Zum Inhalt springen
ForschungPferd, Schweizer Evidenzplattform

MEMehrere ArtenBmoderatT1nur Hypothese

Equines Asthma und Luftqualität: was Staub, Heu und Lunge verbindet

Nicht der sichtbare Staub zählt, sondern der lungengängige Anteil im Atembereich des Pferdes: Zahlen aus Versuchen zu Heu, Bedampfen und Haylage.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

10 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Dunkler Stallgang, ein Lichtstrahl aus dem Fenster macht Staub in der Luft sichtbar, rechts ein Heuballen vor türkisfarbenen Boxentüren.

Zusammenfassung

Equines Asthma ist eine nicht ansteckende Entzündung der unteren Atemwege, die durch eingeatmete Partikel aus Heu, Einstreu und Stallluft unterhalten wird. Beurteilt wird sie über die Zellzusammensetzung der bronchoalveolären Lavage. Bedampftes Heu und Haylage senkten in einem randomisierten Versuch die Staubbelastung im Atembereich, das Zellbild der Lavage besserte sich innert sechs Wochen jedoch nur unter Haylage. Wie viel die Luftqualität für sich genommen bewirkt, ist noch nicht sauber von der Wirkung der Medikamente getrennt.

27Primärquellen
48 %davon Stufe 1 bis 2
4untersuchte Arten
2007–2025Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • In einer Untersuchung an Rennpferden zeigten 78 von 98 Lungenspülungen das Bild eines leichten Asthmas; jeder zusätzliche Prozentpunkt Mastzellen ging mit 2,9 Punkten schlechterer Leistungskennzahl einher.
  • Trockenheu erzeugte im Atembereich rund 0,081 Milligramm lungengängigen Staub je Kubikmeter, bedampftes Heu 0,056 und Haylage 0,053; die Entzündungszellen sanken innert sechs Wochen jedoch nur unter Haylage.
  • Bedampfen verbessert die Hygiene des Heus, kostet aber Nährstoffe: Die geschätzte Vorverdaulichkeit des Rohproteins fiel von 56 auf 35 Prozent.
  • Schweres equines Asthma dient der Forschung als natürlich auftretendes Modell für neutrophiles Asthma des Menschen; ein Behandlungserfolg beim Pferd ist damit kein Beleg für den Menschen.

Zwei Krankheitsbilder, ein gemeinsamer Auslöser

Equines Asthma bezeichnet eine nicht ansteckende, wiederkehrende Entzündung der unteren Atemwege beim Pferd. Der Begriff fasst zwei Ausprägungen zusammen: die leichte bis mittelgradige Form, früher als entzündliche Atemwegserkrankung geführt, und die schwere Form, früher Dämpfigkeit oder wiederkehrende Atemwegsobstruktion genannt. Eine Fachkonsensus-Arbeit von 2016 hat diese Einteilung geordnet. Eine systematische Sichtung von 2022 prüfte anschliessend, worauf die Falldefinition tatsächlich beruht: auf einer Rangfolge aus Husten, Leistungsabfall, Schleim in der Luftröhre, entzündlicher Zellzusammensetzung der Lungenspülung und messbarer Störung der Lungenfunktion.

Wie häufig die Krankheit ist, hängt weniger von der Region ab als von der Messmethode. In einer ganzjährig auf der Weide gehaltenen Lehrherde ohne Vorgeschichte von Atemwegsproblemen erfüllten im Sommer 10 Prozent der Pferde die Kriterien der schweren und 60 Prozent jene der leichten Form; im Winter waren es 4,3 und 87 Prozent. Bemerkenswert ist weniger die Höhe als die Bewegung: Bei 61,1 Prozent der Tiere veränderte sich das Zellbild zwischen den beiden Jahreszeiten.

Warum manche Pferde im selben Stall erkranken und andere nicht, ist teilweise erblich. Eine Segregationsanalyse an den Nachkommen zweier betroffener Warmbluthengste und an 401 Schweizer Warmblütern sprach für ein gemischtes Erbmodell mit einem beteiligten Hauptgen; in der einen Hengstlinie verhielt es sich dominant, in der anderen rezessiv. Die Ausprägung blieb dabei an die Heuexposition gebunden. Anlage und Luft wirken zusammen, nicht gegeneinander.

Lungengängiger Staub: die Partikel, auf die es ankommt

Warum zählt nur der lungengängige Staubanteil?

Weil nur sehr feine Partikel bis in die kleinen Atemwege gelangen. In einer Untersuchung an 64 Rennpferden aus acht Ställen wurden einatembarer und lungengängiger Staub sowie Endotoxin und Beta-Glucan gleichzeitig im Atembereich gemessen. Mit dem Anteil neutrophiler Zellen in der Lungenspülung hing allein die lungengängige Fraktion zusammen, nicht die gröbere.

Dieselbe Arbeit verknüpft die Entzündung mit der Leistung. Von 98 Lungenspülungen nach Rennen zeigten 78 das Bild eines leichten Asthmas. Je Prozentpunkt mehr Mastzellen lag die Leistungskennzahl um 2,9 Punkte tiefer, je Prozentpunkt mehr neutrophile Zellen um 1,4 Punkte. Beta-Glucan, ein Bestandteil von Pilzzellwänden, war nur mit den Mastzellen assoziiert, der Staub nur mit den neutrophilen Zellen. Zwei Reizarten, zwei Zellbilder.

