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Druse beim Pferd: was über stille Ausscheider und die Dauer der Ausscheidung bekannt ist

Nach einem Druse-Ausbruch blieben je nach Herde und Nachweisverfahren 3 bis 37 Prozent der Pferde Träger: was zu stillen Ausscheidern belegt ist.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

11 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Feine anatomische Strichzeichnung eines Pferdekopfs im Profil, mit zwei rot getönten Hohlräumen hinter dem Unterkiefer.

Zusammenfassung

Ein Teil der Pferde bleibt nach einer überstandenen Druse ansteckend, ohne krank zu wirken: Streptococcus equi hält sich in den Luftsäcken, oft ohne jedes äussere Zeichen. In einzelnen Herden lag der Trägeranteil nach dem Ausbruch je nach Nachweisverfahren zwischen 3 und 37 Prozent, dokumentiert sind Ausscheidungszeiten von sieben bis neununddreissig Monaten. Klinische Untersuchung und Blutuntersuchung erkennen diese Pferde nicht.

20Primärquellen
5 %davon Stufe 1 bis 2
1untersuchte Arten
1997–2026Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Der Erreger überdauert bei einem Teil der genesenen Pferde in den Luftsäcken: In drei langwierigen Ausbrüchen trugen zwischen 9 und 44 Prozent der infizierten Pferde ihn weiter, nachdem die klinischen Zeichen verschwunden waren.
  • Wie viele Träger gefunden werden, hängt stark vom Verfahren ab: In einer Herde lag der Anteil bei 3 Prozent in der Kultur und 15 Prozent in der PCR, in einer zweiten bei 13 gegenüber 37 Prozent.
  • Die Ausscheidung läuft nicht durchgehend: Von 115 Proben zehn dauerhafter Träger waren 61 in der PCR positiv, davon nur 32 auch in der Kultur.
  • Weder klinische Untersuchung noch Entzündungswerte noch Serologie trennten Träger von Nichtträgern derselben Herde; unter 287 untersuchten Pferden war nur einer von neun Trägern serologisch auffällig.
  • Ohne Ausbruchsgeschichte liegt der Grundpegel tiefer: In einer niederländischen Erhebung an 166 gesunden Pferden wurde die wahre Trägerprävalenz auf rund 2 Prozent geschätzt, in einer kolumbianischen Population auf 15 Prozent.

Was ein stiller Ausscheider ist

Die Druse ist eine bakterielle Infektion der oberen Atemwege des Pferdes, ausgelöst von Streptococcus equi subspecies equi. Das akute Bild mit Fieber, Nasenausfluss und geschwollenen Lymphknoten ist gut bekannt. Weniger bekannt ist, was danach geschieht. Bei einem Teil der Pferde verschwindet der Erreger nicht mit den Zeichen, sondern zieht sich in die Luftsäcke zurück, zwei luftgefüllte Ausstülpungen der Ohrtrompete im Kopf des Pferdes. Dort kann er sich über Monate halten, ohne dass dem Tier etwas anzusehen wäre. Solche Pferde heissen stille Ausscheider oder Langzeitträger.

Die Zahl, die dazu am häufigsten zirkuliert, lautet: rund ein Zehntel der genesenen Pferde entwickelt eine anhaltende Infektion der Luftsäcke. Sie ist eine im Fach eingebürgerte Grössenordnung, keine Messung. Sie taucht als Einleitungssatz auf, unter anderem in einer Genomarbeit an 670 Isolaten aus 19 Ländern, ohne dass diese Arbeit sie selbst erhoben hätte. Die tatsächlich gemessenen Werte liegen weit auseinander, und genau darin liegt der Kern des Themas.

Warum ausgerechnet die Luftsäcke?

Die Luftsäcke sind mit dem Rachen nur über eine schmale Öffnung verbunden und lassen sich schlecht von selbst reinigen. Eiter kann dort eindicken und zu festen Klumpen werden, den sogenannten Chondroiden. In einer Serie von 14 symptomlosen Trägern aus drei Ausbrüchen sass die Infektion bei 13 in den Luftsäcken. Sie ist dort erreichbar, aber nur mit dem Endoskop.

Eine überarbeitete Konsenserklärung eines Fachgremiums von 2018 hebt die Bedeutung dieser Trägerzustände für die Übertragung eigens hervor und ordnet zugleich neu, was als Referenzverfahren für den Nachweis gelten soll. Sie ist ein Ordnungstext eines Expertengremiums, keine eigene Messung, und sie kann deshalb keine der Zahlen dieses Beitrags stützen.

Wie viele Pferde nach einem Ausbruch Träger bleiben

Die belastbarsten Zahlen stammen aus Ausbrüchen, die über Monate weiterverfolgt wurden. In drei langwierigen britischen Ausbrüchen auf verschiedenartigen Betrieben waren je nach Bestand 29 bis 52 Prozent der beprobten Pferde infiziert, und zwischen 9 und 44 Prozent der infizierten Tiere trugen den Erreger noch, nachdem die klinischen Zeichen verschwunden waren. Der Luftsack war dabei die vorherrschende Stelle.

