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Zusammenfassung
Mauke ist keine eigene Krankheit, sondern ein Reaktionsmuster der Haut an der Fesselbeuge mit vielen möglichen Auslösern. Konstant gefunden werden ein Befall mit Chorioptes-Milben und eine veränderte Hautflora; ein Zusammenhang mit Hautpilzen wird nicht konstant gefunden. Für keinen einzelnen Erreger ist bisher belegt, dass er die Mauke verursacht. Rasse, Fesselbehang, Alter und unpigmentierte Haut gehören zu den am besten gestützten Risikofaktoren.
21Primärquellen
14 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
2004–2026Publikationsjahre
Das Wesentliche
Mauke benennt ein Reaktionsmuster der Haut, keine Diagnose: dieselbe Läsion an der Fesselbeuge kann auf Milben, eine gestörte Hautflora, unpigmentierte Haut oder eine Gefässentzündung zurückgehen.
In einer belgischen Untersuchung trugen 144 von 156 Kaltblutpferden, also 92,31 Prozent, Chorioptes-Milben, während keines der 142 im selben Land untersuchten Warmblutpferde befallen war.
In Berner Fall-Kontroll-Daten war Staphylococcus aureus auf 59,0 Prozent der erkrankten Fesselbeugen nachweisbar gegenüber 6,3 Prozent bei gesunden Pferden; ob die Bakterien Ursache oder Folge sind, ist offen.
Bei 974 dreijährigen Freibergern lag die Häufigkeit bei 15,2 Prozent, und Gliedmassen mit weissen Abzeichen waren 2,6-mal häufiger betroffen als pigmentierte; die Fellfarbe spielte keine Rolle.
In einer Schweizer Halterbefragung fielen 69 Prozent aller Behandlungsentscheide ohne tierärztliche Beratung, und 62 Prozent der Pferde hatten schon mindestens viermal im Leben Mauke.
Mauke ist ein Reaktionsmuster der Haut, keine Diagnose
Mauke bezeichnet eine Entzündung der Haut an der Fesselbeuge, typischerweise an der Rückseite, also palmar an den Vorder- und plantar an den Hintergliedmassen. Eine Übersichtsarbeit von 2023 aus Bern hält ausdrücklich fest, dass dieses Bild ein unspezifisches Reaktionsmuster der Haut an den unteren Gliedmassen ist und keine Diagnose. Dieselbe Aussage steht in einer klinischen Übersicht von 2013: Mauke sei als Syndrom zu betrachten, nicht als Krankheit. Wer die Ursache sucht, sucht deshalb nicht den einen Erreger, sondern die Kombination aus Veranlagung, Hautbarriere, Besiedlung und Umgebung, die bei diesem Pferd zusammengekommen ist.
Das erklärt, warum dieselbe Erkrankung so unterschiedlich aussieht. Beschrieben sind eine schuppende Form, eine nässend-krustige Form und eine chronisch wuchernde Form mit derben Wülsten. In einer Erhebung an deutschen Kaltblutpferden waren die krustige und die hyperkeratotisch-hyperplastische Form am häufigsten. Unter demselben Alltagsnamen laufen ausserdem Bilder, die eigene Krankheiten sind: die Gefässentzündung der Fesselbeuge und das chronisch progressive Lymphödem der Kaltblutrassen.
Warum ändert dieser Unterschied im Alltag etwas?
Weil er die Reihenfolge umdreht. Wird Mauke als eigene Krankheit gelesen, wird direkt behandelt. Wird sie als Reaktionsmuster gelesen, steht zuerst die Frage, worauf die Haut reagiert. Die klinische Übersicht von 2013 nennt genau diesen ausgelassenen Schritt als Grund für ausbleibende Behandlungserfolge. Geprüft wurde diese Fachmeinung in einem Versuch allerdings nie.
Milben: der Befund, der am konstantesten auftaucht
Chorioptes bovis ist eine Räudemilbe, die auf der Hautoberfläche der unteren Gliedmassen lebt. Die Berner Übersichtsarbeit zählt den Befall zu den wenigen Zusammenhängen, die bei Mauke konstant gefunden werden. Wie deutlich er ausfallen kann, zeigt eine belgische Untersuchung an 156 Kaltblutpferden und 142 Warmblutpferden aus demselben Land: 144 der Kaltblüter, also 92,31 Prozent, trugen Milben, bei den Warmblütern kein einziges Pferd. Bei den Fohlen unter einem Jahr liessen sich Milben bereits ab dem sechsten Lebenstag nachweisen.
Diese belgische Arbeit untersuchte allerdings das chronisch progressive Lymphödem, eine verwandte, aber eigene Erkrankung der Kaltblutrassen. Übertragbar ist daraus vor allem der Kontrast zwischen den Rassen, nicht der Schluss auf die gewöhnliche Mauke. Eine kleine amerikanische Untersuchung an 15 erkrankten Pferden ordnet das Bild ein: vier davon waren milbenpositiv, alle vier hatten Fesselbehang. Die Chorioptes-Räude gilt darin als wichtige Differenzialdiagnose bei behangenen Pferden.
Ist jede Mauke eine Milbenräude?
Nein. In einer Feldstudie an 37 schwer betroffenen Kaltblutpferden mit warziger Mauke bestand zwischen dem Schweregrad und dem Milbenbefall kein Zusammenhang. Milben sind bei behangenen Pferden häufig und bei fortgeschrittenen wuchernden Formen offenbar nicht der treibende Befund. Nachweisen lassen sie sich nur über Hautgeschabsel oder Klebestreifen, nie über das blosse Aussehen der Läsion.