Wie stark die Umgebungsluft wirkt, prüfte ein randomisierter, doppelt verblindeter Versuch an zwölf Polopferden mit rauchbedingtem leichtem Asthma. Als die mittlere Feinstaubbelastung der Umgebungsluft von rund 36 auf rund 7 Mikrogramm je Kubikmeter fiel, stieg die maximale Sauerstoffaufnahme im Mittel um 13,2 Prozent. Zwischen der Gruppe mit Kortisonpräparat und der Kochsalzgruppe bestand kein Unterschied. Zwei Einschränkungen bleiben: Vor dem letzten Belastungstest erhielten alle Pferde zusätzlich ein inhaliertes bronchienerweiterndes Mittel, und eine Vergleichsgruppe, die in der belasteten Luft blieb, gab es nicht. Der Versuch trennt das Medikament von der Luft, nicht aber die Luft vom Zeitverlauf.

Woher der Staub kommt: Heu, Einstreu, Pilze

Der Staub im Atembereich stammt selten aus einer einzigen Quelle. Eine prospektive Erhebung an 731 vorgestellten Pferden fand in 55 Prozent der Atemwegsproben eine positive Pilzkultur. Pferde mit sichtbaren Pilzbestandteilen im Luftröhrensekret hatten rund die doppelte Wahrscheinlichkeit einer Atemwegsentzündung. Stroheinstreu ging mit etwa der doppelten, Trockenheu mit etwa der 2,7-fachen Wahrscheinlichkeit einher. Es handelt sich um Beobachtungsdaten: Sie zeigen Zusammenhänge, keine bewiesene Ursachenkette.

Was passiert mikrobiologisch, wenn Heu behandelt wird?

Eine Sequenzierung der lebenden Bakteriengemeinschaft von vier Heupartien verglich trockenes, eingeweichtes und heissbedampftes Heu. Das Bedampfen senkte die Keimlast am stärksten, ohne die Artenvielfalt einzuengen. Das Einweichen verringerte die Vielfalt und liess den Anteil gramnegativer Bakterien steigen. Beide Verfahren reduzierten Keime, die mit Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Ein Fütterungsversuch an sechs Pferden ergänzt die praktische Seite. Nach 60 Minuten Bedampfen bei 100 Grad waren typische Schimmelpilze nicht mehr nachweisbar, nach 15 Minuten Einweichen lagen sie bei 50 koloniebildenden Einheiten je Gramm. Wurde eingeweichtes Heu gelagert, stiegen Bakterien, Schimmel und Hefen wieder an. Beide behandelten Heue wurden langsamer gefressen als natives, das bedampfte zudem deutlich intensiver gekaut.

Einweichen, Bedampfen, Haylage: die Zahlen aus kontrollierten Versuchen

Der grösste randomisierte Vergleich zu dieser Frage lief über sechs Wochen an 43 englischen Vollblütern im Renntraining. Trockenheu erzeugte im Atembereich rund 0,081 Milligramm lungengängigen Staub je Kubikmeter, bedampftes Heu 0,056 und Haylage 0,053. Beim Zellbild trennten sich die Wege: Nur in der Haylage-Gruppe sank der Anteil neutrophiler Zellen in der Lungenspülung, von 5,1 auf 3,0 Prozent, während er in der Heugruppe bei 6,3 Prozent lag. Gleichzeitig verschob sich das Fettsäureprofil im Blut zugunsten der entzündungsauflösenden Seite, wiederum nur bei Haylage.

Ein kleinerer Pilotversuch an sieben Trabern im Training weist in dieselbe Richtung, mit deutlicheren Abständen: 0,02 gegen 0,06 Milligramm lungengängiger Staub je Kubikmeter und 69 gegen 160 Pikogramm Beta-Glucan. Die neutrophilen Zellen fielen unter Haylage von 2,2 auf 0,7 Prozent, während die Heugruppe nach sechs Wochen bei 4,0 Prozent lag. Sieben Pferde sind wenig; die Richtung stimmt mit dem grösseren Versuch überein.

Im Atembereich gemessene Staubbelastung und Zellbild der Lungenspülung, nach Futterart und Versuch.
FutterartLungengängiger Staub in mg/m³Neutrophile Zellen nach sechs WochenVersuch
Trockenheu0,0816,3 Prozent43 Vollblüter, randomisiert
Bedampftes Heu0,056kein Rückgang berichtet43 Vollblüter, randomisiert
Haylage0,0533,0 Prozent, Ausgangswert 5,143 Vollblüter, randomisiert
Trockenheu (Luzerne)0,064,0 Prozent7 Traber, Pilotversuch
Haylage (Gras und Luzerne)0,020,7 Prozent, Ausgangswert 2,27 Traber, Pilotversuch

Am kranken Pferd wird das Bild unübersichtlicher. In einem Überkreuzversuch an zehn Pferden mit schwerem Asthma, von denen neun den Versuch beendeten, besserten sich unter Luzernepellets wie unter bedampftem Heu Klinik, Lungenfunktion und Entzündung. Der Atemwegswiderstand fiel unter Pellets über vier Wochen von 2,62 auf 0,62 Zentimeter Wassersäule je Liter und Sekunde, unter bedampftem Heu nur vorübergehend, von 2,34 auf 1,38 in der ersten und 1,51 in der zweiten Woche. Die neutrophilen Zellen sanken unter Pellets von 40,2 auf 20,1 Prozent, unter bedampftem Heu von 30,9 auf 25,7 Prozent; am Ende lagen sie bei allen Pferden weiterhin über fünf Prozent. Der klinische Punktwert besserte sich über die Zeit, ohne dass sich die beiden Futter statistisch voneinander unterschieden.

