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Impfung gegen Sommerekzem: was die Studien wirklich gemessen haben

47 Prozent der geimpften Pferde halbierten im placebokontrollierten Versuch ihren Hautscore, 13 Prozent unter Placebo: woher die 88 Prozent stammen.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

9 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Helles Islandpferd mit fein gewobener Ekzemdecke steht im Gegenlicht auf einer feuchten Abendweide, Mücken schweben in der Luft.

Zusammenfassung

Gegen das Sommerekzem des Pferdes wurde eine aktive Impfung gegen den körpereigenen Botenstoff Interleukin 5 geprüft. Im placebokontrollierten Versuch an 34 Islandpferden erreichten 47 Prozent der geimpften Tiere eine Halbierung ihres Hautscores, unter Placebo 13 Prozent. Die oft zitierte Zahl von fast neun von zehn Pferden stammt dagegen aus der zweiten Saison, in der es keine Placebogruppe mehr gab. Gemessen wurden Hautveränderungen, nicht Juckreiz.

19Primärquellen
32 %davon Stufe 1 bis 2
4untersuchte Arten
2014–2026Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Im randomisierten, placebokontrollierten Versuch an 34 Islandpferden erreichten 47 Prozent der geimpften Tiere eine Halbierung des Hautscores und 21 Prozent eine Verbesserung um drei Viertel, unter Scheinpräparat 13 und 0 Prozent.
  • Die verbreitete Zahl von 88 Prozent stammt aus der zweiten Saison, in der alle beteiligten Pferde geimpft wurden: Es gab dort weder eine gleichzeitige Placebogruppe noch eine Verblindung.
  • Gemessen wurden Hautveränderungen. Ein breit geprüftes Bewertungssystem für diese Erkrankung liegt erst seit 2026 vor, validiert an 44 privat gehaltenen Pferden in der Schweiz.
  • 17 der 19 geimpften Pferde bildeten Antikörper gegen das eigene Interleukin, zwei blieben ohne Antwort; über die dritte Impfsaison hinaus wurden bislang sechs Pferde verfolgt.
  • Ein zweiter Impfstoff gegen einen anderen Botenstoff und eine Desensibilisierung mit gentechnisch hergestellten Allergenen erreichten in ähnlich kleinen Gruppen ähnliche Anteile.

Sommerekzem: häufiger genannt als gemessen

Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf Speichelbestandteile stechender Gnitzen der Gattung Culicoides. Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält dazu zwei Dinge fest, die den Rahmen für alles Weitere setzen: Es gibt bis heute keine heilende Behandlung, und die Betreuung betroffener Pferde bleibt lebenslang und kostspielig. Die dort genannte Häufigkeit von bis zu 60 Prozent ist ein Höchstwert aus besonders belasteten Regionen und keine allgemeine Zahl.

In einer breiten Population sieht es anders aus. Eine Befragung zu 3'409 belgischen Warmblutpferden ergab eine Häufigkeit von 10 Prozent über das ganze Leben und von 6,2 Prozent zum Zeitpunkt der Erhebung. Dieselbe Auswertung schätzte die Erblichkeit der Anfälligkeit hoch ein. Die Diagnose stammte allerdings von den Haltenden selbst, ohne tierärztliche Bestätigung: Eine Fragebogenhäufigkeit ist nicht dasselbe wie eine klinisch erhobene.

Ist das Sommerekzem damit eine reine Erbsache?

Nein, der Zeitpunkt der ersten Begegnung mit der Gnitze wog in einer Beobachtungsstudie schwerer. Vier Gruppen aus derselben Umgebung wurden mindestens neun Jahre verfolgt: Von den erst als erwachsene Tiere exponierten Elterntieren erkrankten 62,5 Prozent, von den in der Jugend exponierten Vollgeschwistern 21,4 Prozent, von den seit Geburt exponierten kein einziges.

Auch die Sensibilisierung selbst braucht Zeit. In einer Kohorte von 16 nach Nordamerika eingeführten Islandpferden zeigte im ersten Sommer kein Tier Krankheitszeichen, im zweiten Sommer waren es 9 von 16. Wer eine Behandlung über eine einzige Saison beurteilt, misst deshalb möglicherweise den natürlichen Verlauf der Sensibilisierung mit.

Was diese Impfung angreift

Bei der allergischen Hautentzündung des Pferdes sammeln sich eosinophile Granulozyten in der Haut an. Ihr Wachstum und ihr Überleben hängen stark vom Botenstoff Interleukin 5 ab. Die geprüfte Impfung richtet sich deshalb nicht gegen einen Erreger, sondern gegen dieses körpereigene Signal: Das Pferd bildet Antikörper gegen seinen eigenen Botenstoff und drosselt damit die Zahl dieser Zellen.