Zwei später verfolgte Ausbrüche zeigen, wie stark diese Anteile vom Nachweisverfahren abhängen. In einer Herde mit 98 Jährlingen, in der rund die Hälfte der Tiere erkrankt war, lag der Trägeranteil bei 3 Prozent in der Kultur und bei 15 Prozent in der PCR. In einer zweiten Herde mit 38 erwachsenen Islandpferden, in der alle Tiere erkrankt waren, betrug er 13 gegenüber 37 Prozent. Alle in der Kultur positiven Pferde waren auch in der PCR positiv; umgekehrt gilt das nicht. Ein Pferd, das in der Kultur negativ und in der PCR positiv ist, muss deshalb nach Ansicht der Autoren als Träger lebender Bakterien gelten, bis das Gegenteil belegt ist.

Auch ausserhalb dokumentierter Ausbrüche fallen Träger auf. In einer amerikanischen Klinikauswertung von 108 Drusefällen zeigten 12 von 25 Pferden, die länger als vierzig Tage infiziert waren, überhaupt keine klinischen Zeichen. Der Vergleich hinkt allerdings: Träger ist hier über die Dauer im Krankenblatt definiert, nicht über einen endoskopisch bestätigten Luftsackbefund.

Wie lange die Ausscheidung anhält

Die längsten dokumentierten Verläufe stammen aus einer Untersuchung von 1997 auf einem Betrieb mit rund 1'500 Pferden. Dort liess sich ein Langzeitträgertum bei vier klinisch gesunden Rekonvaleszenten und bei zwei von 350 neu eingestellten Ponys nachweisen, und es hielt zwischen sieben und neununddreissig Monaten an. In den drei britischen Ausbrüchen der Folgejahre dauerte die verlängerte Ausscheidung bis zu acht Monate.

Ein Befund derselben Arbeit wird selten zitiert und ist doch der unbequemste: Bei diesen Pferden endete die verlängerte Ausscheidung nicht von selbst, bevor eine Behandlung begonnen wurde. Was ohne Eingriff geschehen wäre, sagen die Daten nicht, denn alle betroffenen Tiere wurden behandelt. In einer begleitenden Serie liessen sich 14 von 15 Trägern unter tierärztlicher Behandlung ohne Operation sanieren, ein Drittel davon erst im zweiten Anlauf. Diese Serie hat keine Vergleichsgruppe: Sie zeigt, dass eine Sanierung möglich ist, nicht welches Vorgehen das beste wäre.

Scheidet ein Träger ständig aus?

Nein. In einem isländischen Ausbruch wurden zehn dauerhafte Träger über dreizehn Monate elfmal beprobt. Von 115 Proben waren 61 in der PCR positiv und nur 32 davon zusätzlich in der Kultur. Ein Träger kann also über Wochen unauffällig erscheinen und danach wieder lebende Bakterien abgeben.

Dieselbe Arbeit zeigte zudem, dass sich der Erreger im Träger verändert. Drei Monate nach der ersten Probe traten Varianten mit einem einzelnen Austausch im Oberflächengen auf, nach sechs Monaten bei zwei Pferden verkürzte Formen desselben Gens. Eine dieser Formen blieb bestehen und tauchte später bei zwei weiteren Pferden auf. Ein Träger ist demnach kein stillgelegtes Reservoir, sondern ein bewohnter Ort, an dem der Erreger sich weiterentwickelt und von dem aus er offenbar weitergegeben wird.

Warum der Nachweis so oft danebengreift

Entscheidend ist nicht die Feinheit des Tests, sondern die Stelle, an der gesucht wird. In einer Untersuchung an 44 Rekonvaleszenten wurde jedes Pferd dreifach beprobt: mit einem Tupfer aus dem Nasenrachenraum, mit einer Spülprobe derselben Region und mit einer Spülprobe der Luftsäcke. Positiv waren 1 von 41 Tupfern, 6 von 38 Nasenrachenspülproben und 24 von 44 Luftsackspülproben. Die Autoren beziffern den Unterschied zugunsten der Luftsackprobe mit dem Faktor 51. Es handelt sich dabei um ein Chancenverhältnis, wie sie es selbst berichten, nicht um eine Wahrscheinlichkeit im engen Sinn.

Schon die Arbeit von 1997 wies in dieselbe Richtung: Eine einzelne Kultur aus dem Tupfer fand 45 Prozent der Träger, eine einzelne Kultur aus der endoskopisch gewonnenen Luftsackspülprobe 88 Prozent. Wiederholtes Tupfern über zwei bis drei Monate fand am Ende bei allen Trägern bis auf einen den Erreger, dazwischen lagen jedoch wochenlange Serien negativer Befunde.

Selbst in der akuten Phase ist der Nachweis nicht sicher. In einer schwedischen Serie an 57 Pferden aus acht bestätigten Ausbrüchen fand die PCR direkt auf der Nasenrachenspülprobe mit 48 von 57 die meisten Infizierten, die biochemische Bestimmung nach Anzucht höchstens 22 von 57. Drei Pferde blieben auf allen Proben negativ.

Verrät ein Bluttest den Träger?