Ein zweiter Überkreuzversuch derselben Arbeitsgruppe prüfte bedampftes gegen trockenes Heu bei Pferden in Remission und fand keinen Unterschied. In beiden Armen stieg der Atemwegswiderstand über vier Wochen an, und die neutrophilen Zellen kletterten von 6,7 auf 13,1 Prozent unter trockenem sowie von 5,6 auf 10,5 Prozent unter bedampftem Heu. Die Forschenden ordnen dies einer unerwartet milden Verschlechterung zu und halten fest, dass der Staub in den Boxen nicht gemessen wurde. Bedampfen senkt Partikel messbar; dass es einen Schub verhindert, ist damit nicht belegt.

Die bronchoalveoläre Lavage: das Mass, das die Diagnose trägt

Was misst eine Lungenspülung eigentlich?

Bei der bronchoalveolären Lavage wird über ein Endoskop oder einen Schlauch Kochsalzlösung in einen Lungenabschnitt gespült und wieder abgesaugt. Ausgezählt wird anschliessend, welche Zellen darin schwimmen: neutrophile Granulozyten, Mastzellen, eosinophile Zellen und Makrophagen. Aus diesem Verhältnis leitet sich die Einordnung des Asthmatyps ab.

Die systematische Sichtung von 2022 durchsuchte 2275 Treffer und wertete 44 Studien mit zusammen 6092 Pferden aus, im Median 74 Tiere je Studie. Eine Meta-Analyse war wegen zu unterschiedlicher Mess- und Berichtsverfahren nicht möglich. In fast der Hälfte der Arbeiten wurden Aussagekraft der Stichprobe und Verblindung als mangelhaft bewertet. Am stabilsten war der Zusammenhang zwischen Husten und Luftröhrenschleim; am wenigsten belastbar ausgerechnet jener zwischen Zellbild der Lavage und Lungenfunktion.

Eine einzelne Spülung ist zudem eine Momentaufnahme. In der erwähnten Weideherde wechselte bei 61,1 Prozent der Pferde das Zellbild zwischen Sommer und Winter. Und ein randomisierter Versuch an dreizehn Pferden zeigte, dass ein injiziertes Kortisonpräparat die Botenstoffe verschieben kann, ohne das Zellbild zu verändern: Bei den asthmatischen Tieren war die Aktivität des Botenstoffs Interleukin-17 rund fünffach erhöht und jene von Interleukin-10 etwa zweieinhalbfach vermindert; das Medikament senkte einzelne Botenstoffe, die Zellzusammensetzung blieb unverändert. Solange die Belastung bleibt, bleibt die Entzündung.

Medikament oder Luft: was kontrollierte Studien trennen

Wirksame Medikamente gibt es. In einer europäischen Multizenterstudie an 224 Pferden mit schwerem Asthma erreichten 73,4 Prozent der mit inhalativem Ciclesonid behandelten Tiere nach zehn Tagen den vorab definierten Behandlungserfolg, gegenüber 43,2 Prozent unter Scheinbehandlung. Die 43 Prozent sind der eigentlich lehrreiche Wert: Auch ohne Wirkstoff besserte sich fast die Hälfte der Tiere innerhalb von zehn Tagen. Bei Rennpferden mit mittelgradigem Asthma besserten sich in einem Versuch an gut zwanzig Tieren Klinik und Mastzellanteil unter demselben Wirkstoff, auch ohne Änderung der Haltung.

Der Verabreichungsweg entscheidet mit. In einem Versuch an zwölf Pferden mit schwerem Asthma besserte oral gegebenes Dexamethason den Atemwegswiderstand, dieselbe Menge vernebelt nicht; die Nebennierenachse wurde in beiden Gruppen gedämpft. Und Kortison, das einem ganz anderen Organ gilt, wirkt mit: Nach Injektion von Triamcinolon in beide Sprunggelenke besserte sich in einem Versuch an zehn Pferden mit schwerem Asthma die Lungenfunktion innert einer Woche und blieb bis zu drei Wochen besser. Eine Gelenkbehandlung kann eine Lungenerkrankung vorübergehend verdecken.

Was Medikamente nicht leisten, zeigt der Langzeitvergleich. Über zwölf Monate wurden elf Pferde mit Dämpfigkeit entweder mit inhalativem Fluticason oder allein durch konsequente Allergenvermeidung betreut. Die Lungenfunktion normalisierte sich in beiden Gruppen, unter Kortison schneller; die Entzündung war unter Allergenvermeidung besser kontrolliert. Die Masse der glatten Atemwegsmuskulatur, also der bauliche Umbau der Bronchien, ging in beiden Gruppen um rund 30 Prozent zurück. Ein fünfmonatiger Versuch mit zusätzlichem Azithromycin senkte zwar die neutrophilen Zellen stärker, Lungenfunktion und Muskelmasse veränderten sich aber gleich.

Auch neuere Ansätze verschieben diese Ordnung nicht. In einem randomisierten Vergleich an zwanzig Pferden erreichte eine einmalige Gabe körpereigener Fettgewebszellen in die Bronchien den Nachweis der Gleichwertigkeit zu Dexamethason nicht, besserte aber die klinischen Zeichen und einzelne Entzündungsbotenstoffe und wirkte über ein Jahr nach. Die Grundfrage bleibt die Exposition.

