ab, welcher Fehler im konkreten Fall schwerer wiegt. Diese Entscheidung ist klinisch, nicht rechnerisch.

Eine Auswertung von über 75'000 Pferden aus einer Labordatenbank kommt von der Datenseite zum selben Ergebnis. Die Unterschiede von Woche zu Woche bleiben den grössten Teil des Jahres klein und werden erst von Mitte Juni bis Anfang Dezember bedeutend, mit der grössten Schwankung Ende September und Anfang Oktober. Wer in dieser Phase misst, braucht deshalb keinen groben Jahreszeitenbezug, sondern einen eng gefassten.

Was ein hoher Wert über das Hufrehe-Risiko aussagt

Viele Halterinnen und Halter lesen den ACTH-Wert vor allem als Hufrehe-Warnung. Dieser Verknüpfung halten die Daten nur teilweise stand. Die britische Leitlinie hält fest, dass Equiden mit der Erkrankung der Hirnanhangdrüse und gleichzeitig erhöhtem Insulin stärker rehegefährdet erscheinen, dass ACTH aber kein eigenständiger Vorhersagewert für das Rehe-Risiko ist.

Eine Kohorte von 374 zuvor nicht an Hufrehe erkrankten Ponys, halbjährlich über bis zu vier Jahre untersucht, bestätigt das ausdrücklich. Im gemeinsamen Modell blieben der Insulinwert im Nüchternzustand, der Insulinwert eine Stunde nach einer Zuckergabe, das Fettgewebshormon Adiponektin und ein auseinanderlaufendes Hufwachstum. ACTH war nicht eigenständig mit Hufrehe verbunden. In der Gruppe mit den höchsten Insulinwerten, rund einem von zehn Ponys, erkrankten über vier Jahre geschätzt 69 Prozent, in der Gruppe mit den tiefsten Werten 6 Prozent.

Aus der Schweiz liegt eine kleine Arbeit an 51 klinisch gesunden alten Pferden vor. Geprüft wurde, was mit röntgenologisch sichtbaren Umbauten einer chronischen Hufrehe einherging. Nur das Alter tat es: Pferde zwischen 26 und 32 Jahren zeigten diese Umbauten häufiger als Pferde zwischen 15 und 25. Ein ACTH-Wert oberhalb des saisonal angepassten Referenzbereichs war nicht damit verbunden, ebenso wenig der Ernährungszustand oder der Halskammscore. Einundfünfzig Pferde, ein einziger Messzeitpunkt: Die Arbeit zeigt eine fehlende Verbindung, sie beweist keine Abwesenheit.

Veröffentlichte obere Referenzgrenzen für basales ACTH nach Region, Vergleichsgruppe und Jahreszeit

Eigene Auswertung

Zusammengestellt aus den Originalarbeiten dieses Beitrags, die eine eigene obere Referenzgrenze berechnet haben; aufgenommen sind nur Grenzen mit ausgewiesener Vergleichsgruppe und ausgewiesenem Zeitraum. Die Werte sind untereinander nicht austauschbar, weil Population, Messverfahren und geografische Breite verschieden sind, und die Jahreszeiten beziehen sich jeweils auf die eigene Halbkugel.
Untersuchung und RegionVergleichsgruppeZeitraum im JahrObere Grenze in pg/mlWie die Grenze zustande kam
Grossbritannien, 2012156 Klinikpferde ohne Hinweis auf eine Erkrankung der HirnanhangdrüseNovember bis Juli29Referenzintervall aus einer Klinikpopulation, nach Zeitraum getrennt ausgewertet
Grossbritannien, 2012dieselbe VergleichsgruppeAugust bis Oktober47dieselbe Auswertung, zweiter Zeitraum
Südafrika, Gauteng, 202280 klinisch gesunde Pferde unter zwölf JahrenFrühsommer der Südhalbkugel21,4monatliche Blutentnahmen über zwölf Monate, Grenzen je Jahresabschnitt berechnet
Südafrika, Gauteng, 2022dieselbe GruppeHerbst der Südhalbkugel60,6gleiche Berechnung, anderer Jahresabschnitt
Südafrika, Gauteng, 2022dieselbe GruppeWinter der Südhalbkugel22,3gleiche Berechnung, anderer Jahresabschnitt
Perth, Westaustralien, 201740 klinisch unauffällige Pferde unter zwanzig Jahrenruhige Jahresphase43monatliche Entnahmen über zwölf Monate; ausgewiesen ist die obere Kante des Unsicherheitsbereichs der Grenze
Perth, Westaustralien, 2017dieselbe GruppeGipfelphase94gleiche Berechnung, Phase des Jahresmaximums
Townsville, Queensland, 201741 klinisch unauffällige Pferde unter zwanzig Jahrenruhige Jahresphase67zweiter Standort derselben Untersuchung, gleiche Berechnung
Townsville, Queensland, 2017dieselbe GruppeGipfelphase101gleiche Berechnung, Phase des Jahresmaximums