Technisch hängt dafür ein Stück des Pferde-Interleukins an einem virusähnlichen Partikel des Gurkenmosaikvirus, das zusätzlich ein Element des Tetanustoxoids trägt. Ein Wirkverstärker wird nicht zugesetzt. Diese Bauweise ist der eigentliche Kunstgriff, denn das Immunsystem greift körpereigene Stoffe normalerweise nicht an.

Wie lässt sich ein Körper gegen einen eigenen Botenstoff impfen?

Über den Träger. Eine Laborarbeit von 2020 zeigte, dass die T-Zellen geimpfter Pferde auf das virusähnliche Partikel reagieren, nicht auf das Interleukin selbst. Die Antikörperspiegel sind rückbildbar, und das im Körper vorhandene Interleukin allein genügt nicht, um die Antikörperbildung erneut anzustossen. Genau darauf stützen die Autoren ihre Einschätzung zur Verträglichkeit.

Der Ausgangsversuch: 34 Islandpferde, eine Saison

Die Grundlage aller Berichte über diese Impfung ist ein einziger Wirksamkeitsversuch, veröffentlicht 2018 in einer allergologischen Fachzeitschrift. 34 Islandpferde mit Sommerekzem wurden auf zwei Gruppen verteilt, 19 erhielten den Impfstoff, 15 ein Scheinpräparat. Eine unabhängige Übersichtsarbeit von 2023 beschreibt das Vorgehen als randomisiert, doppelt verblindet und placebokontrolliert, mit monatlicher Impfung über drei Monate und einer Auffrischung zwei Monate später.

Das Ergebnis fiel deutlich, aber unvollständig aus. 47 Prozent der geimpften Pferde erreichten eine Halbierung ihres Hautscores, 21 Prozent eine Verbesserung um drei Viertel. Unter Scheinpräparat waren es 13 Prozent und 0 Prozent. 17 der 19 geimpften Pferde bildeten überhaupt messbare Antikörper gegen das eigene Interleukin, zwei blieben immunologisch ohne Antwort, und die klinische Besserung hing an einem Mindestspiegel dieser Antikörper.

Die Autorinnen und Autoren beschreiben ihr Ergebnis als erste erfolgreiche Immuntherapie gegen eine chronische Erkrankung des Pferdes und als Schritt in Richtung eines ähnlichen Impfstoffs für den Menschen. Von Heilung ist an keiner Stelle die Rede. Der Versuch lief an einer einzigen Rasse, über eine einzige Saison, mit einem Hautscore als Massstab, und beteiligt war die Firma, die das Produkt entwickelt.

Woher die Zahl von fast neun von zehn kommt

Die am häufigsten weitergereichte Zahl stammt nicht aus diesem Versuch, sondern aus der Nachfolgearbeit zur zweiten Saison. Dort wurden 30 Islandpferde ausgewertet: 13 Tiere, die im Vorjahr das Scheinpräparat erhalten hatten und nun erstmals geimpft wurden, und 17 Tiere im zweiten Impfjahr, die im März eine einzige Auffrischung bekamen.

In der ersten Gruppe erreichten 69 Prozent eine Halbierung des Hautscores, in der zweiten 88 Prozent. Eine Verbesserung um drei Viertel erreichten 31 beziehungsweise 47 Prozent. Aus diesen 88 Prozent sind in der Weitergabe „fast neun von zehn Pferden“ geworden.

Anteil der Pferde, die eine Halbierung beziehungsweise eine Verbesserung um drei Viertel des Hautscores erreichten, nach Impfjahr und vorhandener Vergleichsgruppe.
AuswertungHalbierung des ScoresVerbesserung um drei ViertelGleichzeitige Kontrollgruppe
Erste Saison, geimpft (19 Pferde)47 Prozent21 Prozentja, 15 Pferde unter Scheinpräparat
Erste Saison, Scheinpräparat (15 Pferde)13 Prozent0 Prozententfällt
Zweite Saison, erstmals geimpft (13 Pferde)69 Prozent31 Prozentnein
Zweite Saison, zweites Impfjahr (17 Pferde)88 Prozent47 Prozentnein

Entscheidend ist, was in dieser zweiten Saison fehlte. Alle Pferde erhielten den Impfstoff, eine gleichzeitige Placebogruppe gab es nicht mehr. Die meistzitierte Zahl beruht also auf keinem kontrollierten Vergleich, und verblindet war nur das erste Jahr. Die Autorinnen und Autoren formulieren entsprechend zurückhaltend: Eine jährliche Impfung könnte eine langfristige Lösung sein.

Gemessen wurde die Haut, nicht der Juckreiz

Der Massstab all dieser Versuche ist ein Punktesystem für Hautveränderungen: Schuppen, Haarverlust, Kratzspuren, Verdickungen, verteilt über Körperregionen. Erst 2026 wurde ein solches System für das Sommerekzem umfassend geprüft, an 44 privat gehaltenen Pferden in der Schweiz und durch sechs geschulte Beurteilende. Die Fachleute bezeichnen es als den ersten breit validierten Score dieser Erkrankung. Im Umkehrschluss heisst das: Die älteren Versuche, der Impfversuch eingeschlossen, arbeiteten mit Skalen ohne diese Prüfung.