Vergleich mit dem Asthma des Menschen: was trägt und was nicht

Schweres equines Asthma wird in der Vergleichsforschung als natürlich auftretendes Modell für jene Asthmaform des Menschen genutzt, bei der neutrophile Zellen im Vordergrund stehen. Übersichtsarbeiten benennen die Gemeinsamkeiten: veränderliche Atemwegsverengung, Husten, überempfindliche Atemwege, Schleimüberproduktion, baulicher Umbau der Bronchien und eine dauerhaft aktivierte angeborene Abwehr. Landwirtinnen, Landwirte und Pferde teilen zudem denselben Reiz, nämlich organischen Staub aus Heu und Stall.

Die Unterschiede sind ebenso wichtig. Menschliches Asthma verläuft mehrheitlich über eine Typ-2-Immunantwort mit eosinophilen Zellen, während die schwere Form beim Pferd überwiegend neutrophil ist. Beim Menschen kommen Rauchen, Innenraumklima und die Möglichkeit eines Berufswechsels hinzu, die es beim Pferd nicht gibt. Und das Pferd lebt lebenslang in einer einzigen, vom Menschen gestalteten Luft. Was im Stall gemessen wird, ist deshalb nicht auf eine menschliche Wohnung übertragbar.

Ein Befund passt allerdings auffällig gut zusammen. Eine aktualisierte systematische Übersicht zum berufsbedingten Asthma wertete 26 Vorher-Nachher-Untersuchungen aus. Die vollständige Entfernung aus der Belastung besserte Beschwerden und Lungenfunktionswerte; die blosse Verringerung der Belastung besserte die Beschwerden, nicht aber die Messwerte. Genau dieses Muster zeigt sich beim bedampften Heu. Diese Parallele ist eine Hypothese über einen geteilten Mechanismus, kein Beleg dafür, dass Ergebnisse aus dem Stall auf den Arbeitsplatz übertragbar wären.

Auf der menschlichen Seite ist die Umweltevidenz breiter, aber nicht sicherer. Eine europäische Leitlinienarbeit von 2024 stuft es als wahrscheinlich ein, dass kurzfristig erhöhte Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte Spitaleinweisungen und Notfallkonsultationen wegen Asthma erhöhen. Dass Massnahmen zur Verringerung der Aussenluftbelastung Anfälle senken, gilt dagegen nur als schwach belegt. Die Richtung ist speziesübergreifend dieselbe, die Sicherheit der Aussage bleibt es nicht.

Was sich für den Stallalltag ableiten lässt und was nicht

Aus der Studienlage lassen sich keine Vorschriften ableiten, wohl aber Prüffragen. Die wichtigste betrifft den Messpunkt: Bewertet wurde in den aussagekräftigsten Arbeiten die Luft im Atembereich des Pferdes, nicht das Aussehen des Ballens. Ein Heu, das im Gegenlicht kaum staubt, kann im Atembereich dennoch belastet sein, und umgekehrt verändert eine Behandlung des Heus nichts an Einstreu, Nachbarbox und Lüftung. Dass die Nachbarbox mitzählt, wurde gemessen: Als ein Stall im gemeinsamen Luftraum von Stroh und Heu auf Späne und Haylage wechselte, sank die Staubbelastung auch in der benachbarten Box.

  • Jede Futterumstellung verändert gleichzeitig Staub, Keimgehalt und Nährstoffe. Nach 60 Minuten Bedampfen sank die geschätzte Vorverdaulichkeit des Rohproteins von 56 auf 35 Prozent und jene von Lysin um mehr als die Hälfte; die Ration ist danach eine andere.
  • Eingeweichtes Heu ist keine lagerfähige Ware und muss zeitnah verfüttert werden.
  • Eine Besserung der Symptome ohne Besserung der Messwerte ist ein bekanntes Muster und kein Nachweis, dass die Erkrankung kontrolliert ist.
  • Eine klinische Besserung unter Medikament sagt nichts darüber aus, ob die Belastung gelöst wurde; sie kann sie sogar verdecken.
  • Beurteilung, Diagnose und Behandlung gehören zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Dieser Text nennt bewusst keine Wirkstoffmengen und keine Behandlungsschemata.

Zielkonflikt-Raster der Heubehandlungen beim Asthmapferd

Eigene Auswertung

Zusammengesetzt aus mehreren Untersuchungen, die jeweils nur eine Dimension geprüft haben; jede Zelle nennt den in der betreffenden Arbeit gemessenen Effekt, die letzte Spalte den Studientyp am erkrankten Pferd.
MassnahmeStaub im AtembereichKeimgehalt des FuttersNährstoffeLagerung und AufnahmePrüfung am erkrankten Pferd
Trockenheuhöchster gemessener Wert, 0,081 mg/m³AusgangswertunverändertlagerfähigVergleichsarm mehrerer Versuche
Einweichen, 15 Minutendeutlich gesenkt in einer Echtzeitmessung von 2007, ohne mit den neueren Werten vergleichbaren AbsolutwertSchimmel nicht beseitigt, 50 KBE je Gramm; Anteil gramnegativer Bakterien steigtlösliche Bestandteile gehen ins Wasser übernicht lagerfähig, Keimzahlen steigen innert Stunden; langsamere Aufnahmekeine der hier ausgewerteten kontrollierten Studien
Bedampfen, 60 Minuten bei 100 Grad0,056 mg/m³Schimmel nicht mehr nachweisbar, stärkste Keimreduktion ohne Verlust der ArtenvielfaltVorverdaulichkeit des Rohproteins von 56 auf 35 Prozentstabiler als eingeweichtes Heu; langsamere Aufnahme, intensiveres Kauenzwei Überkreuzversuche mit uneinheitlichem Ergebnis
Haylage0,053 mg/m³, im Pilotversuch 0,02in den ausgewerteten Arbeiten nicht geprüftFettsäureprofil verschiebt sich zur entzündungsauflösenden Seiteeigene Konservierungsrisiken, hier nicht geprüftrandomisierter Versuch an 43 Rennpferden
Luzernepellets als Raufutterersatznicht gemessennicht geprüftRaufutterstruktur entfällt, Ration muss ersetzt werdennicht geprüftÜberkreuzversuch mit dem stärksten Rückgang des Atemwegswiderstands

