Glossar
Teststärke.
Kurzantwort
Die Teststärke beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Studie einen wirklich vorhandenen Unterschied auch entdeckt. Sie steigt mit der Zahl der untersuchten Fälle, mit der Grösse des erwarteten Effekts und mit der Genauigkeit der Messung. Eine Studie mit geringer Teststärke findet oft nichts, obwohl es etwas zu finden gäbe.
Daraus folgt der wichtigste Merksatz beim Lesen: Kein Unterschied gefunden ist nicht dasselbe wie kein Unterschied vorhanden. Die Teststärke muss vor Beginn geplant werden, denn nachträglich berechnet ist sie nur eine Umformulierung des Ergebnisses. Schwach aufgestellte Studien liefern zudem übertrieben grosse Effekte, wenn sie zufällig doch etwas finden.
In der Pferdeforschung ist geringe Teststärke die Regel, weil Tierzahlen, Kosten und ethische Auflagen die Gruppengrösse begrenzen. Gegenmittel sind präzisere Messverfahren, Übergangspläne mit Vergleich am selben Tier und die gemeinsame Auswertung mehrerer Kliniken. In der Humanmedizin lösen grosse Studiennetzwerke dieses Problem deutlich häufiger.
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