Nein, und das ist mehrfach geprüft worden. Unter 287 Pferden einer Quarantäneeinrichtung waren neun Luftsackträger, und zwischen Serologie und Trägerstatus bestand kein erkennbarer Zusammenhang: Nur einer der neun war im strengeren Massstab serologisch auffällig. Eine zweite Arbeit an drei Ausbrüchen kam zum gleichen Schluss.

Diese zweite Arbeit verfolgte 235 Pferde aus drei Ausbrüchen über sechs Monate bis zwei Jahre. Weder die klinische Untersuchung noch die weissen Blutkörperchen noch das Serumamyloid A, ein Eiweiss der Akutphase, noch die Serologie unterschieden Träger von Nichtträgern derselben Gruppe. Drei der zwölf in der Kultur positiven Pferde waren serologisch sogar negativ. Die Autoren halten fest, dass sich Träger in einem Bestand, in dem exponierte und nicht exponierte Pferde zusammenleben, über die Serologie allein nicht finden lassen.

Auch die Frage, wann ein Pferd als frei gelten darf, ist untersucht worden. In einem Ausbruch mit 41 Islandpferden waren von 24 später nicht mehr betroffenen Tieren nur 4 auf drei aufeinanderfolgenden wöchentlichen Spülproben negativ gewesen. Von 11 Pferden mit mindestens drei negativen Proben, die über mehrere Monate verteilt lagen, waren dagegen 10 tatsächlich frei. Die Autoren formulieren vorsichtig: Wiederholte Proben an mehreren getrennten Zeitpunkten können bei dieser Einschätzung helfen, sie beweisen nichts.

Träger ohne Ausbruchsgeschichte: der Grundpegel

Alle bisher genannten Zahlen stammen aus Beständen mit bekanntem Ausbruch. Wie hoch der Grundpegel in einer unauffälligen Population liegt, ist seltener untersucht. Eine niederländische Erhebung beprobte 166 scheinbar gesunde erwachsene Pferde und Ponys aus 86 Betrieben dreimal im Wochenabstand über eine Nasenrachenspülprobe. Die geschätzte wahre Trägerprävalenz lag im Mittel bei 2,0 Prozent, der Unsicherheitsbereich reichte von 0,1 bis 5,9 Prozent.

Diese Zahl ist eher eine untere Schätzung, denn die Luftsäcke wurden nicht gespült. Sie steht ausserdem nicht für alle Weltgegenden. In einer kolumbianischen Erhebung an 137 Pferden aus 15 Betrieben, bei denen der Luftsack endoskopisch beprobt wurde, liess sich bei 15 Prozent ein Streptokokkenbefund anzüchten, davon 13,5 Prozent der Drusenerreger selbst. Ein Ortswechsel in der Vorgeschichte war mit dem Nachweis assoziiert, und mit jedem Lebensjahr sank die Wahrscheinlichkeit eines Befundes. Die Autoren halten den Erreger in dieser Population für endemisch.

Eine britische Auswertung eines Auffangzentrums beschreibt den Zulauf. Von 626 aufgenommenen Equiden waren 34 im Eingangsscreening auffällig, darunter 24 in der PCR positiv für den Drusenerreger, also 3,8 Prozent. Zwei weitere Tiere trugen Chondroide, obwohl PCR und Kultur negativ ausfielen. Solche Populationen sind mit gut geführten Privatställen nicht vergleichbar, und ohne Vergleichsbestand lässt sich nicht sagen, was das Screening bewirkt hat.

Wie stark treiben Träger die Ausbreitung an?

Dass ein Erreger überdauert, heisst noch nicht, dass er von dort aus Ausbrüche startet. Zur Ansteckungskraft der Druse insgesamt gibt es eine quantitative Zusammenfassung von zehn Ausbruchsberichten. Sie schätzt die Basisreproduktionszahl, also die Zahl der Pferde, die ein einzelnes infiziertes Tier in einer vollständig empfänglichen Herde im Mittel ansteckt, auf 2,2 mit einem Unsicherheitsbereich von 1,9 bis 2,5; in einer weniger konservativen Rechnung auf 2,7. Die Autoren bezeichnen diesen Wert ausdrücklich als Rechengrösse für Modelle, nicht als Feldmessung, und halten ihn wegen der dünnen Datenlage eher für zu niedrig.

Wie stark Träger zu dieser Zahl beitragen, ist offen. Eine Modellierungsarbeit hat genau diese Lücke benannt: Die relative Ansteckungskraft eines Trägers gegenüber einem akut erkrankten Pferd und die Dauer des Trägertums sind die beiden entscheidenden unbekannten Grössen. Aus Simulationen und Antikörperdaten schätzt die Arbeit die relative Ansteckungskraft auf 0,05 bis 0,5 und die Schutzdauer nach durchgemachter Infektion auf vermutlich vier bis sechs Jahre. Das Modell legt nahe, dass allein die Anwesenheit von Trägern genügen kann, um den Erreger dauerhaft in einer Population zu halten. Es bleibt eine Rechnung, keine Beobachtung: Ihre wichtigsten Eingangsgrössen sind eben jene, die die Autoren als unbekannt bezeichnen.