Die Hautflora: verändert, aber nicht überführt
Der zweite konstant gefundene Zusammenhang betrifft die Bakteriengemeinschaft der Haut. In einer Schweizer Fall-Kontroll-Studie wurden 80 Pferde untersucht, bei jedem eine erkrankte und eine gesunde Fesselbeuge. Auf der erkrankten Seite war die Vielfalt der Bakterien deutlich geringer, und die Zusammensetzung wich umso stärker ab, je schwerer die Läsionen waren. Am klarsten unterschied sich die Familie der Staphylokokken. Die Arbeit schliesst ausdrücklich, dass die Rolle dieser Bakterien in der Entstehung noch zu klären ist.
Eine zweite Berner Arbeit verglich 105 erkrankte mit 95 gesunden Pferden. Staphylococcus aureus liess sich auf 59,0 Prozent der erkrankten Fesselbeugen nachweisen und auf 6,3 Prozent der gesunden; in der Nase lagen die Werte bei 59,0 gegenüber 8,4 Prozent, und die Keime von Nase und Bein waren häufig eng verwandt. Acht Isolate waren methicillinresistent. Die Formulierung der Autorinnen und Autoren bleibt vorsichtig: der Befund lege einen Beitrag zur Entstehung nahe. Ein Beweis ist er nicht, denn beide Studien messen zu einem einzigen Zeitpunkt und können nicht sagen, ob die Besiedlung der Läsion vorausging oder ihr folgte.
Was gerade nicht regelmässig gefunden wird: Pilze und Dermatophilus
Zwei Erreger stehen in Ratgebertexten fast immer zuoberst, und beide halten der Prüfung schlecht stand. Dermatophilus congolensis gilt als klassischer Mauke-Keim. In einer amerikanischen Untersuchung an 15 erkrankten und 8 gesunden Pferden liess er sich mit einem molekularen Nachweisverfahren bei einem einzigen Pferd ohne Fesselbehang finden und bei keinem behangenen Pferd. In der mikroskopischen Untersuchung waren zwar bei allen erkrankten Pferden Bakterien sichtbar, aber nie Formen, die zu diesem Erreger gepasst hätten.
Für Hautpilze fiel die Bilanz ähnlich aus: die Pilzkultur auf Dermatophyten blieb bei allen 23 Pferden dieser Untersuchung negativ. Die Berner Übersichtsarbeit kommt unabhängig davon zum selben Ergebnis. Anders als beim Milbenbefall und bei der veränderten Hautflora wird ein Zusammenhang mit Pilzinfektionen in der Literatur nicht konstant gefunden.
Wer betroffen ist: Rasse, Behang, Alter, weisse Beine
Die am besten gestützten Risikofaktoren betreffen nicht die Umgebung, sondern das Pferd selbst. Die Berner Übersichtsarbeit nennt Alter, Rasse und rassetypische Körpermerkmale, vor allem starken Fesselbehang und grossen Röhrbeinumfang, als durch Daten gestützt, und zwar für die Häufigkeit ebenso wie für den Schweregrad. Hintergliedmassen und unpigmentierte Gliedmassen sind häufiger betroffen. Die genetischen Effekte gelten bei den Kaltblutrassen als komplex, und einen handelsüblichen Gentest gibt es bis heute nicht.
Anteil betroffener Pferde in einer Untersuchung an 917 deutschen Kaltblutpferden im Alter von 2,5 bis 26 Jahren.
Rasse
Anteil mit Mauke
Schwarzwälder Kaltblut
47,5 Prozent
Süddeutsches Kaltblut
58,5 Prozent
Mecklenburger Kaltblut
76,4 Prozent
Sächsisch-Thüringisches Kaltblut
84,3 Prozent
Schleswiger Kaltblut
86,0 Prozent
Rheinisch-Deutsches Kaltblut
96,1 Prozent
Für Schweizer Verhältnisse liegt eine Untersuchung an 974 dreijährigen Freibergern vor. 15,2 Prozent zeigten klinische Zeichen einer Mauke. Entscheidend war nicht die Fellfarbe, die mit den Hautbefunden gar nicht zusammenhing, sondern die unpigmentierte Haut der einzelnen Gliedmasse: Beine mit weissen Abzeichen waren 2,6-mal häufiger betroffen als pigmentierte. Der Anteil weisser Abzeichen hat sich in dieser Population innerhalb von dreissig Jahren mehr als verdoppelt. Warum unpigmentierte Haut anfälliger ist, ob über die Sonneneinstrahlung, über eine andere Barrierefunktion oder über mitvererbte Eigenschaften, ist offen.
Nässe, Schlamm und der Sommer: was die Wetterdaten hergeben
Kaum eine Erklärung ist so verbreitet wie die nasse Weide, und kaum eine ist schlechter belegt. Die Berner Übersichtsarbeit stuft die Datenlage zu Wettereinflüssen, also zu Regen und Feuchtigkeit, ausdrücklich als nicht schlüssig ein. Das widerspricht der gängigen Annahme, eine lange Einwirkung von Nässe sei ein vorbereitender oder gar auslösender Faktor.