Dieselbe Arbeit enthält einen zweiten, selten zitierten Befund. Die geschulten Beurteilenden stimmten untereinander und mit sich selbst sehr eng überein. Die visuelle Einschätzung der Haltenden deckte sich dagegen nur mässig mit dem geprüften klinischen Score, obwohl sich die Haltenden untereinander stark einig waren. Ein breiter Konsens unter Haltenden ersetzt also keine klinische Messung.

Bedeutet eine bessere Haut auch weniger Juckreiz?

Nicht zwingend. In einem randomisierten Versuch mit einer Omega-3-Creme besserten sich in den ersten vier Wochen die Hautveränderungen auf der behandelten Körperhälfte gegenüber der unbehandelten, die Juckreizwerte änderten sich dagegen nicht. Nach vier Wochen wurden beide Seiten behandelt, weshalb der spätere Vergleich nicht mehr kontrolliert war.

Wie weit Wahrnehmung und Gewebe auseinanderliegen können, zeigt ein randomisierter Überkreuzversuch mit einem Spray aus ätherischen Ölen an 20 Pferden. Die tierärztlich erhobenen Werte besserten sich dort tatsächlich gegenüber dem Scheinpräparat, den Juckreiz eingeschlossen. Die Haltenden berichteten jedoch bei 85 Prozent der Pferde ein vollständiges Verschwinden der Beschwerden, während von vier untersuchten Gewebeproben nur eine vollständig unauffällig war.

Warum sich auch unbehandelte Gruppen bessern

Den saubersten Beleg dafür liefert ein doppelt verblindeter, randomisierter Versuch zur Desensibilisierung mit handelsüblichen Extrakten. 20 Pferde, zehn gegen zehn, ein Jahr Nachbeobachtung, Kontrolle alle vier Monate: Zu keinem Zeitpunkt unterschieden sich die klinischen Werte. Beide Gruppen besserten sich jedoch in ähnlichem Ausmass, was die Fachleute dem Repellent zuschreiben, das beide Gruppen wöchentlich erhielten.

Dass ein Kontrollarm besser wird, hat also handfeste Gründe: eine Begleitmassnahme, die alle bekommen, ein wechselhaftes Gnitzenjahr, eine Sensibilisierung, die noch nicht abgeschlossen ist, und die erhöhte Aufmerksamkeit, die ein Studienpferd ohnehin erfährt.

Zwei Arbeiten aus anderen Arten zeigen, wie stark der Rahmen einer Studie die Beurteilung verschiebt. Eine Auswertung von 64 randomisierten Versuchen zur Neurodermitis des Menschen fand die Antwort auf die Scheinbehandlung umso höher, je länger die Studie dauerte, je mehr Begleitbehandlungen erlaubt waren und je weniger Studienarme es gab; fehlende Verblindung erhöhte besonders die Antwort auf der Ebene der Hautveränderungen. Bei alternden Hunden wurden die Tiere des Placeboarms von ihren Haltenden über sechs Monate als gebessert eingestuft, während bloss beobachtete Hunde als verschlechtert galten; die vor Ort durchgeführten Tests änderten sich in keiner der beiden Gruppen.

Sicherheit, Dauer und die offenen Stellen

Zur Verträglichkeit liegt eine eigene Arbeit vor. Sie verfolgte 34 geimpfte Islandpferde, verteilt über das erste bis fünfte Impfjahr, dazu erkrankte Pferde unter Scheinpräparat und gesunde ungeimpfte Tiere. Nieren- und Leberwerte sowie das Blutbild wurden über die Zeit beobachtet. Die T-Zellen der geimpften Pferde reagierten kräftig auf den Träger und gar nicht auf das Pferde-Interleukin selbst.

Die Zahlen zur Langzeitbeobachtung sind allerdings klein. Über die dritte Saison hinaus wurden sechs Pferde verfolgt, vier im vierten und zwei im fünften Impfjahr. Eine Überwachung nach einer Markteinführung wird in den hier ausgewerteten Arbeiten nicht erwähnt, ebenso wenig ein Zulassungsstatus oder ein Preis. Wer dazu Angaben sucht, findet sie in dieser Literatur nicht.

Eine Laborarbeit von 2024 fügt eine zeitliche Feinheit hinzu. Bereits im ersten Impfjahr sinkt die Zahl der eosinophilen Zellen, doch die verbleibenden behalten zunächst ein entzündliches Erscheinungsbild. Erst nach zwei Jahren verschiebt sich die Population zu einem ruhenden Zustand, wie ihn gesunde Pferde zeigen. Die zelluläre Normalisierung braucht also zwei Saisons, und auch diese Arbeit stammt aus der Gruppe des Entwicklers.