Eine britische Genomarbeit liefert das Gegenargument. Aus 511 Isolaten der Jahre 2015 bis 2022 ergab sich ein rasch wechselndes Bild: Neun Gruppen wurden unterschieden, zwei davon umfassten 82 Prozent der Stämme, die eine nahm im Studienzeitraum deutlich zu, die andere ab. Ein so schneller Wechsel deutet nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass akut erkrankte und frisch genesene Pferde mit kurzer Ausscheidungsdauer für die Übertragung wichtiger sind als Langzeitträger. Die Stichprobe stammt allerdings aus positiven Laborbefunden, und stille Träger sind darin systematisch untervertreten.

Was den Träger nicht verrät

Naheliegend wäre die Vermutung, eine besondere Variante des Erregers verursache das Trägertum. Sie ist geprüft worden und hat sich nicht bestätigt. Eine Arbeit verglich Isolate akut erkrankter Pferde mit Isolaten stiller Träger aus Schweden und Pennsylvania, teils vom selben Tier zu verschiedenen Zeitpunkten, auf drei Ebenen: dem zusätzlichen Erbgut, der chemischen Markierung der Erbsubstanz und der Genaktivität. Auf keiner dieser Ebenen liessen sich die Gruppen trennen, und kein einziges Gen wurde zwischen ihnen unterschiedlich abgelesen.

Der Schluss der Autoren verschiebt die Frage: Wenn nicht die Bakterie den Unterschied macht, dann vermutlich das Pferd. Welche Eigenschaft des Wirts ein Trägertum begünstigt, ist bislang unbeantwortet. Eine fehlende Differenz ist zudem kein Nachweis der Gleichheit, und die Zahl der untersuchten Isolate war begrenzt.

Damit bleibt eine unbequeme Lage. Ein stiller Ausscheider ist an nichts zu erkennen, was am Pferd sichtbar oder im Blut messbar wäre, und der Erreger in ihm ist nicht von dem in einem akut kranken Tier zu unterscheiden. Auffindbar ist er nur dort, wo er sitzt, und nur, wenn dort mehrfach nachgesehen wird.

Was aus dieser Studienlage folgt und was nicht

Das gesicherte Kernstück ist schmal und trotzdem tragfähig: Ein Teil der genesenen Pferde bleibt über Monate infiziert, meist im Luftsack, meist ohne jedes Zeichen, und die Ausscheidung verläuft unregelmässig. Dieser Befund wurde von unabhängigen Gruppen in Grossbritannien, Schweden, den Niederlanden, Kolumbien und den USA erhoben, mit unterschiedlichen Methoden und über fast drei Jahrzehnte.

Unscharf bleibt fast alles Quantitative. Wie viele Träger es gibt, hängt davon ab, wo, womit und wie oft gesucht wird. Wie ansteckend ein Träger im Vergleich zu einem akut erkrankten Pferd ist, wird geschätzt, nicht gemessen. Ob Langzeitträger oder frisch genesene Tiere die Ausbrüche der letzten Jahre getragen haben, beantworten zwei Arbeitsgruppen gegensätzlich.

Für den Stallalltag folgt daraus vor allem eines: Der Zeitpunkt, an dem eine Druse vorbei ist, lässt sich am Aussehen und am Verhalten der Pferde nicht ablesen. Das ist der Grund, warum die üblichen Empfehlungen zu Absonderung und Nachkontrolle über das Abklingen der Zeichen hinausreichen. Wie ein Bestand konkret vorgeht, gehört in die Hand der betreuenden Tierarztpraxis; dieser Text ordnet die Studienlage ein und ersetzt weder Untersuchung noch Beratung.

Derselbe Erreger, andere Zahl: Probenstelle und Verfahren im direkten Vergleich

Eigene Auswertung

Aufgenommen wurden nur jene Vergleiche aus dem Quellenverzeichnis, bei denen dieselben Pferde oder dieselben Proben mit mehreren Probenstellen oder Verfahren untersucht wurden; Werte aus getrennten Studien stehen bewusst nicht nebeneinander, und jeder Block ist in sich vergleichbar.
ProbenstelleVerfahrenPositive BefundeVerglichen an denselben Tieren oder Proben
NasenrachentupferIsotherme Amplifikation1 von 4144 Rekonvaleszente, jedes Pferd dreifach beprobt
NasenrachenspülprobeIsotherme Amplifikation6 von 38dieselben 44 Rekonvaleszenten
LuftsackspülprobeIsotherme Amplifikation24 von 44dieselben 44 Rekonvaleszenten
LuftsackspülprobeEchtzeit-PCR18 von 44dieselben 44 Rekonvaleszenten
LuftsackspülprobeKultur4 von 44dieselben 44 Rekonvaleszenten
LuftsackspülprobeIsotherme Amplifikation im Labor27 von 68 Probengelagerte Spülproben, dreifach getestet
LuftsackspülprobeIsotherme Amplifikation im mikrofluidischen Gerät31 von 64 Probendieselbe Probenserie
LuftsackspülprobeDreifach-PCR als Referenzverfahren12 von 67 Probendieselbe Probenserie
Tupfer gegenüber LuftsackspülprobeKultur aus einer einzelnen Probe45 gegenüber 88 Prozent der Träger gefundenTräger eines Grossbetriebs, wiederholt beprobt
Herde mit 98 JährlingenKultur gegenüber PCR3 gegenüber 15 Prozent Trägerdieselbe Herde, dieselbe Beprobung
Herde mit 38 IslandpferdenKultur gegenüber PCR13 gegenüber 37 Prozent Trägerdieselbe Herde, dieselbe Beprobung