Grenzen und Unsicherheiten

  • Zu equinem Asthma existiert keine Meta-Analyse: Die systematische Sichtung von 2022 musste wegen zu unterschiedlicher Mess- und Berichtsverfahren darauf verzichten. Die vorliegende Seite stützt sich deshalb auf einzelne randomisierte Versuche statt auf zusammengefasste Effektschätzungen.
  • Die Interventionsstudien am kranken Pferd umfassen typischerweise sechs bis zwanzig Tiere aus Forschungsherden; bei dieser Grösse sind Zufallsbefunde in beide Richtungen möglich.
  • In beiden Überkreuzversuchen zu bedampftem Heu wurde der Staub in den Boxen nicht gemessen. Die Belastung, der die Pferde tatsächlich ausgesetzt waren, bleibt damit unbekannt.
  • Die Studienpopulationen sind stark verzerrt: In der systematischen Sichtung waren, soweit Rasse und Nutzung überhaupt berichtet wurden, 58,2 Prozent der Pferde Vollblüter und 72,8 Prozent Rennpferde. Freizeit- und Alterspferde sind unterrepräsentiert.
  • Ein Erfolg von 43,2 Prozent unter Scheinbehandlung innert zehn Tagen zeigt, wie stark sich die Erkrankung von selbst bewegt. Unkontrollierte Beobachtungen aus dem Stallalltag sind entsprechend wenig aussagekräftig.
  • Die humanmedizinische Vergleichsevidenz zur Verringerung der Belastung stammt aus nicht randomisierten Vorher-Nachher-Untersuchungen und wurde von den Autorinnen und Autoren selbst als von sehr geringer Sicherheit eingestuft.

Offene Fragen

  • Senkt Bedampfen die Belastung im realen Stall so weit, dass ein Schub ausbleibt, wenn Einstreu, Lüftung und Nachbarboxen unverändert bleiben?
  • Ab welchem Wert lungengängigen Staubs im Atembereich beginnt biologisch bedeutsame Entzündung, und gilt ein solcher Wert für Rennpferd und Freizeitpferd gleichermassen?
  • Hält der beobachtete Rückgang des baulichen Umbaus der Bronchien an, wenn die Belastung nach Monaten zurückkehrt?
  • Sagt die Reaktion des Pferdes auf entzündungshemmende Behandlungen etwas über das neutrophile Asthma des Menschen voraus, oder bleibt die Ähnlichkeit rein beschreibend?

Häufige Fragen

Ist equines Asthma ansteckend?

Nein. Equines Asthma ist eine Reaktion der Atemwege auf eingeatmete Partikel, keine Infektion. Mehrere Pferde eines Stalls können gleichzeitig erkranken, weil sie dieselbe Luft atmen, nicht weil sie sich anstecken. Infektionen können daneben bestehen und die Beurteilung erschweren; diese Unterscheidung ist Aufgabe der tierärztlichen Untersuchung. Am wiederkehrenden Faktor Luftqualität ändert ein Infektionsverdacht nichts.

Reicht es, das Heu einzuweichen?

Einweichen senkt den Staub, löst aber nicht alles. Eine Echtzeitmessung im Atembereich von 2007 zeigte, dass Einweichen vor dem Füttern die Konzentration lungengängigen Staubs deutlich senkt, wobei sehr langes Wässern keinen zusätzlichen Gewinn brachte. Mikrobiologisch schneidet Einweichen jedoch schlechter ab als Bedampfen: Typische Schimmelpilze bleiben nachweisbar, der Anteil gramnegativer Bakterien steigt, und die hygienische Verbesserung geht bei Lagerung innert Stunden verloren. In den neueren Vergleichsversuchen, die das Zellbild der Lungenspülung mitgemessen haben, war Einweichen nicht als eigener Arm vertreten. Was es für die Entzündung bedeutet, ist damit offen.

Ist Weidehaltung automatisch die Lösung?

Nein. In einer ganzjährig auf der Weide gehaltenen Herde ohne bekannte Atemwegsprobleme erfüllten im Winter 87 Prozent der Pferde die Kriterien der leichten Form, im Sommer 60 Prozent. Zusätzlich existiert eine Form, die gerade im Sommer auf der Weide auftritt. Weide senkt typischerweise die Belastung durch Heustaub, ersetzt aber keine Beurteilung des Einzelfalls durch die Tierärztin oder den Tierarzt.

Warum eine Lungenspülung und kein Bluttest?

