Glossar
Bioverfügbarkeit.
Kurzantwort
Die Bioverfügbarkeit bezeichnet den Anteil eines aufgenommenen Nährstoffs oder Wirkstoffs, der tatsächlich in nutzbarer Form in den Blutkreislauf gelangt. Massgebend sind die chemische Form, die Lebensmittelmatrix, der Ort der Aufnahme im Verdauungstrakt sowie Wechselwirkungen mit anderen Stoffen. Zwei Präparate mit gleicher deklarierter Menge können sich deshalb deutlich unterscheiden.
Ein häufiger Denkfehler ist die Gleichsetzung von deklariertem Gehalt und aufgenommener Menge. Die Etikette nennt, was im Produkt steckt, nicht was der Körper daraus zieht. Ob ein Mineralstoff als Chelat oder als anorganisches Salz vorliegt, verändert die Löslichkeit und damit den Anteil, der die Darmwand überhaupt passiert.
Beim Pferd verschiebt der Verdauungsbau die Rechnung zusätzlich: ein grosser Teil der Faserverwertung erfolgt erst im Dickdarm, also hinter dem Hauptort der Mineralstoff- und Vitaminaufnahme. Was die Blinddarmfermentation liefert, steht dem Organismus anders zur Verfügung als beim Menschen, dessen Fermentationsraum im Verhältnis zur Körpermasse deutlich kleiner ausfällt.
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