Die einzige verfügbare Zeitreihe stammt aus einer Verlaufsstudie an sechs Freiberger Hengsten, vier davon mit Mauke, unter identischen Haltungsbedingungen, über zwölf zusammenhängende Monate mit monatlicher Untersuchung und Probenahme. Die Läsionen neigten dazu, im Herbst und im beginnenden Frühjahr schlechter zu werden. Ein klarer Zusammenhang zwischen Schweregrad und Niederschlagsmenge zeigte sich dagegen nicht: hohen Scores gingen ebenso oft geringe wie starke Niederschläge voraus. Die Autorinnen und Autoren bezeichnen ihre Beobachtungen selbst als vorläufig und die Gruppe als zu klein für einen festen Schluss. Auffällig war, dass sich das Wetter auf die Bakteriengemeinschaft erkrankter Fesselbeugen stärker auswirkte als auf die gesunder.
Warum hat mein Pferd im Sommer Mauke?
Darauf gibt die Studienlage keine belastbare Antwort. Sie sagt lediglich, dass die Gleichung Nässe gleich Mauke in der einzigen verfügbaren Verlaufsbeobachtung nicht aufging. Milbenbefall und unpigmentierte Haut wirken ganzjährig, und in derselben Beobachtung verschlechterten sich die Läsionen auch im Frühjahr. Ein trockener Sommer ist damit kein Schutz.
Stallausbrüche: die Spur, die selten gesucht wird
Mauke gilt als Problem des einzelnen Pferdes. Zwei finnische Arbeiten zeigen, dass sie auch als Ausbruch auftreten kann. In den Jahren 2021 und 2022 verlief in Finnland eine landesweite Häufung einer pustulös-vesikulären Fesselbeugendermatitis; in den betroffenen Ställen erkrankte jeweils rund ein Drittel der Pferde, teils mit schweren Hautveränderungen. Als wahrscheinlicher Auslöser wurde ein equines Parapoxvirus bestimmt, das überhaupt erst seit 2013 bekannt ist. Der wichtigste gefundene Risikofaktor war das Halten von Rennpferden, und betroffene Ställe berichteten häufig von Rennteilnahmen vor dem Auftreten der Krankheit.
Eine Folgearbeit untersuchte die Stallumgebung. Von 138 ausgewerteten Umgebungsproben waren 24 positiv auf virales Erbgut, und in fünf von sechs betroffenen Ställen fand sich mindestens eine positive Probe: an Putzzeug, an der Boxeneinrichtung, in der Einstreu und an den Händen der Betreuenden. Ein Nachweis von Erbgut ist allerdings kein Nachweis von vermehrungsfähigem Virus, und dass ein bestimmter Gegenstand die Krankheit tatsächlich übertragen hat, wurde nicht gezeigt.
Auch Bakterien können sich so verbreiten. In einem finnischen Stall wurden 2021 bei fünf Pferden mit Fesselbeugendermatitis Corynebacterium diphtheriae und Corynebacterium ulcerans nachgewiesen, zwei Isolate davon toxinbildend. Die Quelle blieb trotz Nachverfolgung unbekannt, alle getesteten menschlichen Kontaktpersonen waren negativ, und alle Pferde genasen. Solche Ausbrüche sind dokumentierte Möglichkeiten, keine häufigen Ursachen: für die Schweiz liegen dazu keine Zahlen vor, und ein Routinetest ist ausserhalb Finnlands nicht verfügbar.
Warum sie wiederkommt: was in der Abklärung regelmässig fehlt
Eine Schweizer Befragung von Halterinnen und Haltern zu 123 Pferden zeichnet ein deutliches Bild. 92 Prozent der Pferde waren zum Zeitpunkt des Gesprächs betroffen, und von 115 auswertbaren Antworten entfielen 62 Prozent auf Pferde, die schon mindestens viermal im Leben Mauke gehabt hatten. 69 Prozent aller Behandlungsentscheide fielen ohne tierärztliche Beratung. Von 150 eingesetzten Wund- und Pflegecremes waren 14 tierärztlich verordnet. Bei knapp einem Drittel der Pferde wurde eine Praxis erst beigezogen, als Schmerz oder Lahmheit auftraten.
Genau hier schliesst sich der Kreis. Die Selbstbehandlung erschwert laut derselben Arbeit die Bestimmung der zugrunde liegenden Ursache und macht die Behandlung häufig länger und teurer. Und sie verändert messbar, was eine spätere Abklärung überhaupt noch findet: in der Querschnittsuntersuchung an 16 Pferden hing das bakteriologische Ergebnis nachweislich auch von der Vorbehandlung ab.
Dass eine gefundene Ursache zu behandeln nicht automatisch die Haut heilt, zeigen die wenigen Versuche. In einem randomisierten Doppelblindversuch an 32 spanischen Bretonen sank die Milbenzahl in der Kombinationsgruppe deutlich, die Hautveränderungen besserten sich jedoch nur begrenzt, und bei den am schwersten betroffenen Pferden änderte sich nichts; die Autorinnen und Autoren führen das auf die kurze Studiendauer von siebzig Tagen zurück. In einem placebokontrollierten Versuch an 19 Kaltblutpferden waren nach erfolgreicher Milbenbehandlung Juckreiz und Räudeläsionen deutlich zurückgegangen, der Hautfaltenscore als Mass der bereits verfestigten Gewebeveränderung aber nicht.
Und manchmal findet auch die gründlichste Abklärung nichts. In einer Serie von 20 Pferden mit Gefässentzündung der Fesselbeuge liess sich trotz Gewebeuntersuchung keine zugrunde liegende Ursache bestimmen, das Ansprechen auf die Behandlung war schlecht und die Prognose vorsichtig.