Weil die Entzündung örtlich ist. Die Einordnung stützt sich auf das Verhältnis der Zellen in der gespülten Flüssigkeit, das sich im Blutbild nicht abbildet. Zugleich ist die Spülung kein perfektes Mass: Die systematische Sichtung von 2022 fand ausgerechnet den Zusammenhang zwischen Zellbild und Lungenfunktion unter allen geprüften Beziehungen am wenigsten belastbar. Und das Zellbild wechselt bei einem erheblichen Teil der Pferde zwischen den Jahreszeiten.

Hat mein Pferd dasselbe Asthma wie ich?

Nicht dasselbe, aber ein verwandtes. Die schwere Form beim Pferd wird als natürlich auftretendes Modell für jene menschliche Asthmaform genutzt, bei der neutrophile Zellen überwiegen. Menschliches Asthma verläuft dagegen mehrheitlich über eosinophile Zellen. Gemeinsam sind der Reiz organischer Staub und der bauliche Umbau der Bronchien. Ein Behandlungserfolg bei der einen Art belegt nichts für die andere, in keiner Richtung.

Verschwindet die Krankheit, wenn die Luft besser wird?

Die Funktion kann sich weitgehend erholen, der bauliche Umbau nur teilweise. In einem Versuch an elf Pferden über zwölf Monate normalisierte sich die Lungenfunktion sowohl unter konsequenter Allergenvermeidung als auch unter inhalativem Kortison, und die Masse der glatten Atemwegsmuskulatur ging in beiden Gruppen um rund 30 Prozent zurück. Ein Rest bleibt also messbar. Ob dieser Gewinn hält, wenn die Belastung zurückkehrt, ist nicht geklärt.