Andere Wege, ähnliche Zahlen

Dieselbe Arbeitsgruppe hat einen zweiten Impfstoff geprüft, gerichtet gegen Interleukin 31, den Botenstoff des Juckreizes. In einem kontrollierten Versuch an 18 Pferden sanken die klinischen Werte gegenüber der unbehandelten Vorsaison und gegenüber den Pferden unter Scheinpräparat. Die Besserung in dieser Art von Protokoll ist also nicht an Interleukin 5 gebunden.

Ein völlig anderer Ansatz kommt auf mindestens ebenso hohe Anteile. Bei einer Desensibilisierung mit neun gentechnisch hergestellten Gnitzenallergenen erreichten im ersten Jahr 67 Prozent der behandelten gegenüber 25 Prozent der scheinbehandelten Pferde eine Halbierung des Scores, im zweiten Jahr 89 gegenüber 14 Prozent. Hinter diesen Anteilen stehen einstellige Zahlen: sechs von neun, zwei von acht, acht von neun, eines von sieben. Die Zuteilung erfolgte zudem nicht zufällig, sondern nach Stall, Herkunft, Alter und Geschlecht ausbalanciert; verblindet waren Haltende und beurteilende Klinik.

Für die Einordnung heisst das zunächst nur eines: Mehrere sehr verschiedene Eingriffe liefern in kleinen Gruppen ähnlich aussehende Erfolgsanteile. Ein direkter Vergleich zwischen ihnen wurde nie durchgeführt, und ein einheitliches, geprüftes Bewertungssystem stand dafür bis vor Kurzem gar nicht zur Verfügung.

Was daraus für den Menschen folgt

Die Blockade von Interleukin 5 ist beim Menschen längst im grossen Massstab geprüft, allerdings anders. Eine Cochrane-Übersicht fasst 17 randomisierte Studien mit rund 7'600 Teilnehmenden bei schwerem eosinophilem Asthma zusammen: Die Rate der Verschlechterungsschübe sinkt etwa auf die Hälfte. Die Gewinne an Lebensqualität und Lungenfunktion bleiben dagegen meist unter der Schwelle, die eine Patientin oder ein Patient überhaupt bemerkt.

Diese Studien setzen fertige Antikörper ein, die regelmässig verabreicht werden, und keine aktive Impfung, die den Körper selbst produzieren lässt. Ein Impfstoff dieser Bauart wurde beim Menschen bisher nicht geprüft. Was vorliegt, ist ein Perspektivenartikel derselben Gruppe aus dem Jahr 2018, der einen solchen Impfstoff gegen Asthma vorschlägt: ein Vorschlag, kein Programm.

Eine Arbeit von 2025 zeigte zusätzlich, dass die Impfung gegen Interleukin 5 die allergenspezifischen Antikörper der Klasse E senkt, bei Maus und Pferd, und die Botenstoffe in der erkrankten Haut dämpft. Der einzige klinisch gemessene Endpunkt dieser Arbeit, eine Schwellung des Ohrs, wurde jedoch nur bei der Maus erhoben. Die dort angedeutete vorbeugende Anwendung ist eine ausdrücklich als solche formulierte Hypothese und wurde nie geprüft.

Was in den Sommerekzem-Versuchen wogegen verglichen wurde

Eigene Auswertung

Für jede in dieser Recherche gefundene kontrollierte Studie am Pferd wurden Studiendesign, Zahl der Pferde und die tatsächlich verwendete Vergleichsgruppe aus der Originalarbeit übernommen; die letzte Spalte nennt den Schluss, den das jeweilige Design gerade nicht trägt.
AnsatzBestes gefundenes DesignPferde im VersuchWomit verglichen wurdeWas dieses Design nicht trägt
Impfung gegen Interleukin 5, erste SaisonRandomisiert, doppelt verblindet, gegen Scheinpräparat34 (19 gegen 15)Gleichzeitige Placebogruppe derselben SaisonDass die Besserung über die eine Saison hinaus anhält
Impfung gegen Interleukin 5, zweite SaisonHalb überkreuzte Nachbeobachtung ohne Kontrollarm30 (13 erstmals geimpft, 17 mit Auffrischung)Der eigenen Vorsaison derselben PferdeDass die 88 Prozent auf die Impfung zurückgehen
Impfung gegen Interleukin 31Kontrollierter Versuch, Randomisierung nicht berichtet18Vorsaison und Pferde unter ScheinpräparatDass die Wirkung an einem bestimmten Botenstoff hängt
Desensibilisierung mit GanzkörperextraktenRandomisiert, doppelt verblindet, gegen Scheinpräparat20 (10 gegen 10)Gleichzeitige Placebogruppe über ein JahrDass die Besserung beider Gruppen vom Extrakt kam
Desensibilisierung mit rekombinanten GnitzenallergenenDoppelt verblindet, Zuteilung nicht zufällig, sondern ausbalanciert17 (9 gegen 8, dann 9 gegen 7)Gleichzeitige Scheinbehandlung über zwei SaisonsDass die Gruppen auch in unbekannten Merkmalen vergleichbar waren
Spray aus ätherischen ÖlenRandomisierter Überkreuzversuch, doppelt verblindet, 28 Tage je Phase20Scheinpräparat in der jeweils anderen PhaseDass die von Haltenden berichteten 85 Prozent sich im Gewebe abbilden
Creme mit Omega-3-FettsäurenRandomisierter Halbkörpervergleich, einfach verblindet28 eingeschlossen, 21 abgeschlossenDer unbehandelten Körperhälfte, Tag 0 bis 28Dass sich der Juckreiz mitbessert