Grenzen und Unsicherheiten

  • Nur eine der hier verwendeten Arbeiten erreicht die Ebene systematische Übersicht mit Metaanalyse, und sie betrifft die Ansteckungskraft der Druse insgesamt, nicht das Trägertum. Die redaktionelle Vorgabe, mindestens die Hälfte der Quellen auf dieser Ebene abzustützen, ist hier nicht erfüllbar: Trägertum wird über Ausbruchskohorten, Querschnittserhebungen und Genomanalysen untersucht, nicht über randomisierte Versuche.
  • Fast alle Trägerkohorten stammen aus einzelnen Ausbrüchen mit sehr kleinen Trägerzahlen, teils aus einer einzigen Rasse auf einem einzigen Betrieb. Die Spannweite von 3 bis 44 Prozent beschreibt Gelegenheitsstichproben, keine Verteilung über Pferdepopulationen.
  • Es gibt keinen unabhängigen Massstab für Trägertum: Jede Arbeit bestimmt den Trägerstatus mit denselben unvollkommenen Verfahren, die sie prüft. Angaben zur Erkennungsrate und zur Aussagekraft negativer Befunde sind deshalb systematisch unsicher.
  • Die Arbeit mit den längsten dokumentierten Ausscheidungszeiten stammt von 1997 und bleibt die Grundlage für die Angabe von sieben bis neununddreissig Monaten. Haltung, Handel und Nachweisverfahren haben sich seither verändert.
  • Populationszahlen ohne Ausbruchsgeschichte liegen aus den Niederlanden, aus Kolumbien und aus einem britischen Auffangzentrum vor. Für die Schweiz waren in dieser Recherche keine vergleichbaren Prävalenzdaten auffindbar.
  • Ob Langzeitträger oder kurz ausscheidende Pferde die Übertragung dominieren, beantworten zwei Arbeitsgruppen gegensätzlich, und beide Antworten stützen sich auf Stichproben, in denen stille Träger untervertreten sind.

Offene Fragen

  • Welche Eigenschaft des Pferdes entscheidet darüber, ob der Erreger nach der Genesung bleibt, wenn es nachweislich nicht an der Bakterienvariante liegt?
  • Wie ansteckend ist ein stiller Träger tatsächlich im Vergleich zu einem akut erkrankten Pferd? Bisher ist diese Grösse nur geschätzt, nicht gemessen.
  • Tragen Langzeitträger oder frisch genesene Pferde den grösseren Teil der Übertragungen, und lässt sich der Widerspruch zwischen Genomdaten und Modellrechnungen auflösen?
  • Wie hoch ist der Trägeranteil in Schweizer Beständen ohne bekannte Ausbruchsgeschichte?

Häufige Fragen

Mein Pferd hatte Druse und ist längst wieder fit. Kann es andere noch anstecken?

Möglich ist es, und ansehen lässt es sich dem Pferd nicht. In drei über Monate verfolgten Ausbrüchen trugen zwischen 9 und 44 Prozent der infizierten Pferde den Erreger weiter, nachdem die klinischen Zeichen verschwunden waren, meist in den Luftsäcken. In einer amerikanischen Klinikauswertung hatten 12 von 25 länger als vierzig Tage infizierten Pferden gar keine Zeichen mehr. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, sagt keine dieser Zahlen; sie beschreiben Gruppen, nicht Ihr Pferd. Die Einschätzung eines konkreten Bestands gehört in die betreuende Tierarztpraxis.

Wie lange bleibt ein Pferd nach einer Druse ansteckend?

Eine feste Frist gibt es nicht, und das ist der wichtigste Punkt. Dokumentiert sind Ausscheidungszeiten von sieben bis neununddreissig Monaten in einer Untersuchung von 1997 und bis zu acht Monaten in drei späteren britischen Ausbrüchen. Die Ausscheidung läuft dabei nicht durchgehend: Bei zehn dauerhaften Trägern waren von 115 Proben über dreizehn Monate 61 in der PCR positiv und nur 32 davon auch in der Kultur. Eine negative Probe beschreibt daher den Tag der Probennahme, nicht den Zustand des Pferdes über die folgenden Wochen.

Reicht ein Nasentupfer, um einen Träger zu finden?

Nein, ein einzelner Tupfer reicht nicht. In einer Untersuchung an 44 Rekonvaleszenten, bei denen jedes Pferd an drei Stellen beprobt wurde, war 1 von 41 Nasenrachentupfern positiv, dagegen 24 von 44 Luftsackspülproben. Schon 1997 fand eine einzelne Tupferkultur 45 Prozent der Träger, eine einzelne Kultur aus der endoskopisch gewonnenen Luftsackspülprobe dagegen 88 Prozent. Wiederholtes Tupfern über zwei bis drei Monate fand am Ende fast alle Träger, dazwischen lagen aber wochenlange Serien negativer Befunde. Welche Probe sinnvoll ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.