Fütterung: viel behauptet, wenig geprüft
In Foren und in der Werbung ist die Fütterung ein Dauerthema: zu viel Eiweiss, zu wenig Zink, eine Übersäuerung. Für keine dieser Erklärungen liess sich in dieser Recherche eine Studie am Pferd finden, die sie geprüft hätte. Das ist kein Beweis dagegen, sondern eine Lücke: Diese Behauptungen wurden nicht widerlegt, sie wurden nie untersucht.
Was es gibt, sind zwei Beobachtungen ohne Eingriff. In einer Untersuchung an 493 Rheinisch-Deutschen Kaltblutpferden zum chronisch progressiven Lymphödem gingen Heulage und Kraftfutter im Winter mit höheren Scores einher, Weidegang und saubere Einstreu mit niedrigeren. Am schwersten wogen dort allerdings Zuchtregion, Geschlecht und Alter: Hengste erreichten 1,92-mal höhere Werte als Wallache und 5,02-mal höhere als Stuten. In der Feldstudie an 37 Kaltblutpferden mit warziger Mauke hatten die verabreichten Mengen an Mais und Hafer einen gewissen Einfluss auf den Schweregrad.
Beide Beobachtungen betreffen Kaltblutrassen und chronische Formen, beide sind nicht auf andere Einflüsse bereinigt, und in beiden wurde nichts verändert und danach gemessen. Wer daraus eine Fütterungsempfehlung ableitet, verwechselt eine Beobachtung mit einem Versuch.
Ursachenkarte Mauke: was für jede genannte Ursache tatsächlich geprüft wurde
Eigene Auswertung
Für jede in Ratgebertexten und Suchvorschlägen häufig genannte Ursache wurde das methodisch stärkste in dieser Recherche gefundene Studiendesign eingetragen, dazu die untersuchte Population, der berichtete Befund und in der letzten Spalte der Schluss, den dieses Design gerade nicht trägt.
Genannte Ursache
Bestes gefundenes Design
Untersuchte Population
Berichteter Befund
Was daraus nicht folgt
Chorioptes-Milben
Querschnittsstudie mit Rassevergleich, dazu kontrollierte Behandlungsversuche
156 belgische Kaltblüter gegenüber 142 Warmblütern
92,31 Prozent der Kaltblüter befallen, kein einziger Warmblüter
Dass die Milbe die Läsion auslöst: sie kann auch bereits veränderte Haut besiedeln
Staphylococcus aureus
Fall-Kontroll-Studie mit Genomsequenzierung
105 erkrankte gegenüber 95 gesunden Pferden
Auf der Fesselbeuge bei 59,0 gegenüber 6,3 Prozent nachweisbar
Dass die Besiedlung der Läsion zeitlich vorausging
Gestörte Hautflora
Fall-Kontroll-Studie, erkrankte gegen gesunde Fesselbeuge desselben Pferds
80 Pferde in der Schweiz
Geringere Vielfalt, stärkere Abweichung bei schwereren Läsionen
Dass die Verschiebung Ursache und nicht Folge ist
Dermatophilus congolensis
Querschnittsstudie mit molekularem Nachweis
15 erkrankte und 8 gesunde Pferde im Süden der USA
Bei einem einzigen Pferd ohne Behang nachweisbar, bei keinem behangenen
Dass der Erreger nie eine Rolle spielt: die Gruppe ist dafür zu klein
Hautpilze und Dermatophyten
Pilzkultur in derselben Querschnittsstudie, dazu eine erzählende Übersicht
23 Pferde einer Region; Übersicht ohne systematische Suche
Kultur bei allen negativ; in der Übersicht kein konstanter Zusammenhang
Dass bei keinem Pferd je ein Pilz beteiligt ist
Nässe und Niederschlag
Prospektive Verlaufsstudie über zwölf Monate
6 Freiberger Hengste unter gleichen Haltungsbedingungen
Verschlechterung im Herbst und Frühjahr, kein klarer Bezug zur Niederschlagsmenge
Dass Nässe belanglos ist: sechs Pferde können das nicht entscheiden
Unpigmentierte Haut, weisse Abzeichen
Querschnittsstudie an einem ganzen Jahrgang
974 dreijährige Freiberger in der Schweiz
2,6-mal häufiger an Gliedmassen mit Abzeichen; Fellfarbe ohne Zusammenhang
Dass die Depigmentierung selbst der Mechanismus ist
Rasse und Fesselbehang
Querschnittsstudien in mehreren Rassen
917 deutsche Kaltblüter, 493 Rheinische Kaltblüter
Häufigkeit je nach Rasse zwischen 47,5 und 96,1 Prozent
Dass die Grössenordnungen für Reitpferderassen gelten
Equines Parapoxvirus
Ausbruchsuntersuchung mit Umgebungsproben
Landesweite Häufung in Finnland, 6 betroffene und 2 Vergleichsställe
Rund ein Drittel der Pferde je Stall erkrankt; Erbgut auf Putzzeug und in der Einstreu
Dass dies ausserhalb Finnlands eine häufige Ursache ist
Toxinbildende Corynebakterien
Fallserie mit Genomsequenzierung
5 Pferde eines finnischen Stalls
Alle positiv, Quelle trotz Nachverfolgung nie gefunden
Dass diese Keime bei gewöhnlicher Mauke häufig sind
Eiweissüberschuss und andere Fütterungsfehler
Keine Interventionsstudie gefunden, nur beobachtete Zusammenhänge
493 Rheinische Kaltblüter, 37 Kaltblüter mit warziger Mauke
Heulage und Kraftfutter im Winter mit höheren, Weidegang mit niedrigeren Scores
Dass eine Futterumstellung die Mauke bessert oder verursacht
Gefässentzündung der Fesselbeuge
Retrospektive Fallserie mit Gewebeuntersuchung
20 Pferde mit gesicherter Diagnose
Kein zugrunde liegender Auslöser identifizierbar, Prognose vorsichtig
Dass hinter jeder hartnäckigen Mauke eine Gefässentzündung steckt
Grenzen und Unsicherheiten
Zu dieser Erkrankung existiert bislang keine systematische Übersichtsarbeit. Die beiden meistzitierten Überblicke von 2013 und 2023 sind erzählende Übersichten ohne systematische Suche, ohne formale Bewertung der Studienqualität und ohne quantitative Zusammenfassung; die Autorinnen und Autoren von 2023 halten selbst fest, dass begutachtete Originalarbeiten zu vielen Aspekten dieses vielschichtigen Syndroms selten sind.
Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf der Ebene systematische Übersicht, Metaanalyse oder randomisierter Versuch abzustützen, ist in diesem Feld nicht erfüllbar: nur drei der hier verwendeten Arbeiten erreichen diese Ebene, alles Übrige sind Fall-Kontroll-, Querschnitts- und Verlaufsstudien sowie Fallserien.
Fast alle verfügbaren Studien messen zu einem einzigen Zeitpunkt. Ob Milben, Staphylokokken oder eine veränderte Hautflora der Läsion vorausgehen oder sich erst auf bereits veränderter Haut ansiedeln, lässt sich mit diesem Design grundsätzlich nicht entscheiden.
Ein grosser Teil der belastbaren Zahlen stammt von Kaltblutrassen und betrifft das chronisch progressive Lymphödem, eine verwandte, aber eigenständige Erkrankung. Auf die gewöhnliche Mauke eines Reitpferds sind diese Ergebnisse nur eingeschränkt übertragbar, und der Vergleich zwischen den Rassen vermengt Milbenbefall, Fesselbehang, Körperbau und Genetik.
Die vorliegenden Behandlungsversuche umfassen 19 bis 37 Pferde, meist einer einzigen Rasse und oft eines einzigen Betriebs, mit Nachbeobachtungen von siebzig Tagen bis sechs Monaten. Für eine chronisch wiederkehrende Hauterkrankung ist das kurz, und in einem Versuch brachen von 37 eingeschlossenen Pferden 16 vorzeitig ab.
Häufig genannte Fütterungsursachen wie ein Eiweissüberschuss wurden in dieser Recherche in keiner Interventionsstudie am Pferd geprüft. Sie sind damit weder belegt noch widerlegt, und die vorhandenen Fütterungsdaten sind reine Beobachtungen ohne Bereinigung um die Betriebsführung.
Offene Fragen
Geht die Verschiebung der Hautflora der Läsion voraus, oder ist sie ihre Folge? Beantworten liesse sich das nur mit Verlaufsstudien an anfangs gesunden Pferden.
Warum ist unpigmentierte Haut anfälliger: über die Sonneneinstrahlung, über eine andere Barrierefunktion oder über Eigenschaften, die mit der Depigmentierung mitvererbt werden?
Verbessert es das Behandlungsergebnis tatsächlich, die zugrunde liegende Ursache vor der Behandlung zu bestimmen? Diese seit Jahren wiederholte Fachmeinung ist nie in einem Versuch geprüft worden.
Wie häufig sind Ausbrüche durch das equine Parapoxvirus ausserhalb Finnlands, und wie viele würde man finden, wenn systematisch danach gesucht würde?
Häufige Fragen
Warum kommt die Mauke bei meinem Pferd immer wieder?
Weil Mauke keine einzelne Krankheit ist, die man einmal beseitigt, sondern ein Reaktionsmuster mit einer meist bleibenden Grundlage. Rasse, Fesselbehang, Röhrbeinumfang, Alter und unpigmentierte Haut gehören zu den am besten gestützten Risikofaktoren, und keiner davon lässt sich ändern. In einer Schweizer Halterbefragung hatten 62 Prozent der Pferde bereits mindestens vier Episoden im Leben gehabt. Dieselbe Arbeit zeigt einen zweiten Grund: 69 Prozent aller Behandlungsentscheide fielen ohne tierärztliche Beratung, was die Bestimmung der zugrunde liegenden Ursache erschwert und die Behandlung häufig länger und teurer macht.
Ist das jetzt Mauke oder sind es Milben?
Das ist kein Entweder-oder. Mauke beschreibt, wie die Haut aussieht; Chorioptes-Milben sind eine mögliche Ursache dahinter, und zwar diejenige, die in der Literatur am konstantesten mit dem Bild einhergeht. In einer belgischen Untersuchung trugen 92,31 Prozent der Kaltblutpferde Milben und kein einziges der 142 Warmblutpferde aus demselben Land. Bei behangenen Pferden gilt die Chorioptes-Räude deshalb als wichtige Differenzialdiagnose. Erkennen lässt sie sich nicht am Aussehen der Läsion, sondern nur über Hautgeschabsel oder Klebestreifen, also über eine tierärztliche Untersuchung.
Mein Pferd hat Mauke im Sommer, obwohl alles trocken ist. Wie geht das?