Grenzen und Unsicherheiten

  • Der einzige randomisierte, placebokontrollierte Wirksamkeitsversuch zur Impfung umfasst 34 Pferde einer einzigen Rasse über eine einzige Saison. Alle weiteren Wirkungszahlen stammen aus Nachbeobachtungen ohne gleichzeitige Kontrollgruppe.
  • Von den 19 hier ausgewerteten Quellen erreichen nur sechs die Ebene systematische Übersicht, Metaanalyse oder randomisierter Versuch, und zwei davon betreffen den Menschen. Die redaktionelle Vorgabe von mindestens der Hälfte ist in diesem Feld derzeit nicht erfüllbar.
  • Nahezu alle Arbeiten zur Impfung stammen aus der Forschungsgruppe des Entwicklers oder aus Studien mit dessen Beteiligung. Eine unabhängige Wiederholung an einer anderen Population wurde in dieser Recherche nicht gefunden.
  • Die Wirksamkeitsversuche verwendeten Hautscores, die zum Zeitpunkt ihrer Durchführung nicht breit validiert waren. Ergebnisse verschiedener Studien lassen sich deshalb nur eingeschränkt nebeneinanderstellen.
  • Zu Zulassungsstatus, Verfügbarkeit, Kosten und zu einer Überwachung nach Markteinführung enthalten die ausgewerteten Publikationen keine Angaben. Dieser Text kann dazu nichts sagen.
  • Die Sicherheitsdaten über die dritte Impfsaison hinaus beruhen auf sechs Pferden, und die Sicherheitsarbeit stützt sich auf Laborwerte und Zellmerkmale, nicht auf klinische Endpunkte.

Offene Fragen

  • Lässt sich der beobachtete Effekt ausserhalb der Islandpferde und ausserhalb der Entwicklergruppe wiederholen?
  • Wie verhält sich der Juckreiz unter der Impfung, wenn er getrennt vom Hautscore und mit einem geprüften Instrument gemessen wird?
  • Wie lange hält ein Nutzen an, und was geschieht, wenn die jährliche Auffrischung ausbleibt?
  • Wäre eine Impfung vor der ersten Sensibilisierung wirksamer als eine Impfung beim bereits erkrankten Pferd, wie es die Beobachtungen zur frühen Exposition nahelegen?

Häufige Fragen

Gibt es jetzt eine Impfung gegen Sommerekzem, die ich meinem Pferd geben kann?

Diese Frage lässt sich aus der Studienlage nicht beantworten, denn zu Zulassung, Verfügbarkeit und Preis enthalten die wissenschaftlichen Arbeiten keine Angaben. Belegt ist Folgendes: Ein Impfstoff gegen den körpereigenen Botenstoff Interleukin 5 wurde 2018 in einem randomisierten, placebokontrollierten Versuch an 34 Islandpferden geprüft, mit einer teilweisen Besserung bei knapp der Hälfte der geimpften Tiere. Ob und in welcher Form er in der Schweiz eingesetzt werden darf, klärt die betreuende Tierarztpraxis, nicht ein Artikel. Dieser Text beschreibt, was gemessen wurde, und spricht keine Empfehlung aus.

Stimmt es, dass fast neun von zehn Pferden auf die Impfung ansprechen?

Die Zahl existiert, sie stammt aber aus einer Saison ohne Kontrollgruppe. In der zweiten Impfsaison erreichten 88 Prozent von 17 Pferden, die eine einzige Auffrischung erhielten, eine Halbierung ihres Hautscores. In dieser Saison bekamen alle beteiligten Pferde den Impfstoff, es gab weder eine gleichzeitige Placebogruppe noch eine Verblindung. Der belastbarere Wert stammt aus dem ersten Jahr: 47 Prozent der geimpften gegenüber 13 Prozent der scheinbehandelten Pferde. Beide Zahlen sind korrekt berichtet, sie tragen nur nicht gleich weit.

Wird mein Pferd durch die Impfung geheilt?