Kann ein Bluttest zeigen, ob mein Pferd Träger ist?

Nein, und das ist zweimal unabhängig geprüft worden. Unter 287 Pferden einer Quarantäneeinrichtung waren neun Träger, und zwischen Serologie und Trägerstatus bestand kein erkennbarer Zusammenhang: Nur einer der neun war im strengeren Massstab auffällig. In einer zweiten Arbeit an 235 Pferden aus drei Ausbrüchen unterschieden weder klinische Untersuchung noch weisse Blutkörperchen noch das Serumamyloid A noch die Serologie Träger von Nichtträgern derselben Gruppe; drei der zwölf in der Kultur positiven Pferde waren serologisch sogar negativ. Blutuntersuchungen dienen im Ausbruchsgeschehen anderen Zwecken.

Wie viele Pferde in einem ganz normalen Stall tragen den Erreger?

In Beständen ohne bekannte Ausbruchsgeschichte ist der Anteil niedrig, aber nicht null. Eine niederländische Erhebung an 166 scheinbar gesunden Pferden aus 86 Betrieben schätzte die wahre Trägerprävalenz auf rund 2 Prozent, mit einem Unsicherheitsbereich von 0,1 bis 5,9 Prozent. In einem britischen Auffangzentrum waren 24 von 626 aufgenommenen Equiden positiv, also 3,8 Prozent. In einer kolumbianischen Population mit endoskopischer Beprobung lag der Wert dagegen bei 15 Prozent. Der Grundpegel hängt somit stark von Region, Handel und Haltungsbedingungen ab und lässt sich nicht auf die Schweiz übertragen.

Verschwindet der Erreger irgendwann von selbst?

Bei einem Teil der Pferde offenbar ja, bei einem anderen Teil nicht. In drei britischen Ausbrüchen endete das verlängerte Trägertum bei keinem der betroffenen Pferde von selbst, bevor eine Behandlung begonnen wurde; da alle behandelt wurden, sagen die Daten nichts über einen Verlauf ohne Eingriff. In einer begleitenden Serie liessen sich 14 von 15 Trägern unter tierärztlicher Behandlung ohne Operation sanieren, ein Drittel davon erst im zweiten Anlauf. Diese Serie hat keine Vergleichsgruppe: Sie zeigt, dass eine Sanierung möglich ist, nicht welches Vorgehen das beste ist.