Die Gleichung Nässe gleich Mauke hält den Daten nicht stand. Die Berner Übersichtsarbeit stuft die Belege zu Regen und Feuchtigkeit ausdrücklich als nicht schlüssig ein. In der einzigen verfügbaren Verlaufsbeobachtung, sechs Freiberger Hengste über zwölf Monate, verschlechterten sich die Läsionen im Herbst und im beginnenden Frühjahr, und hohen Schweregraden gingen ebenso oft geringe wie starke Niederschläge voraus. Milbenbefall, unpigmentierte Haut und die Veranlagung des Pferdes wirken ganzjährig. Ein trockener Sommer ist deshalb kein Schutz, und eine Mauke im Juli ist nichts Widersprüchliches.
Sind weisse Beine wirklich anfälliger?
Ja, das ist einer der klareren Befunde. In einer Untersuchung an 974 dreijährigen Freibergern zeigten 15,2 Prozent klinische Zeichen einer Mauke, und Gliedmassen mit weissen Abzeichen waren 2,6-mal häufiger betroffen als pigmentierte. Bemerkenswert ist die Gegenprobe: die Fellfarbe des Pferdes hing mit den Hautbefunden gar nicht zusammen. Es geht also um die unpigmentierte Haut der einzelnen Gliedmasse, nicht um Schimmel oder Füchse. Warum das so ist, ob über die Sonneneinstrahlung, über eine andere Barrierefunktion oder über mitvererbte Eigenschaften, ist mit dieser Studie nicht geklärt.
Kann sich mein Pferd im Stall bei anderen anstecken?
Für einzelne Erreger ist das dokumentiert, für die gewöhnliche Mauke nicht. In Finnland verlief 2021 und 2022 eine landesweite Häufung einer pustulösen Fesselbeugendermatitis, bei der jeweils rund ein Drittel der Pferde eines betroffenen Stalls erkrankte; als wahrscheinlicher Auslöser gilt ein equines Parapoxvirus. In einer Folgearbeit fand sich virales Erbgut an Putzzeug, Boxeneinrichtung, Einstreu und an den Händen der Betreuenden. Der Nachweis von Erbgut ist allerdings kein Nachweis von vermehrungsfähigem Virus. In der Schweiz ist dazu nichts erhoben, und ein Routinetest steht ausserhalb Finnlands nicht zur Verfügung.
Liegt es am Futter, an zu viel Eiweiss?
Dafür gibt es keine Prüfung, weder dafür noch dagegen. In dieser Recherche liess sich keine Studie am Pferd finden, die einen Eiweissüberschuss, einen Zinkmangel oder eine Übersäuerung als Ursache der Mauke untersucht hätte. Vorhanden sind lediglich Beobachtungen: Bei 493 Rheinisch-Deutschen Kaltblutpferden mit chronisch progressivem Lymphödem gingen Heulage und Kraftfutter im Winter mit höheren, Weidegang und saubere Einstreu mit niedrigeren Scores einher. Bereinigt wurde dabei nichts, verändert wurde nichts, und am schwersten wogen ohnehin Zuchtregion, Geschlecht und Alter. Eine Fütterungsempfehlung folgt daraus nicht.
Kann ich mich bei der Pflege selbst anstecken?
Vereinzelt berichtet, insgesamt selten. Im finnischen Ausbruch wurden gelegentlich Hautveränderungen bei Menschen beschrieben, was auf eine mögliche Übertragung hinweist. In einem finnischen Stall wurden bei fünf Pferden mit Fesselbeugendermatitis Corynebacterium diphtheriae und Corynebacterium ulcerans nachgewiesen, zwei Isolate davon toxinbildend; alle getesteten menschlichen Kontaktpersonen blieben negativ, und die Quelle wurde trotz Nachverfolgung nie gefunden. Die Untersuchenden empfahlen dennoch Handschuhe und Händehygiene beim Versorgen von Hautläsionen. Das sind dokumentierte Einzelereignisse, kein Alltagsrisiko und kein Grund zur Beunruhigung.
Quellen
Gerber V, Kaiser-Thom S, Oesch S. Equine pastern dermatitis: a narrative review on clinical presentation, diagnosis, risk factors, prevention, and therapeutic approaches. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2023 (Andere | Pferd)DOI 10.2460/javma.22.12.0569 Erzählende Übersicht: Mauke ist ein unspezifisches Reaktionsmuster der Haut an den distalen Gliedmassen und keine Diagnose, wobei der Zusammenhang mit Chorioptes-Befall und mit einer gestörten Hautflora konstant gefunden wird, jener mit Pilzinfektionen dagegen nicht, und für keinen Erreger eine Ursächlichkeit belegt ist.
Yu AA. Equine Pastern Dermatitis. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice, 2013 (Andere | Pferd)DOI 10.1016/j.cveq.2013.09.003 Klinische Übersicht eines einzelnen Autors: Mauke sei als Syndrom und nicht als Diagnose zu behandeln, und das Bestimmen der zugrunde liegenden Ursache vor der Behandlung sei der Schlüssel zu weniger Therapieversagen, wobei diese Fachmeinung nie in einem Versuch geprüft wurde.
Kaiser-Thom S, Hilty M, Axiak S, Gerber V. The skin microbiota in equine pastern dermatitis: a case-control study of horses in Switzerland. Veterinary Dermatology, 2021 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1111/vde.12955 Bei 80 Pferden mit je einer erkrankten und einer gesunden Fesselbeuge war die bakterielle Vielfalt auf der erkrankten Seite geringer und die Zusammensetzung umso stärker verschoben, je schwerer die Läsionen waren, wobei die Autorinnen und Autoren die Rolle der Bakterien in der Entstehung ausdrücklich als ungeklärt bezeichnen.