Quellen

  1. Couëtil LL, Cardwell JM, Gerber V, Lavoie JP, Léguillette R, Richard EA. Inflammatory Airway Disease of Horses: Revised Consensus Statement. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2016 (Fachempfehlung | Pferd)DOI 10.1111/jvim.13824
    Fachkonsensus, der die Definition der leichten bis mittelgradigen Form nach zehn Jahren neuer Literatur überarbeitet und das Verständnis der Erkrankung als deutlich verändert beschreibt.
  2. Kinnison T, McGilvray TA, Couëtil LL, Smith KC, Wylie CE, Bacigalupo SA, Gomez-Grau E, Cardwell JM. Mild-moderate equine asthma: A scoping review of evidence supporting the consensus definition. The Veterinary Journal, 2022 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2022.105865
    Aus 2275 Treffern wurden 44 Studien mit 6092 Pferden ausgewertet; eine Meta-Analyse war wegen Heterogenität unmöglich, und der Zusammenhang zwischen Lavage-Zellbild und Lungenfunktion erwies sich als am wenigsten konsistent.
  3. Davis KU, Sheats MK. Bronchoalveolar Lavage Cytology Characteristics and Seasonal Changes in a Herd of Pastured Teaching Horses. Frontiers in Veterinary Science, 2019 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.3389/fvets.2019.00074
    In einer ganzjährig auf der Weide gehaltenen Herde ohne Atemwegsvorgeschichte lag die leichte Form bei 60 Prozent im Sommer und 87 Prozent im Winter, und 61,1 Prozent der Pferde wechselten das Zellbild zwischen den Jahreszeiten.
  4. Ivester KM, Couëtil LL, Moore GE. An observational study of environmental exposures, airway cytology, and performance in racing thoroughbreds. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2018 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15226
    Nur die lungengängige, nicht die einatembare Staubfraktion war mit dem Anteil neutrophiler Zellen verknüpft, und höhere Mastzell- sowie Neutrophilenanteile gingen mit messbar schlechteren Rennleistungen einher.
  5. Dauvillier J, Ter Woort F, van Erck-Westergren E. Fungi in respiratory samples of horses with inflammatory airway disease. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2018 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15397
    Bei 731 untersuchten Pferden war der Nachweis von Pilzbestandteilen im Luftröhrensekret mit etwa doppelt so häufiger Atemwegsentzündung verbunden, ebenso Stroheinstreu und Fütterung von Trockenheu.
  6. Olave CJ, Ivester KM, Couetil LL, Kritchevsky JE, Tinkler SH, Mukhopadhyay A. Dust exposure and pulmonary inflammation in Standardbred racehorses fed dry hay or haylage: A pilot study. The Veterinary Journal, 2021 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.tvjl.2021.105654
    Haylage senkte gegenüber Trockenheu sowohl den lungengängigen Staub (0,02 gegen 0,06 mg/m³) als auch Beta-Glucan und die neutrophilen Zellen der Lungenspülung, allerdings an nur sieben Pferden.
  7. Olave CJ, Ivester KM, Couetil LL, Burgess J, Park JH, Mukhopadhyay A. Effects of low-dust forages on dust exposure, airway cytology, and plasma omega-3 concentrations in Thoroughbred racehorses: A randomized clinical trial. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2022 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16598
    Bedampftes Heu und Haylage senkten die Staubbelastung gleichermassen, doch nur Haylage verringerte innert sechs Wochen die neutrophilen Zellen und verschob das Fettsäureprofil zur entzündungsauflösenden Seite.
  8. Symoens A, Westerfeld R, Mozo Vives B, André V, Moulon L, Collomb M, Richard H, Juette T, Bédard C, Leclère M. Steamed hay and alfalfa pellets for the management of severe equine asthma. Equine Veterinary Journal, 2024 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.14209
    Im Überkreuzvergleich an neun auswertbaren Pferden besserten sich Klinik und Entzündung unter beiden Futtern ohne statistischen Unterschied zwischen ihnen, während der Rückgang des Atemwegswiderstands unter Luzernepellets ausgeprägter und anhaltender ausfiel als unter bedampftem Heu.
  9. Raïsky C, Mozo Vives B, Leduc L, Symoens A, Tavanaeimanesh H, Richard H, Juette T, Bédard C, Leclère M. Steamed hay for the prevention of severe equine asthma exacerbations. Equine Veterinary Journal, 2025 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.70089
    Bedampftes Heu verhinderte über vier Wochen weder den Anstieg des Atemwegswiderstands noch jenen der neutrophilen Zellen und unterschied sich dabei nicht von trockenem Heu.
  10. Daniels S, Hepworth J, Moore-Colyer M. The haybiome: Characterising the viable bacterial community profile of four different hays for horses following different pre-feeding regimens. PLoS ONE, 2020 (Laborstudie | Artunabhängig)DOI 10.1371/journal.pone.0242373
    Heissbedampfen senkte die lebende Keimlast am stärksten, ohne die Artenvielfalt zu verringern, während Einweichen die Vielfalt reduzierte und den Anteil gramnegativer Bakterien erhöhte.
  11. Glatter M, Bochnia M, Wensch-Dorendorf M, Greef JM, Zeyner A. Feed Intake Parameters of Horses Fed Soaked or Steamed Hay and Hygienic Quality of Hay Stored following Treatment. Animals, 2021 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.3390/ani11092729
    Bedampfen beseitigte typische Schimmelpilze vollständig, Einweichen nicht; gelagertes eingeweichtes Heu zeigte innert Stunden wieder steigende Keimzahlen, und beide behandelten Heue wurden langsamer aufgenommen.
  12. Pisch C, Wensch-Dorendorf M, Schwarzenbolz U, Henle T, Greef JM, Zeyner A. Effect of Hay Steaming on the Estimated Precaecal Digestibility of Crude Protein and Selected Amino Acids in Horses. Animals, 2022 (Laborstudie | Artunabhängig)DOI 10.3390/ani12223092
    Bedampfen senkte die geschätzte Vorverdaulichkeit des Rohproteins von 56 auf 35 Prozent und jene von Lysin um über die Hälfte, bleibt aber wegen der Keimreduktion für Asthmapferde geeignet, sofern die Ration angepasst wird.
  13. Bond SL, Greco-Otto P, MacLeod J, Galezowski A, Bayly W, Léguillette R. Efficacy of dexamethasone, salbutamol, and reduced respirable particulate concentration on aerobic capacity in horses with smoke-induced mild asthma. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2020 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.15696
    Als die Feinstaubbelastung der Umgebungsluft von rund 36 auf rund 7 Mikrogramm je Kubikmeter fiel, stieg die maximale Sauerstoffaufnahme um 13,2 Prozent, ohne Unterschied zwischen Kortison- und Kochsalzgruppe; der letzte Belastungstest erfolgte bei allen Tieren nach zusätzlicher Gabe von Salbutamol, und eine weiterhin belastet gehaltene Vergleichsgruppe fehlte.
  14. Leclere M, Lavoie-Lamoureux A, Joubert P, Relave F, Setlakwe EL, Beauchamp G, Couture C, Martin JG, Lavoie JP. Corticosteroids and antigen avoidance decrease airway smooth muscle mass in an equine asthma model. American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology, 2012 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1165/rcmb.2011-0363OC