Quellen

  1. Houben RMAC, van Maanen K, Kemp-Symonds JG, Waller AS. Estimation of the basic reproduction number for Streptococcus equi spp. equi outbreaks by meta-analysis of strangles outbreak reports. Equine Veterinary Journal, 2023 (Meta-Analyse | Pferd)DOI 10.1111/evj.13865
    Aus zehn zusammengeführten Ausbruchsberichten, davon acht aus begutachteten Publikationen, wird die Basisreproduktionszahl konservativ auf 2,2 und weniger konservativ auf 2,7 geschätzt, ausdrücklich als Rechengrösse für Modelle und wegen fehlender Verlaufsdaten wahrscheinlich zu niedrig.
  2. Houben RMAC, Broens EM, Broekhuizen-Stins MJ, Sloet van Oldruitenborgh-Oosterbaan MM. The prevalence of Streptococcus equi subsp. equi carriers in the Netherlands. Equine Veterinary Journal, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1002/evj.70177
    Bei 166 scheinbar gesunden erwachsenen Pferden und Ponys aus 86 Betrieben, dreifach im Wochenabstand über Nasenrachenspülproben untersucht, wurde die wahre Trägerprävalenz auf im Mittel 2,0 Prozent geschätzt, mit einem Unsicherheitsbereich von 0,1 bis 5,9 Prozent.
  3. McGlennon AA, Verheyen KL, Newton JR, van Tonder A. Unwelcome neighbours: Tracking the transmission of Streptococcus equi in the United Kingdom horse population. Equine Veterinary Journal, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.14558
    Aus 511 britischen Isolaten der Jahre 2015 bis 2022 ergab sich eine rasch wechselnde Populationsstruktur mit neun Gruppen, von denen zwei 82 Prozent der Stämme umfassten; die Autoren schliessen daraus, dass akut erkrankte und frisch genesene Pferde für die Übertragung wichtiger sein dürften als Langzeitträger.
  4. Mitchell C, Steward KF, Charbonneau ARL, Walsh S. Globetrotting strangles: the unbridled national and international transmission of Streptococcus equi between horses. Microbial Genomics, 2021 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1099/mgen.0.000528
    Die Typisierung von 670 Isolaten aus 19 Ländern belegt nationale und internationale Übertragungsereignisse, die den Erreger weltweit in Umlauf halten; die oft zitierte Angabe von rund 10 Prozent dauerhaft infizierten Luftsäcken stammt aus dem einleitenden Literaturhinweis, nicht aus einer Messung dieser Arbeit.
  5. Pringle J, Venner M, Tscheschlok L, Waller AS. Markers of long term silent carriers of Streptococcus equi ssp. equi in horses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2020 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15939
    Bei 235 Pferden aus drei Ausbrüchen, sechs Monate bis zwei Jahre danach untersucht, unterschieden weder klinische Untersuchung noch weisse Blutkörperchen noch Serumamyloid A noch Serologie die Träger von Nichtträgern derselben Gruppe; drei der zwölf in der Kultur positiven Pferde waren serologisch negativ.
  6. Pringle J, Venner M, Tscheschlok L, Bächi L. Long term silent carriers of Streptococcus equi ssp. equi following strangles; carrier detection related to sampling site of collection and culture versus qPCR. The Veterinary Journal, 2019 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2019.02.003
    In zwei natürlichen Ausbrüchen lag der Trägeranteil bei 3 Prozent in der Kultur gegenüber 15 Prozent in der PCR und in der zweiten Herde bei 13 gegenüber 37 Prozent; ein in der Kultur negativer Träger wurde acht Monate später erneut kulturpositiv, weshalb die Autoren PCR-positive Pferde als Träger lebender Bakterien einstufen.
  7. Pringle J, Aspán A, Riihimäki M. Repeated nasopharyngeal lavage predicts freedom from silent carriage of Streptococcus equi after a strangles outbreak. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2022 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16368
    Bei 41 anfangs durchweg positiven Islandpferden waren von 24 später nicht mehr betroffenen Tieren nur 4 auf drei aufeinanderfolgenden Wochenproben negativ, dagegen 10 von 11 Pferden mit mindestens drei über Monate verteilten negativen Proben; wiederholte Proben an mehreren Zeitpunkten können die Freiheit von Trägertum stützen, aber nicht beweisen.
  8. Riihimäki M, Aspán A, Ljung H, Pringle J. Long term dynamics of a Streptococcus equi ssp equi outbreak, assessed by qPCR and culture and seM sequencing in silent carriers of strangles. Veterinary Microbiology, 2018 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.vetmic.2018.07.016
    Bei zehn dauerhaften Trägern eines isländischen Ausbruchs waren von 115 Proben aus elf Zeitpunkten über dreizehn Monate 61 in der PCR positiv und 32 davon zusätzlich in der Kultur; die Sequenzierung des Oberflächengens zeigte, dass sich der Stamm im Träger verändert und veränderte Formen auf weitere Pferde übergehen.
  9. Durham AE, Kemp-Symonds J. Failure of serological testing for antigens A and C of Streptococcus equi subspecies equi to identify guttural pouch carriers. Equine Veterinary Journal, 2021 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13276
    Unter 287 Pferden einer Quarantäneeinrichtung waren 9 Luftsackträger, ohne erkennbaren Zusammenhang zwischen Serologie und Trägerstatus: Nur einer der neun war im strengeren Massstab seropositiv, drei im permissiveren, weshalb die Autoren vor dem Ausschluss eines Trägertums über die Serologie warnen.
  10. Boyle AG, Stefanovski D, Rankin SC. Comparison of nasopharyngeal and guttural pouch specimens to determine the optimal sampling site to detect Streptococcus equi subsp equi carriers by DNA amplification. BMC Veterinary Research, 2017 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1186/s12917-017-0989-4
    Bei denselben 44 Rekonvaleszenten waren 1 von 41 Nasenrachentupfern, 6 von 38 Nasenrachenspülproben und 24 von 44 Luftsackspülproben positiv; die Autoren beziffern den Vorteil der Luftsackspülprobe als Chancenverhältnis von 51 und empfehlen sie als Probe der Wahl zur Trägersuche.
  11. Newton JR, Wood JL, Dunn KA, DeBrauwere MN. Naturally occurring persistent and asymptomatic infection of the guttural pouches of horses with Streptococcus equi. The Veterinary Record, 1997 (Fallserie | Pferd)DOI 10.1136/vr.140.4.84