Grenzen und Unsicherheiten

  • Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf der Ebene systematische Übersicht, Metaanalyse oder randomisierter Versuch abzustützen, ist in diesem Feld nicht erfüllbar: Nur vier der hier verwendeten Arbeiten erreichen diese Ebene, der Rest sind Leitlinien-, Kohorten-, Fall-Kontroll-, Querschnitts- und Laborstudien.
  • Die beiden meistzitierten Grenzen, 29 und 47 pg/ml, stammen aus einer einzigen Arbeit von 2012. Ihre Vergleichsgruppe bestand aus Klinikpatienten, und die Krankheitsfälle wurden teilweise über einen ACTH-Wert oberhalb ebendieser Grenze definiert, was die Schätzung in sich selbst verankert.
  • Für diese Erkrankung existiert kein unabhängiger Referenzstandard. Mehrere der ausgewerteten Studien stützen sich auf zusammengesetzte Falldefinitionen, die den geprüften Test selbst enthalten, und die zusammenfassende Auswertung nennt genau diesen Punkt sowie das Fall-Kontroll-Design als Gründe für künstlich zu gute Treffsicherheiten.
  • Die veröffentlichten Grenzwerte gelten fast ausschliesslich für ein einziges Analysegerät. Zwischen Geräten verschiedener Hersteller ist die Übertragung nicht linear, sodass eine in der Fachliteratur gelesene Grenze nicht ohne Weiteres auf einen beliebigen Laborbericht passt.
  • Für die Schweiz liegen keine eigenen saisonalen Referenzbereiche vor. Die einzige hier gefundene Schweizer Arbeit verwendete einen bestehenden, saisonal angepassten Bereich, sie berechnete keinen eigenen; die zitierten Grenzen stammen aus Grossbritannien, Südafrika und Australien.
  • Die Untersuchung zur Streuung zwischen Laboren stammt aus dem Jahr 2013 und beschreibt einen Gerätestand, der heute überholt ist. Sie zeigt, dass Laborunterschiede bestehen können, nicht wie gross sie in einem heutigen Schweizer Labor ausfallen.

Offene Fragen

  • Wie viel des gemessenen Herbstanstiegs entfällt auf die Bindung des Bruchstücks CLIP an den Fangantikörper und wie viel auf eine tatsächlich höhere ACTH-Ausschüttung?
  • Welche saisonalen Referenzbereiche gelten für die geografische Breite der Schweiz und für die hier verbreiteten Rassen, insbesondere für Robustponys und Esel?
  • Verändern rassen- und monatsspezifische Grenzen den Verlauf betroffener Pferde, oder verschieben sie nur die Zuordnung auf dem Laborblatt?
  • Warum ist der Test ausgerechnet in der Jahreszeit am wenigsten wiederholbar, in der er am besten trennt?

Häufige Fragen

Mein Pferd hat im Herbst einen ACTH-Wert von 60. Ist das schlimm?

Aus dieser Zahl allein folgt keine Diagnose. Ob 60 pg/ml über oder unter der Grenze liegt, hängt vom Zeitraum, vom Labor und vom Messgerät ab: In britischen Daten liegt die Herbstgrenze bei 47 pg/ml, in einer südafrikanischen Population bei 60,6, an einem australischen Standort bei 94. Dazu kommen Rasse, Alter und Fütterung, die den Wert bei gesunden Tieren verschieben. Aussagekräftig wird der Wert erst zusammen mit dem Referenzbereich des messenden Labors und mit den klinischen Zeichen, die die Tierarztpraxis erhebt.

Soll ich im Frühjahr noch einmal messen lassen?