Kaiser-Thom S, Hilty M, Ramseyer A, Epper P. The relationship between equine pastern dermatitis, meteorological factors, and the skin microbiota. Veterinary Dermatology, 2022 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/vde.13045 Bei sechs Freiberger Hengsten unter gleichen Bedingungen über zwölf Monate verschlechterten sich die Läsionen tendenziell im Herbst und im beginnenden Frühjahr, ein klarer Zusammenhang zum Niederschlag zeigte sich jedoch nicht, da hohen Scores ebenso oft geringe wie starke Niederschläge vorausgingen; die Beobachtungen gelten als vorläufig.
Kaiser-Thom S, Gerber V, Collaud A, Hurni J. Prevalence and WGS-based characteristics of Staphylococcus aureus in the nasal mucosa and pastern of horses with equine pastern dermatitis. BMC Veterinary Research, 2022 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.1186/s12917-021-03053-y Bei 105 erkrankten und 95 gesunden Pferden liess sich Staphylococcus aureus auf 59,0 Prozent der erkrankten gegenüber 6,3 Prozent der gesunden Fesselbeugen nachweisen, acht Isolate waren methicillinresistent, und die Autorinnen und Autoren formulieren einen Beitrag zur Entstehung ausdrücklich nur als Vermutung.
Sangiorgio DB, Hilty M, Kaiser-Thom S, Epper PG. The influence of clinical severity and topical antimicrobial treatment on bacteriological culture and the microbiota of equine pastern dermatitis. Veterinary Dermatology, 2021 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/vde.12912 An 16 erkrankten Pferden mit 32 untersuchten Gliedmassen hingen die bakteriologischen Ergebnisse sowohl vom Schweregrad als auch von einer bereits erfolgten antimikrobiellen Vorbehandlung ab, und beta-hämolysierende Streptokokken sowie Trueperella pyogenes fanden sich ausschliesslich an unbehandelten schwer betroffenen Gliedmassen.
Oesch S, Kaiser-Thom S, Vidondo B, Gerber V. Owner reported clinical signs and -treatment decisions in equine pastern dermatitis. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 2022 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.17236/sat00356 Bei 123 Pferden fielen 69 Prozent aller Behandlungsentscheide ohne tierärztliche Beratung, 62 Prozent der Pferde hatten mindestens vier Episoden im Leben gehabt, und bei knapp einem Drittel wurde erst bei Schmerz oder Lahmheit eine Praxis beigezogen, was laut den Autorinnen und Autoren die Ursachenbestimmung erschwert.
Brys M, Claerebout E, Saey V, Chiers K. High prevalence of Chorioptes bovis: an important factor in chronic progressive lymphedema in Belgian draft horses. Veterinary Research Communications, 2025 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1007/s11259-025-10695-y 144 von 156 belgischen Kaltblutpferden (92,31 Prozent) waren mit Chorioptes bovis befallen, bei 142 Warmblutpferden desselben Landes fand sich weder Milbe noch Lymphödem; die Autorinnen und Autoren bezeichnen die Milbe als möglichen Mitverursacher, nicht als Ursache.
Carbonell JD, Fernandez N, Escobar MJ, Alvarez MT. Comparative Efficacy of Topical Pyrethroids and Benzoyl Peroxide for Treating Chorioptic Mange in Spanish-Breton Horses. Journal of Parasitology Research, 2025 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1155/japr/8948099 In einem doppelblinden randomisierten Versuch an 32 Bretonen über siebzig Tage sank die Milbenzahl unter der Kombination deutlich stärker, die Hautveränderungen besserten sich jedoch nur begrenzt und bei den schwerstbetroffenen Pferden gar nicht, was die Autorinnen und Autoren auf die kurze Studiendauer zurückführen.
Brys M, Claerebout E, Chiers K. Alleviating lesions of chronic progressive lymphedema in Belgian draft horses by successfully treating Chorioptes bovis infestation with moxidectin 0.5% pour-on. Veterinary Parasitology, 2023 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.vetpar.2023.110074 In einem placebokontrollierten Versuch an 19 Kaltblutpferden waren nach der Milbenbehandlung Juckreiz und Räudeläsionen deutlich zurückgegangen, der Hautfaltenscore als Mass der verfestigten Gewebeveränderung jedoch nicht, und bei drei von zehn behandelten Pferden traten nach 24 Wochen wieder Milben auf.
Rufenacht S, Roosje PJ, Sager H, Doherr MG. Combined moxidectin and environmental therapy do not eliminate Chorioptes bovis infestation in heavily feathered horses. Veterinary Dermatology, 2011 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/j.1365-3164.2010.00892.x In einem doppelblinden placebokontrollierten Versuch an 19 stark behangenen Pferden über 180 Tage blieb die orale Milbenbehandlung samt Umgebungsbehandlung ohne Wirkung auf Milbenzahl und klinische Zeichen; einzig Krusten waren in der Placebogruppe häufiger.
Thomas J, Narkowicz C, Peterson GM, Jacobson GA. Randomised controlled trial of the treatment of pastern dermatitis with a formulation containing kunzea oil. Veterinary Record, 2009 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1136/vr.164.20.619 Von 37 randomisierten Pferden beendeten nur 21 die Studie; die Zubereitung mit Kunzea-Öl verkleinerte die Läsionsfläche nach sieben Tagen deutlich, das verglichene Antimykotikum nicht, wobei weder eine Pilzdiagnostik noch eine Placebogruppe noch eine Rückfallbeobachtung vorgesehen war.