    Über zwölf Monate ging die glatte Atemwegsmuskulatur unter Allergenvermeidung wie unter inhalativem Kortison um rund 30 Prozent zurück; die Entzündung war unter Allergenvermeidung besser kontrolliert, die Funktion unter Kortison schneller wiederhergestellt.
  15. Pirie RS, Mueller HW, Engel O, Albrecht B, von Salis-Soglio M. Inhaled ciclesonide is efficacious and well tolerated in the treatment of severe equine asthma in a large prospective European clinical trial. Equine Veterinary Journal, 2021 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13419
    Bei 224 Pferden erreichten 73,4 Prozent unter inhalativem Ciclesonid den definierten Erfolg gegenüber 43,2 Prozent unter Scheinbehandlung; die Autorinnen und Autoren betonen den erheblichen Placeboanteil.
  16. Sanz MG, Jellen G, Cody L, Bergsma J, Cha M, Kogan C, Kordas G, Bayly WM, Leguillette R. Use of inhaled ciclesonide for treatment of moderate asthma in Thoroughbred racehorses. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2025 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.17267
    Inhalatives Ciclesonid besserte bei Rennpferden mit mittelgradigem Asthma Klinik und Mastzellanteil auch ohne Veränderung der Haltung; die Wirkung auf neutrophile Formen blieb ungeklärt.
  17. de Wasseige S, Picotte K, Lavoie JP. Nebulized dexamethasone sodium phosphate in the treatment of horses with severe asthma. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2021 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.16113
    Oral verabreichtes Dexamethason besserte den Atemwegswiderstand, die vernebelte Form nicht, während beide Wege die Nebennierenachse dämpften.
  18. Bessonnat A, Picotte K, Lavoie JP. Intra-articular triamcinolone acetonide improves lung function in horses with severe asthma. Equine Veterinary Journal, 2019 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/evj.13128
    In die Sprunggelenke gespritztes Triamcinolon verbesserte die Lungenfunktion asthmatischer Pferde innert einer Woche, sodass eine Gelenkbehandlung die Diagnose einer Lungenerkrankung verzögern kann.
  19. Mainguy-Seers S, Boivin R, Pourali Dogaheh S, Beaudry F, Hélie P, Bonilla AG, Martin JG, Lavoie JP. Effects of azithromycin on bronchial remodeling in the natural model of severe neutrophilic asthma in horses. Scientific Reports, 2022 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1038/s41598-021-03955-9
    Azithromycin zusätzlich zu inhalativem Fluticason senkte die Atemwegsneutrophilie stärker, verbesserte aber weder Lungenfunktion noch Rückbildung der glatten Muskulatur über fünf Monate.
  20. Bond SL, Hundt J, Léguillette R. Effect of injected dexamethasone on relative cytokine mRNA expression in bronchoalveolar lavage fluid in horses with mild asthma. BMC Veterinary Research, 2019 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1186/s12917-019-2144-x
    Pferde mit leichtem Asthma zeigten rund fünffach erhöhtes Interleukin-17 und vermindertes Interleukin-10; Dexamethason senkte einzelne Botenstoffe, veränderte das Zellbild aber nicht, was auf fortbestehende Umweltbelastung als Treiber hinweist.
  21. Adamič N, Prpar Mihevc S, Blagus R, Kramarič P, Krapež U, Majdič G, Viel L, Hoffman AM, Bienzle D, Vengust M. Effect of intrabronchial administration of autologous adipose-derived mesenchymal stem cells on severe equine asthma. Stem Cell Research & Therapy, 2022 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1186/s13287-022-02704-7
    Körpereigene Fettgewebszellen erreichten gegenüber Dexamethason keinen Nachweis der Gleichwertigkeit, besserten jedoch klinische Zeichen und einzelne Entzündungsbotenstoffe mit Wirkung über ein Jahr.
  22. Sheats MK, Davis KU, Poole JA. Comparative Review of Asthma in Farmers and Horses. Current Allergy and Asthma Reports, 2019 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.1007/s11882-019-0882-2
    Die Übersicht argumentiert, dass schweres equines Asthma als natürlich auftretendes Modell für staubbedingtes Asthma des Menschen dient, weil Reiz, Verlauf und Gewebeveränderungen weitgehend übereinstimmen.
  23. Davis KU, Sheats MK. The Role of Neutrophils in the Pathophysiology of Asthma in Humans and Horses. Inflammation, 2020 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.1007/s10753-020-01362-2
    Menschliches Asthma verläuft mehrheitlich eosinophil, die schwere equine Form dagegen neutrophil; gerade deshalb wird sie als Modell für das schwer behandelbare neutrophile Asthma des Menschen herangezogen.
  24. Agache I, Canelo-Aybar C, Annesi-Maesano I, Cecchi L, Rigau D, Rodríguez-Tanta LY, et alii. The impact of outdoor pollution and extreme temperatures on asthma-related outcomes: A systematic review for the EAACI guidelines on environmental science for allergic diseases and asthma. Allergy, 2024 (Systematische Übersichtsarbeit | Mensch)DOI 10.1111/all.16041
    Kurzfristig erhöhte Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte erhöhen wahrscheinlich asthmabedingte Spitaleinweisungen und Notfallkonsultationen, während der Nutzen von Massnahmen zur Verringerung der Aussenluftbelastung nur schwach belegt ist.
  25. Henneberger PK, Patel JR, de Groene GJ, Beach J, Tarlo SM, Pal TM, Curti S. The effectiveness of removal from exposure and reduction of exposure for managing occupational asthma: Summary of an updated Cochrane systematic review. American Journal of Industrial Medicine, 2020 (Systematische Übersichtsarbeit | Mensch)DOI 10.1002/ajim.23208
    Aus 26 Vorher-Nachher-Untersuchungen ergab sich, dass vollständige Entfernung aus der Belastung Beschwerden und Lungenfunktion besserte, blosse Verringerung dagegen nur die Beschwerden; die Sicherheit der Evidenz wurde als sehr gering eingestuft.
  26. Gerber V, Baleri D, Klukowska-Rötzler J, Swinburne JE, Dolf G. Mixed inheritance of equine recurrent airway obstruction. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2009 (Andere | Pferd)DOI 10.1111/j.1939-1676.2009.0292.x
    Segregationsanalysen an Nachkommen zweier betroffener Warmbluthengste und an 401 Schweizer Warmblütern sprechen für ein gemischtes Erbmodell mit einem Hauptgen, dessen Ausprägung an die Heuexposition gebunden bleibt.
  27. Clements JM, Pirie RS. Respirable dust concentrations in equine stables. Part 2: the benefits of soaking hay and optimising the environment in a neighbouring stable. Research in Veterinary Science, 2007 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.rvsc.2006.12.003
    Einweichen des Heus vor dem Füttern senkte die mittlere Konzentration lungengängigen Staubs im Atembereich des Pferdes deutlich, ohne zusätzlichen Gewinn durch sehr langes Wässern; der Wechsel eines Stalls von Stroh und Heu auf Späne und Haylage senkte die Belastung auch in der Nachbarbox im gemeinsamen Luftraum.

Verwandte Beiträge

Der Evidenzbrief

Einmal im Monat: neue Synthesen, geprüfte Studien und was sich an der Beweislage geändert hat.

Abmeldung jederzeit mit einem Klick. Die Adresse wird nie verkauft.