Das ist eine Frage an die Praxis, keine, die dieser Text beantwortet. Was die Daten dazu sagen: In einer britischen Untersuchungsreihe lagen 56 von 88 Ponys im Herbst über der Grenze von 47 pg/ml, und 39 dieser 56 lagen im folgenden Frühjahr wieder unter der Frühjahrsgrenze von 29, ohne jede Behandlung. Ein einzelner hoher Herbstwert bleibt damit vorläufig. Umgekehrt schwanken die Werte im Winter deutlich weniger, was eine Wiederholung in dieser Zeit besser vergleichbar macht.

Warum steht auf meinem Befund ein anderer Referenzbereich als im Internet?

Weil Referenzbereiche an ein Labor gebunden sind. Sie werden aus einer bestimmten Vergleichsgruppe, mit einem bestimmten Messverfahren und für einen bestimmten Zeitraum berechnet. Eine methodische Untersuchung von 2026 hält fest, dass die veröffentlichten Grenzwerte fast ausschliesslich für ein einziges Analysegerät gelten und sich zwischen Geräten verschiedener Hersteller nicht einfach übertragen lassen. Der Bereich auf Ihrem Befund gehört zu Ihrem Wert. Eine Zahl aus einem Ratgeber gehört zu einem anderen Labor und ist kein Massstab für Ihr Ergebnis.

Mein Pony ist erst zwölf. Kann der Wert trotzdem erhöht sein?

Ja, und das sagt für sich genommen wenig. Bei Equiden unter zehn Jahren gilt die Wahrscheinlichkeit dieser Erkrankung als gering, und je geringer sie ist, desto mehr der auffälligen Werte sind falsch positiv: Im Rechenbeispiel der zusammenfassenden Auswertung entfallen bei zwei Betroffenen unter hundert Pferden rund 127 falsch positive auf 1'000 getestete Tiere. Zugleich lagen Shetlandponys im Herbst rund 2,7-mal so hoch wie Vollblüter, im Frühjahr dagegen gleich. Rasse und Jahreszeit erklären deshalb einen erheblichen Teil solcher Befunde.

Bedeutet ein hoher ACTH-Wert, dass mein Pferd Hufrehe bekommt?

Nein, jedenfalls nicht für sich allein. Die britische Leitlinie hält fest, dass ACTH kein eigenständiger Vorhersagewert für das Rehe-Risiko ist. In einer Kohorte von 374 zuvor nicht an Hufrehe erkrankten Ponys blieben im gemeinsamen Modell der Insulinwert nüchtern, der Insulinwert nach einer Zuckergabe, das Fettgewebshormon Adiponektin und ein auseinanderlaufendes Hufwachstum, ACTH dagegen nicht. Eine Schweizer Arbeit an 51 alten Pferden fand ebenfalls keine Verbindung zwischen einem Wert über dem saisonal angepassten Bereich und röntgenologischen Rehe-Umbauten; verbunden war dort nur das Alter.

Ist der Stimulationstest zuverlässiger als eine einfache Blutentnahme?

Er schneidet in mehreren Arbeiten besser ab, aber nicht durchgehend. In einer prospektiven Untersuchung an 106 Pferden stieg die Gesamttreffsicherheit mit dem Stimulationstest gegenüber dem basalen Wert an. Eine zwölfmonatige Untersuchung an 63 Pferden relativiert das: Die Erkennungsrate erkrankter Tiere war nicht das ganze Jahr über bedeutsam besser, und der Zugewinn betraf vor allem Tiere ohne deutliche klinische Zeichen. Auch dieser Test folgt dem Jahresrhythmus, mit den tiefsten Werten von Februar bis Mai und den höchsten von August bis Oktober.