Aufox EE, Frank LA, May ER, Kania SA. The prevalence of Dermatophilus congolensis in horses with pastern dermatitis using PCR to diagnose infection in a population of horses in southern USA. Veterinary Dermatology, 2018 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/vde.12659 Bei 15 erkrankten und 8 gesunden Pferden liess sich Dermatophilus congolensis nur bei einem einzigen unbehangenen Pferd nachweisen und bei keinem behangenen, die Pilzkultur auf Dermatophyten blieb bei allen negativ, während Chorioptes-Räude bei behangenen Pferden häufig mit dem Bild einherging.
Virtanen J, Hautala K, Utriainen M, Dutra L. Equine dermatitis outbreak associated with parapoxvirus. Journal of General Virology, 2023 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1099/jgv.0.001940 In einer landesweiten finnischen Häufung 2021 bis 2022 erkrankte je betroffenem Stall rund ein Drittel der Pferde an einer pustulös-vesikulären Fesselbeugendermatitis; als wahrscheinlicher Auslöser wurde ein equines Parapoxvirus bestimmt, wichtigster Risikofaktor war das Halten von Rennpferden.
Tervo S, Aaltonen K, Hautala K, Utriainen M. Detection of equine parapoxvirus in the stable environment during pastern dermatitis outbreak in Finland. Acta Veterinaria Scandinavica, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1186/s13028-026-00870-9 Von 138 ausgewerteten Umgebungsproben aus finnischen Ställen waren 24 positiv auf virales Erbgut, und fünf von sechs betroffenen Ställen hatten mindestens eine positive Probe an Putzzeug, Boxeneinrichtung, Einstreu oder Händen der Betreuenden, wobei der Nachweis von Erbgut kein vermehrungsfähiges Virus belegt.
Gronthal TSC, Lehto AK, Aarnio SS, Eskola EK. Pastern dermatitis outbreak associated with toxigenic and non-toxigenic Corynebacterium diphtheriae and non-toxigenic Corynebacterium ulcerans at a horse stable in Finland, 2021. Zoonoses and Public Health, 2023 (Fallserie | Pferd)DOI 10.1111/zph.13090 Fünf Pferde eines finnischen Stalls waren positiv für Corynebacterium diphtheriae oder Corynebacterium ulcerans, zwei Isolate bildeten Toxin; die Infektionsquelle wurde trotz Nachverfolgung nie gefunden, alle getesteten menschlichen Kontaktpersonen blieben negativ und alle Pferde genasen.
Wallraf A, Hamann H, Deegen E, Ohnesorge B. Untersuchung zur Prävalenz von Mauke bei deutschen Kaltblutpferderassen. Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, 2004 (Querschnittstudie | Pferd)PMID 15046463 Bei 917 deutschen Kaltblutpferden lag der Anteil betroffener Tiere je nach Rasse zwischen 47,5 und 96,1 Prozent, am häufigsten waren alle vier oder beide Hintergliedmassen betroffen, und Rasse, Alter, Geschlecht sowie Gliedmassenposition beeinflussten das Auftreten deutlich.
Geburek F, Deegen E, Hewicker-Trautwein M, Ohnesorge B. Zur Entstehung von Warzenmauke bei Kaltblutpferden. Teil II: Klinische Untersuchungen. Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, 2005 (Querschnittstudie | Pferd)PMID 16124697 Bei 37 Kaltblutpferden mit warziger Mauke bestand kein Zusammenhang zwischen Schweregrad und Geschlecht, Rasse, Arbeitsleistung, Fellpflege oder Chorioptes-Befall, wohl aber mit Alter, Hufpflegezustand, Röhrbeinumfang, Stallhygiene und den verabreichten Mengen an Mais und Hafer.
Federici M, Gerber V, Doherr MG, Klopfenstein S. Association of skin problems with coat colour and white markings in three-year-old horses of the Franches-Montagnes breed. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 2015 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.17236/sat00026 Bei 974 dreijährigen Freibergern zeigten 15,2 Prozent klinische Maukezeichen, Gliedmassen mit weissen Abzeichen waren 2,6-mal häufiger betroffen als pigmentierte, während die Fellfarbe mit den Hauterkrankungen nicht zusammenhing.
Psalla D, Rufenacht S, Stoffel MH, Chiers K. Equine pastern vasculitis: a clinical and histopathological study. The Veterinary Journal, 2013 (Fallserie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2013.09.001 Bei 20 Pferden mit Gefässentzündung der Fesselbeuge liess sich keine zugrunde liegende Ursache bestimmen und kein histologisches Merkmal einem bestimmten klinischen Bild zuordnen; das Ansprechen auf die Behandlung war schlecht und die Prognose vorsichtig.
Sievers J, Distl O. Prevalence of Chronic Progressive Lymphedema in the Rhenish German Draught Horse. Animals, 2023 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3390/ani13060999 Bei 493 Rheinisch-Deutschen Kaltblutpferden wogen Zuchtregion, Geschlecht und das Zusammenspiel von Alter und Geschlecht am schwersten, während Heulage und Kraftfutter im Winter mit höheren, Weidegang und saubere Einstreu mit niedrigeren Scores einhergingen, alles als reine Beobachtung ohne Eingriff.
ForschungPferd (2026). Mauke beim Pferd: welche Ursachen belegt sind und welche nicht. ForschungPferd, Deutsch. https://forschungpferd.ch/pferdegesundheit/mauke-ursachen-abklaerung/