Nein, und das behaupten die Studien auch nicht. Gemessen wurde eine teilweise Besserung von Hautveränderungen, keine Beseitigung der Allergie. Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält ausdrücklich fest, dass es für das Sommerekzem keine heilende Behandlung gibt und die Betreuung lebenslang bleibt. In der zweiten Saison erhielten die Pferde eine Auffrischung, und die Antikörperspiegel bilden sich zurück, wenn nicht nachgeimpft wird. Die Fachleute sprechen deshalb von einer möglichen langfristigen Behandlung, nicht von einer Heilung.

Warum wird bei diesen Studien der Juckreiz kaum erwähnt?

Weil fast alle Versuche Hautveränderungen zählen und nicht das Kratzverhalten. Das ist kein Detail: In einem randomisierten Versuch mit einer Omega-3-Creme besserte sich das Hautbild der behandelten Körperhälfte, die Juckreizwerte änderten sich dagegen nicht. Erst 2026 wurde ein Bewertungssystem für diese Erkrankung breit geprüft, an 44 privat gehaltenen Pferden in der Schweiz. Dieselbe Arbeit fand, dass sich die visuelle Einschätzung der Haltenden nur mässig mit dem klinischen Score deckt, obwohl die Haltenden untereinander sehr einig sind.

Mein Pferd war letzten Sommer viel besser, ohne dass ich etwas geändert habe. Wie kommt das?

Das ist häufig und gut dokumentiert. In einem randomisierten Versuch zur Desensibilisierung besserten sich behandelte und scheinbehandelte Pferde in ähnlichem Ausmass, was die Fachleute dem Repellent zuschreiben, das beide Gruppen wöchentlich bekamen. Dazu kommen die von Jahr zu Jahr schwankende Gnitzenaktivität und der Umstand, dass die Sensibilisierung Zeit braucht: In einer Kohorte von 16 eingeführten Islandpferden erkrankte im ersten Sommer keines, im zweiten neun. Ein Vorher-Nachher-Vergleich über eine einzige Saison sagt deshalb wenig.

Ist die Impfung sicher?

Die vorliegenden Daten sprechen nicht gegen die Verträglichkeit, sie sind aber schmal. Eine eigene Arbeit verfolgte 34 geimpfte Islandpferde über bis zu fünf Impfjahre und beobachtete Nieren- und Leberwerte sowie das Blutbild. Die T-Zellen reagierten auf den Träger und nicht auf den körpereigenen Botenstoff, und die Antikörperspiegel bilden sich zurück. Über die dritte Saison hinaus wurden allerdings nur sechs Pferde verfolgt, die Endpunkte waren Laborwerte statt klinischer Ereignisse, und eine Überwachung nach Markteinführung wird nirgends erwähnt.

Gibt es Alternativen, die ähnlich gut untersucht sind?

Untersucht ja, gleich gut belegt nein. Eine Desensibilisierung mit neun gentechnisch hergestellten Gnitzenallergenen erreichte bei 17 Pferden im zweiten Jahr 89 Prozent gegenüber 14 Prozent unter Scheinbehandlung, allerdings ohne zufällige Zuteilung und mit einstelligen Gruppen. Eine ältere Desensibilisierung mit handelsüblichen Ganzkörperextrakten zeigte in einem randomisierten Versuch keinen Unterschied zur Scheinbehandlung. Ein Spray aus ätherischen Ölen besserte in einem Überkreuzversuch an 20 Pferden die tierärztlich erhobenen Werte. Ein direkter Vergleich dieser Ansätze untereinander fehlt.