Quellen

  1. Menzies-Gow NJ, Banse HE, Duff A, Hart N. BEVA primary care clinical guidelines: Diagnosis and management of equine pituitary pars intermedia dysfunction. Equine Veterinary Journal, 2024 (Fachempfehlung | Pferd)DOI 10.1111/evj.14009
    Die Gesamttreffsicherheit des basalen ACTH-Werts liegt je nach Vorwahrscheinlichkeit bei 88 bis 92 Prozent im Herbst und 70 bis 86 Prozent ausserhalb; weil sich Grenzwerte unter Berücksichtigung aller Einflussgrössen nicht praktikabel festlegen lassen, empfiehlt die Leitlinie Graubereiche, und sie hält fest, dass ACTH kein eigenständiger Vorhersagewert für Hufrehe ist.
  2. Meyer JC, Hunyadi LM, Ordóñez-Mena JM. The accuracy of ACTH as a biomarker for pituitary pars intermedia dysfunction in horses: A systematic review and meta-analysis. Equine Veterinary Journal, 2022 (Meta-Analyse | Pferd)DOI 10.1111/evj.13500
    Aus elf Primärstudien ergaben sich eine gepoolte Erkennungsrate erkrankter Tiere von 0,72 und eine Rate korrekt eingeordneter gesunder Tiere von 0,88; die Autoren empfehlen den basalen Wert als Bestätigungstest bei hoher Vorwahrscheinlichkeit, ausdrücklich nicht als Reihenuntersuchung und nicht bei Pferden ohne klinische Zeichen.
  3. Tatum RC, McGowan CM, Ireland JL. Evaluation of the sensitivity and specificity of basal plasma adrenocorticotrophic hormone concentration for diagnosing pituitary pars intermedia dysfunction in horses: A systematic review. The Veterinary Journal, 2021 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2021.105695
    Bei einer mittleren Erkennungsrate erkrankter Tiere von 75,5 Prozent und einer mittleren Rate korrekt eingeordneter gesunder Tiere von 95,2 Prozent schliesst der basale Wert die Erkrankung besser aus, als er sie nachweist; auf eine Metaanalyse verzichteten die Autoren wegen der festgestellten Verzerrungen und der starken Unterschiede zwischen den Studien.
  4. Ireland JL, McGowan CM. Epidemiology of pituitary pars intermedia dysfunction: A systematic literature review of clinical presentation, disease prevalence and risk factors. The Veterinary Journal, 2018 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2018.03.002
    Aus 29 eingeschlossenen Publikationen ergeben sich als belastbarste Häufigkeitsschätzungen 21,2 Prozent bei Equiden ab fünfzehn Jahren und 2,9 Prozent in der Gesamtpopulation, und als einziger gesicherter Risikofaktor bleibt das zunehmende Alter, während Aussagen zu Rasse und Geschlecht widersprüchlich bleiben.
  5. Jacob SI, Geor RJ, Weber PSD, Harris PA. Effect of dietary carbohydrates and time of year on ACTH and cortisol concentrations in adult and aged horses. Domestic Animal Endocrinology, 2018 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.domaniend.2017.10.005
    Bei sechzehn gesunden Pferden lag der basale Wert im Oktober bei 57,7 gegenüber 13,2 pg/ml im März, und ältere Tiere unter stärkereichem Futter erreichten 60,0 gegenüber 15,7 pg/ml bei gleich gefütterten jüngeren: Die Autoren werten die Fütterung als möglichen Störfaktor, der zu einer falschen Einstufung als erkrankt führen kann.
  6. Durham AE, Clarke BR, Potier JFN, Hammarstrand R. Clinically and temporally specific diagnostic thresholds for plasma ACTH in the horse. Equine Veterinary Journal, 2021 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13292
    In einer Labordatenbank mit 75'892 Pferden bleiben die Unterschiede von Woche zu Woche den grössten Teil des Jahres klein und werden von Mitte Juni bis Anfang Dezember bedeutend, mit dem Maximum Ende September und Anfang Oktober; die Autoren fordern zeitraumspezifische Grenzwerte und eine Wahl der Grenze nach dem im Einzelfall unerwünschteren Fehler.
  7. Durham AE, Potier JF, Huber L. The effect of month and breed on plasma adrenocorticotropic hormone concentrations in equids. The Veterinary Journal, 2022 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2022.105857
    Über zehn Rassen zeigt sich ein Jahresrhythmus mit Tiefpunkt im April und Gipfel im September, wobei Araber und Esel vor allem von Mai bis November, Shetlandponys und walisische Rassen erst von Juli bis November erhöht sind: Rasse und Monat müssen gemeinsam beurteilt werden.