    Auf einem Betrieb mit rund 1'500 Pferden hielt das Trägertum bei vier klinisch gesunden Rekonvaleszenten und zwei von 350 zugekauften Ponys sieben bis neununddreissig Monate an; eine einzelne Probe fand 45 Prozent der Träger im Tupfer gegenüber 88 Prozent in der endoskopischen Luftsackspülprobe. Gründungsarbeit des Feldes, deshalb trotz ihres Alters zitiert.
  12. Newton JR, Verheyen K, Talbot NC, Timoney JF. Control of strangles outbreaks by isolation of guttural pouch carriers identified using PCR and culture of Streptococcus equi. Equine Veterinary Journal, 2000 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.2746/042516400777584721
    In drei langwierigen Ausbrüchen waren 29 bis 52 Prozent der beprobten Pferde infiziert, und 9 bis 44 Prozent der infizierten Tiere trugen den Erreger nach dem Abklingen der Zeichen weiter, überwiegend im Luftsack und bis zu acht Monate lang; das verlängerte Trägertum endete bei keinem Tier von selbst, bevor behandelt wurde.
  13. Verheyen K, Newton JR, Talbot NC, de Brauwere MN. Elimination of guttural pouch infection and inflammation in asymptomatic carriers of Streptococcus equi. Equine Veterinary Journal, 2000 (Fallserie | Pferd)DOI 10.2746/042516400777584703
    Von 14 symptomlosen Trägern aus drei Ausbrüchen trugen 13 den Erreger im Luftsack, und 14 von 15 betreuten Trägern wurden ohne Operation saniert, ein Drittel erst nach einem zweiten Anlauf; ohne Vergleichsgruppe zeigt die Serie nur die Machbarkeit, nicht die Überlegenheit eines Vorgehens.
  14. Morris ERA, Boyle AG, Riihimäki M, Aspán A. Differences in the genome, methylome, and transcriptome do not differentiate isolates of Streptococcus equi subsp. equi from horses with acute clinical signs from isolates of inapparent carriers. PLoS One, 2021 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0252804
    Weder zusätzliches Erbgut noch chemische Markierung der Erbsubstanz noch Genaktivität trennten Isolate akut erkrankter Pferde von Isolaten stiller Träger, auch nicht beim selben Tier über die Zeit; die Autoren schliessen daraus, dass Eigenschaften des Wirts und nicht der Bakterie das Trägertum erklären dürften.
  15. Boyle AG, Timoney JF, Newton JR, Hines MT. Streptococcus equi Infections in Horses: Guidelines for Treatment, Control, and Prevention of Strangles-Revised Consensus Statement. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2018 (Fachempfehlung | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15043
    Aktualisierte Konsenserklärung eines Expertengremiums: Sie definiert das Referenzverfahren für den Erregernachweis neu, ordnet PCR und Serologie im Ausbruchsgeschehen ein und hebt die Rolle der Trägerzustände für die Übertragung hervor, ohne eigene Daten zu erheben.
  16. Duffee LR, Stefanovski D, Boston RC, Boyle AG. Predictor variables for and complications associated with Streptococcus equi subsp equi infection in horses. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2015 (Fall-Kontroll-Studie | Pferd)DOI 10.2460/javma.247.10.1161
    Bei 108 Drusefällen gegenüber 215 fiebrigen Vergleichspferden zeigten 12 von 25 als Träger eingestuften Pferden, also länger als vierzig Tage infizierten Tieren, keinerlei klinische Zeichen; die Trägerdefinition stützt sich hier auf die Dauer im Krankenblatt, nicht auf einen endoskopisch bestätigten Luftsackbefund.
  17. Lindahl S, Båverud V, Egenvall A, Aspán A. Comparison of sampling sites and laboratory diagnostic tests for S. equi subsp. equi in horses from confirmed strangles outbreaks. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2013 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.12063
    Bei 57 Pferden aus acht bestätigten Ausbrüchen fand die PCR direkt auf der Nasenrachenspülprobe mit 48 von 57 die meisten Infizierten gegenüber höchstens 22 von 57 bei biochemischer Bestimmung nach Anzucht; drei Pferde blieben auf allen Proben negativ, und die Kombination aus Spülprobe und Tupfer erfasste über 90 Prozent der akuten Fälle.
  18. Jaramillo-Morales C, Gomez DE, Renaud D, Arroyo LG. Streptococcus equi culture prevalence, associated risk factors and antimicrobial susceptibility in a horse population from Colombia. Journal of Equine Veterinary Science, 2022 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.jevs.2022.103890
    In einer nicht auf Krankheitsgeschichte ausgewählten kolumbianischen Population von 137 Pferden aus 15 Betrieben liessen sich bei 15 Prozent Streptokokken aus dem endoskopisch beprobten Luftsack anzüchten, davon 13,5 Prozent der Drusenerreger; ein Ortswechsel in der Vorgeschichte war mit dem Nachweis assoziiert, das Alter negativ.
  19. McLinden LA, Kemp-Symonds JG, Daly JM, Blanchard AM. Effectiveness of a screening protocol employed at a UK rescue centre to prevent introduction of strangles. Equine Veterinary Journal, 2026 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/evj.70080
    Von 626 zwischen 2017 und 2021 aufgenommenen Equiden waren 34 im Eingangsscreening auffällig, darunter 24 in der PCR positiv für den Drusenerreger und zwei mit Chondroiden trotz negativer PCR und Kultur; ohne Vergleichsbestand lässt die rückblickende Auswertung keinen ursächlichen Schluss auf die Wirkung des Screenings zu.
  20. Houben RMAC, Newton JR, van Maanen C, Waller AS. Untangling the stranglehold through mathematical modelling of Streptococcus equi subspecies equi transmission. Preventive Veterinary Medicine, 2024 (Andere | Pferd)DOI 10.1016/j.prevetmed.2024.106230
    Die Modellrechnung benennt die relative Ansteckungskraft der Träger und die Dauer des Trägertums als entscheidende Wissenslücken, schätzt Erstere auf 0,05 bis 0,5 und die Schutzdauer nach durchgemachter Infektion auf vier bis sechs Jahre und legt nahe, dass allein die Anwesenheit von Trägern den Erreger endemisch halten kann.

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