Quellen

  1. Fettelschoss-Gabriel A, Fettelschoss V, Thoms F, Giese C. Treating insect-bite hypersensitivity in horses with active vaccination against IL-5.. The Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2018 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.jaci.2018.01.041
    An 34 Islandpferden (19 geimpft, 15 unter Scheinpräparat) erreichten 47 Prozent der Geimpften eine Halbierung und 21 Prozent eine Verbesserung um drei Viertel des Hautscores gegenüber 13 und 0 Prozent unter Placebo, wobei 17 der 19 Geimpften Antikörper bildeten und die Besserung an einem Mindestspiegel hing: eine erste erfolgreiche, aber teilweise Immuntherapie, keine Heilung.
  2. Fettelschoss-Gabriel A, Fettelschoss V, Olomski F, Birkmann K. Active vaccination against interleukin-5 as long-term treatment for insect-bite hypersensitivity in horses.. Allergy, 2019 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/all.13659
    In der zweiten Saison erhielten alle 30 Pferde den Impfstoff, sodass keine gleichzeitige Placebogruppe mehr bestand; 69 Prozent der 13 erstmals geimpften und 88 Prozent der 17 aufgefrischten Pferde erreichten eine Halbierung des Hautscores, woraus die Autoren eine mögliche jährliche Langzeitbehandlung ableiten.
  3. Jonsdottir S, Fettelschoss V, Olomski F, Talker SC. Safety Profile of a Virus-Like Particle-Based Vaccine Targeting Self-Protein Interleukin-5 in Horses.. Vaccines, 2020 (Laborstudie | Mehrere Arten)DOI 10.3390/vaccines8020213
    Die T-Zell-Antwort geimpfter Pferde richtet sich gegen den viralen Träger und nicht gegen das körpereigene Interleukin, die Antikörperspiegel sind rückbildbar, und die blosse Anwesenheit des eigenen Botenstoffs stösst die Antikörperbildung nicht erneut an; über die dritte Impfsaison hinaus wurden sechs Pferde verfolgt.
  4. Schwarz E, Jebbawi F, Keller G, Rhiner T. Phenotypic Shift of an Inflammatory Eosinophil Subset into a Steady-State Resident Phenotype after 2 Years of Vaccination against IL-5 in Equine Insect Bite Hypersensitivity.. Veterinary Sciences, 2024 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.3390/vetsci11100476
    Bereits im ersten Impfjahr sinkt die Zahl der eosinophilen Zellen, doch erst nach zwei Impfjahren verschiebt sich die verbleibende Population von einem entzündlichen zu einem ruhenden Erscheinungsbild, wie es gesunde Pferde zeigen.
  5. Jebbawi F, Olomski F, Inversini V, Keller G. Anti-IL-5 Vaccination Dampens Allergen-Specific IgE Levels and Modulates IL-4 and IL-5 Th2 Cytokines in Skin Allergy of Mice and Horses.. Allergy, 2025 (Laborstudie | Mehrere Arten)DOI 10.1111/all.70020
    Die Impfung senkt bei Maus und Pferd die allergenspezifischen Antikörper der Klasse E und dämpft mehrere Botenstoffe in der erkrankten Haut; der einzige klinisch gemessene Endpunkt wurde nur bei der Maus erhoben, und eine vorbeugende Anwendung wird ausdrücklich nur als Hypothese formuliert.
  6. Olomski F, Fettelschoss V, Jonsdottir S, Birkmann K. Interleukin 31 in insect bite hypersensitivity-Alleviating clinical symptoms by active vaccination against itch.. Allergy, 2020 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/all.14145
    Ein zweiter Impfstoff, gerichtet gegen den Juckreiz-Botenstoff Interleukin 31, senkte bei 18 Pferden die klinischen Werte gegenüber der unbehandelten Vorsaison und gegenüber Pferden unter Scheinpräparat: Die Besserung in diesem Protokolltyp ist nicht auf Interleukin 5 beschränkt.
  7. Lam J, Eckert A, Rhiner T, Waldern N. Validation of an improved insect bite hypersensitivity severity score for allergic equine insect bite hypersensitivity in horses.. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1093/jvimsj/aalag132
    An 44 privat gehaltenen Pferden in der Schweiz und mit sechs geschulten Beurteilenden wurde der erste breit validierte Schweregrad-Score dieser Erkrankung geprüft; die visuelle Einschätzung der Haltenden deckte sich nur mässig mit dem klinischen Score, während die Haltenden untereinander stark übereinstimmten.
  8. Ginel PJ, Hernández E, Lucena R, Blanco B. Allergen-specific immunotherapy in horses with insect bite hypersensitivity: a double-blind, randomized, placebo-controlled study.. Veterinary Dermatology, 2014 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/vde.12092
    Bei 20 Pferden über ein Jahr unterschieden sich die klinischen Werte zu keinem Zeitpunkt zwischen Desensibilisierung und Scheinbehandlung; beide Gruppen besserten sich ähnlich stark, was die Autoren dem wöchentlich in beiden Gruppen angewendeten Repellent zuschreiben.
  9. Graner A, Mueller RS, Geisler J, Bogenstätter D. Allergen immunotherapy using recombinant Culicoides allergens improves clinical signs of equine insect bite hypersensitivity.. Frontiers in Allergy, 2024 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.3389/falgy.2024.1467245
    Mit neun rekombinanten Gnitzenallergenen erreichten 67 Prozent der behandelten gegenüber 25 Prozent der scheinbehandelten Pferde im ersten und 89 gegenüber 14 Prozent im zweiten Jahr eine Halbierung des Scores; die Zuteilung war nicht zufällig, sondern ausbalanciert, und die Gruppen umfassten einstellige Zahlen.