  8. Bamford NJ, Stewart AJ, El-Hage CM, Bertin FR. Investigation of breed differences in plasma adrenocorticotropic hormone concentrations among healthy horses and ponies. The Veterinary Journal, 2023 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2023.105995
    Bei 399 Tieren ohne Krankheitszeichen lagen im Herbst Ponys anderer Rassen 1,55-mal und Shetlandponys 2,67-mal so hoch wie Vollblüter, im Frühjahr bestand kein Unterschied: Der Rasseeffekt ist jahreszeitlich, und Referenzbereiche für den Herbst müssen die Rasse berücksichtigen.
  9. Copas VEN, Durham AE. Circannual variation in plasma adrenocorticotropic hormone concentrations in the UK in normal horses and ponies, and those with pituitary pars intermedia dysfunction. Equine Veterinary Journal, 2012 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/j.2042-3306.2011.00444.x
    Primärquelle der Grenzen 29 pg/ml von November bis Juli und 47 pg/ml von August bis Oktober: Die Jahresschwankung besteht in beiden Gruppen mit den höchsten Werten von August bis Oktober, und ACTH bleibt ganzjährig verwendbar, sofern der zum Zeitraum passende Referenzbereich benutzt wird.
  10. Fisher D, Schliewert EC, Hooijberg EH. Temporally specific adrenocorticotropic hormone reference intervals for horses in South Africa. Journal of the South African Veterinary Association, 2022 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.36303/JSAVA.001
    Bei 80 klinisch gesunden Pferden unter zwölf Jahren mit monatlichen Entnahmen über ein Jahr lagen die oberen Referenzgrenzen bei 21,4 pg/ml im Frühsommer, 60,6 im Herbst und 22,3 im Winter: Die Form des Jahresrhythmus entspricht jener anderswo, die Höhe der Grenzen ist orts- und laborspezifisch.
  11. Secombe CJ, Tan RHH, Perara DI, Byrne DP. The Effect of Geographic Location on Circannual Adrenocorticotropic Hormone Plasma Concentrations in Horses in Australia. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2017 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.14782
    Bei 81 klinisch unauffälligen Pferden an zwei Standorten mit monatlichen Entnahmen über zwölf Monate ist der Anstieg nicht auf die Herbstmonate beschränkt, sondern mit der Veränderung der Photoperiode verbunden; die oberen Grenzen unterschieden sich zwischen Perth und Townsville deutlich und müssen je Standort bestimmt werden.
  12. Pinn-Woodcock TL, Llanos-Soto SG, Ivanek R, Goodrich E. Seasonal elevation in equine adrenocorticotropic hormone occurs throughout the contiguous United States and is influenced by latitude and age. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2025 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.2460/javma.25.04.0223
    Bei 201 augenscheinlich gesunden Pferden an neun Standorten liegen Tiere über fünfzehn Jahren ganzjährig höher und zeigen zusätzlich einen stärker ausgeprägten Herbstanstieg, weshalb Jahreszeit und Alter gemeinsam in die Auslegung eines basalen Werts eingehen müssen.
  13. Knowles EJ, Moreton-Clack MC, Shaw S, Harris PA. Plasma adrenocorticotropic hormone (ACTH) concentrations in ponies measured by two different assays suggests seasonal cross-reactivity or interference. Equine Veterinary Journal, 2018 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.12797
    Zwei Messverfahren wichen im Herbst im Mittel um 38,6 pg/ml voneinander ab, im Frühjahr nur um 5,1; von 88 in beiden Jahreszeiten beprobten Ponys lagen 56 im Herbst über 47 pg/ml, davon 39 im folgenden Frühjahr wieder unter 29 pg/ml ohne Behandlung, was die Autoren auf ein im Herbst verändertes Peptidmuster der Hirnanhangdrüse zurückführen.
  14. Knowles EJ, Hyde C, Harris PA, Elliott J. Short Communication: Identification of equine corticotropin-like intermediate lobe peptide (CLIP) binding to an adrenocortipcotrophic hormone (ACTH) assay capture antibody. Domestic Animal Endocrinology, 2023 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.domaniend.2023.106785
    Das Bruchstück CLIP bindet an denselben Fangantikörper wie ACTH, ein zweites verwandtes Bruchstück dagegen nicht, und körpereigenes CLIP liess sich im Plasma eines im Herbst beprobten Ponys nachweisen: Die Interferenz ist belegt, ihr Anteil am gemessenen Anstieg ist nicht quantifiziert.
  15. Gehlen H, Bradaric Z. [Study on the reproducibility of ACTH concentrations in plasma of horses with and without equine Cushing syndrome]. Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, 2013 (Laborstudie | Pferd)PMID 23901591
    Bei vierzehn Pferden und 132 Proben, verteilt auf vier Labore, lagen zeitgleich entnommene Doppelproben innerhalb desselben Labors im Mittel rund 19 pg/ml auseinander und zwischen den Laboren rund 26 pg/ml, und eine sofortige Zentrifugation hob den Wert im Mittel um 11,6 pg/ml an.
  16. Durham AE, Lopes A. Transference of diagnostic thresholds for equine plasma ACTH from the Immulite 1000 to Immulite 2000XPi and Tosoh AIA systems. Domestic Animal Endocrinology, 2026 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.domaniend.2026.107015
    Die veröffentlichten Grenzwerte gelten fast ausschliesslich für ein einziges Analysegerät; zwischen zwei Geräten desselben Herstellers war die Übertragung linear, zwischen Geräten verschiedener Hersteller dagegen konzentrationsabhängig und damit nur über eine eigene Umrechnung je Grenzwert möglich.
  17. Horn R, Stewart AJ, Jackson KV, Dryburgh EL. Clinical implications of using adrenocorticotropic hormone diagnostic cutoffs or reference intervals to diagnose pituitary pars intermedia dysfunction in mature horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2021 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16017
    An 106 Pferden mit monatlicher Testung hob ein diagnostischer Schwellenwert die Erkennungsrate erkrankter Tiere von 0,61 auf 0,87, ein Referenzintervall dagegen den Anteil korrekt eingeordneter gesunder Tiere von 0,85 auf 0,98: Die Wahl der Grenze ist eine klinische Entscheidung darüber, welcher Fehler schwerer wiegt.
  18. Adams AA, Siard-Altman MH, Reedy SE, Barker D. Evaluation of seasonal influences on adrenocorticotropic hormone response to the thyrotropin-releasing hormone stimulation test and its accuracy for diagnosis of pituitary pars intermedia dysfunction. The Veterinary Journal, 2023 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2023.106035
    Über zwölf Monate an 63 Pferden lagen die Werte nach Stimulation von Februar bis Mai am tiefsten und von August bis Oktober am höchsten; die Treffsicherheit übertraf jene des basalen Werts, die Erkennungsrate erkrankter Tiere war jedoch nicht ganzjährig bedeutsam besser, und der Zugewinn betraf vor allem Tiere ohne deutliche klinische Zeichen.
  19. Kam YN, McKenzie K, Coyle M, Bertin FR. Repeatability of a thyrotropin-releasing hormone stimulation test for diagnosis of pituitary pars intermedia dysfunction in mature horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2021 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16281
    Bei zwanzig Pferden, die im Abstand von zwei Wochen zweimal getestet wurden, war der Stimulationstest im Winter sehr gut wiederholbar, während im Herbst die Werte beim zweiten Termin tiefer lagen, die Streuung innerhalb desselben Pferdes grösser war und doppelt so viele Fehleinordnungen auftraten.
  20. Christen G, Precht C, van der Kolk J, Fouché N. Age over 25 years, but not plasma adrenocorticotropic hormone concentration above the seasonally adjusted reference range is predictive for radiographically assessed changes of chronic laminitis in elderly horses. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 2020 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.17236/sat00283
    Bei 51 klinisch gesunden alten Pferden war allein das Alter mit röntgenologischen Umbauten einer chronischen Hufrehe verbunden, während ein ACTH-Wert über dem saisonal angepassten Referenzbereich, der Ernährungszustand und der Halskammscore keine Verbindung zeigten.
  21. Knowles EJ, Elliott J, Harris PA, Chang YM. Predictors of laminitis development in a cohort of nonlaminitic ponies. Equine Veterinary Journal, 2023 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13572
    In einer Kohorte von 374 zuvor nicht an Hufrehe erkrankten Ponys über 891 Pony-Jahre war ACTH nicht eigenständig mit Hufrehe verbunden; im gemeinsamen Modell blieben der Insulinwert nüchtern, der Insulinwert nach Zuckergabe, Adiponektin und ein auseinanderlaufendes Hufwachstum, mit geschätzten Vier-Jahres-Häufigkeiten von 6, 22 und 69 Prozent in den drei Insulingruppen.

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