  10. Cox A, Wood K, Coleman G, Stewart AJ. Essential oil spray reduces clinical signs of insect bite hypersensitivity in horses.. Australian Veterinary Journal, 2020 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/avj.12963
    In einem verblindeten Überkreuzversuch an 20 Pferden besserten sich alle vier tierärztlich erhobenen Werte einschliesslich Juckreiz gegenüber Ausgangslage und Scheinpräparat, während die Haltenden bei 85 Prozent ein vollständiges Verschwinden berichteten und nur eine von vier Gewebeproben vollständig unauffällig war.
  11. Huhmann R, Mueller RS. A cream containing omega-3-fatty acids, humectants and emollients as an aid in the treatment of equine Culicoides hypersensitivity.. Veterinary Dermatology, 2019 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/vde.12728
    Im Halbkörpervergleich der ersten vier Wochen besserten sich die Hautveränderungen der behandelten Seite gegenüber der unbehandelten, während sich Juckreiz und Fellqualität nicht bedeutsam änderten; ab Tag 28 wurden beide Seiten behandelt, sodass der spätere Vergleich nicht mehr kontrolliert war.
  12. Cox A, Stewart AJ. Insect Bite Hypersensitivity in Horses: Causes, Diagnosis, Scoring and New Therapies.. Animals, 2023 (Andere | Pferd)DOI 10.3390/ani13152514
    Erzählende Übersichtsarbeit ohne systematische Suche: Es existiert keine heilende Behandlung, die Betreuung bleibt lebenslang und kostspielig, die Bewertungssysteme waren noch in Validierung, und der Versuch von 2018 wird hier unabhängig als randomisiert, doppelt verblindet und placebokontrolliert beschrieben.
  13. Simonin EM, Torsteinsdóttir S, Svansson V, Björnsdóttir S. Early allergen introduction overrides allergy predisposition in offspring of horses with Culicoides hypersensitivity.. Frontiers in Immunology, 2025 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.3389/fimmu.2025.1654693
    In vier Gruppen derselben Umgebung über mindestens neun Jahre erkrankten 62,5 Prozent der erst als erwachsene Tiere exponierten Elterntiere, 21,4 Prozent der in der Jugend exponierten Vollgeschwister und keines der seit Geburt exponierten Tiere: der Zeitpunkt der Erstexposition wog schwerer als die Veranlagung.
  14. Raza F, Ivanek R, Freer H, Reiche D. Cul o 2 specific IgG3/5 antibodies predicted Culicoides hypersensitivity in a group imported Icelandic horses.. BMC Veterinary Research, 2020 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1186/s12917-020-02499-w
    Von 16 importierten Islandpferden erkrankte im ersten Sommer keines und im zweiten Sommer 9, sodass die Sensibilisierung mindestens eine Saison braucht; einzelne Antikörperklassen waren bereits vor dem Auftreten der Zeichen erhöht.
  15. Peeters LM, Janssens S, Brebels M, Buys N. Genetic parameters and estimated breeding values of insect bite hypersensitivity in Belgian Warmblood horses.. The Veterinary Journal, 2015 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2015.08.012
    In einer Befragung zu 3'409 Sportpferden lag die Häufigkeit bei 10 Prozent über das Leben und 6,2 Prozent zum Erhebungszeitpunkt, deutlich unter dem oft zitierten Höchstwert von 60 Prozent, bei hoch geschätzter Erblichkeit der Anfälligkeit.
  16. Simon KE, Russell K, Mondino A, Yang CC. Quantifying placebo and trial participation effects on cognitive outcome measures in aging dogs.. GeroScience, 2025 (Andere | Andere Tierarten)DOI 10.1007/s11357-025-01822-3
    Hunde im Placeboarm wurden von ihren Haltenden über sechs Monate als gebessert eingestuft, bloss beobachtete Hunde dagegen als verschlechtert, während sich die vor Ort erhobenen Tests nicht änderten: Der Studienrahmen selbst beeinflusst die Beurteilung durch die Haltenden.
  17. Lee HH, Patel KR, Rastogi S, Singam V. Placebo responses in randomized controlled trials for systemic therapy in atopic dermatitis: A systematic review and meta-analysis.. Journal of the American Academy of Dermatology, 2020 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1016/j.jaad.2019.05.102
    In 64 randomisierten Studien stieg die Antwort auf die Scheinbehandlung mit einer Studiendauer ab drei Monaten, mit erlaubten Begleitbehandlungen und mit weniger Studienarmen, und fehlende Verblindung erhöhte besonders die Antwort auf der Ebene der Hautveränderungen.
  18. Farne HA, Wilson A, Milan S, Banchoff E. Anti-IL-5 therapies for asthma.. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2022 (Systematische Übersichtsarbeit | Mensch)DOI 10.1002/14651858.CD010834.pub4
    In 17 Studien mit rund 7'600 Teilnehmenden mit schwerem eosinophilem Asthma sinkt die Rate der Verschlechterungsschübe unter passiver Blockade von Interleukin 5 etwa auf die Hälfte, während die Gewinne an Lebensqualität und Lungenfunktion meist unter der klinisch spürbaren Schwelle bleiben.
  19. Bachmann MF, El-Turabi A, Fettelschoss-Gabriel A, Vogel M. The Prospects of an Active Vaccine Against Asthma Targeting IL-5.. Frontiers in Microbiology, 2018 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.3389/fmicb.2018.02522
    Perspektivenartikel derselben Entwicklergruppe ohne eigene Daten: Er schlägt die Entwicklung eines analogen Impfstoffs gegen Asthma beim Menschen vor, stützt sich dabei auf Maus- und Pferdedaten und belegt kein bestehendes klinisches Programm.

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